WHO-Workshop zur Chronifizierung von Rückenschmerzen

Internationales Expertentreffen zu Epidemiologie, Gesundheitsökonomie und medizinischer Versorgung

Ein zweitägiger internationaler Workshop zur Chronifizierung von Rückenschmerzen findet am 2. und 3. Februar 2001 in Lübeck statt. Die offizielle Veranstaltung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird vom Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Lübeck (MUL) ausgerichtet. Zur Eröffnung des Workshops (Freitag, 2. Februar 2001, 9 Uhr, Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, Lübeck) sprechen Dr. Holger Martens, Bundesgesundheitsministerium, Prof. Michael von Korff, WHO, sowie Senator Wolfgang Halbedel für die Hansestadt Lübeck.
An dem Lübecker Workshop nehmen 40 führende Mediziner, Psychologen, Epidemiologen und Gesundheitsökonomen teil. Neben Teilnehmern aus Deutschland sind dies auch Wissenschaftler aus den USA und Kanada, aus Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz, Norwegen und Dänemark. 
Der Workshop wird im Rahmen des Kooperationsprogramms der Bundesregierung mit der WHO durchgeführt. Tagungssprache ist Englisch. Leiter des Workshops ist Dr. phil. Thomas Kohlmann vom Institut für Sozialmedizin der MUL.
Eine Pressekonferenz im Rahmen des Workshops findet am Freitag, dem 2. Februar 2001, um 13 Uhr im Gewölbekeller des Buddenbrookhauses statt. Alle Journalisten und Journalistinnen sind herzlich eingeladen. 
Forschungen auf dem Gebiet der Rückenschmerzen haben am Lübecker Institut für Sozialmedizin (Direktor Prof. Dr. med. Dr. phil. Heiner Raspe) eine lange Tradition. Insbesondere zur Verbreitung der Rückenschmerzen in der Bevölkerung (Epidemiologie) wurden hier unter anderem die große „Lübecker Rückenschmerzstudie“ (1990-1993) und eine Teilstudie der „European Vertebral Osteoporosis Study (EVOS)“ durchgeführt.
Der Lübecker Workshop befasst sich speziell mit den Prozessen, die bei der „Chronifizierung“ von Rückenschmerzen eine Rolle spielen. Obwohl das Verständnis davon, wie es zu chronischen Schmerzen kommt, für präventive und therapeutische Ansätze von besonderer Bedeutung ist, ist über diese Prozesse gegenwärtig noch viel zu wenig bekannt. Die verfügbaren wissenschaftlichen Ergebnisse wurden noch nicht in einer Form zusammengetragen, wie sie für eine unmittelbare Anwendung in der medizinischen Versorgung und der Vorsorge, zum Beispiel am Arbeitsplatz, erforderlich ist.
Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsstörungen in der Bevölkerung. Sie verursachen nicht nur eine beträchtliche „Krankheitslast“ („burden of illness“), sondern sind in allen Ländern westlicher Prägung mit enormen Kosten im Gesundheitswesen verbunden. Allein in Deutschland werden die direkten und die indirekten Kosten (medizinische Behandlung einerseits und Arbeitsunfähigkeit und Berentung andererseits) auf jährlich etwa 40 Milliarden Mark geschätzt. Besonders die chronischen Formen des Rückenschmerzes sind für diese Situation verantwortlich. Die Lübecker Sozialmediziner schätzen, dass etwa zehn Prozent der Personen mit Rückenschmerzen davon bedroht sind, an lang anhaltenden oder häufig wiederkehrenden Rückenschmerzen zu erkranken.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

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Rüdiger Labahn idw

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