DOG Kongress 2008: Hochpräzise Lasertherapien korrigieren Fehlsichtigkeit

So ist die Lasertherapie mittlerweile nicht nur bei Kurz- und Weitsichtigkeit, sondern auch bei Hornhautverkrümmungen klinische Routine. Bei Altersweitsichtigkeit könnte der sogenannte Femtosekundenlaser künftig ebenfalls Abhilfe schaffen.

Er sendet Blitze im Bereich einer billiardstel Sekunde aus und ermöglicht noch präzisere Schnitte. Die operative Behandlung von Fehlsichtigkeit ist ein Schwerpunkt auf dem 106. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

Viele kurzsichtige Menschen haben zusätzlich zu ihrer Sehschwäche eine Hornhautverkrümmung. Diese führt ebenfalls zu Abbildungsfehlern auf der Netzhaut. „Betroffene denken häufig, dass für sie eine Laserbehandlung nicht infrage kommt. Doch das ist ein Trugschluss“, erklärt Professor Dr. med. Thomas Kohnen, leitendes Mitglied der Kommission Refraktive Chirurgie der DOG und stellvertretender Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Lasertherapien, die heutzutage eingesetzt werden, ermöglichen es den Ärzten, die Hornhaut an einzelnen Stellen unterschiedlich stark abzutragen. „Ein Eyetracker erkennt kleinste Augenbewegungen und führt den Laserstrahl während der Operation entsprechend nach“, erläutert Kohnen.

Eine weitere Verbesserung der operativen Behandlung von Fehlsichtigkeit verspricht sich Professor Kohnen vom Femtosekunden-Laser. Dieser sendet Lichtpulse aus, die im Bereich einer billiardstel Sekunde liegen. „Der Femtosekunden-Laser ist noch präziser und sicherer als bisherige Verfahren“, erklärt Kohnen im Vorfeld des DOG-Kongresses. Derzeit wird er vor allem beim sogenannten Lentikelschnitt eingesetzt. Mit diesem löst der Arzt zu Beginn der Behandlung die oberste Schicht der Hornhaut ab und klappt sie zur Seite. Am Ende wird die Schicht wieder „zurückgefaltet“. Bislang nutzten Ärzte für den Lentikelschnitt ein elektronisch geführtes Skalpell.

Darüber hinaus könnte der Femtosekunden-Laser in Zukunft möglicherweise auch bei Altersweitsichtigkeit, der Presbyopie, Abhilfe schaffen. Bei ihr verliert die Augenlinse im Alter die Fähigkeit, auf die Nahsicht umzustellen. Betroffene müssen eine Lesebrille tragen. Es gibt bislang zwar schon Implantate zur Korrektur dieser Art der Fehlsichtigkeit, allerdings noch keine anerkannte operative Vollkorrektur an der menschlichen Linse selbst. „Mit dem Femtosekundenlaser sind ultrafeine Schnitte in der Augenlinse möglich. Damit eröffnen sich völlig neue therapeutische Möglichkeiten. Eine davon könnte auch die Korrektur der Altersweitsichtigkeit sein“, berichtet Kohnen, der diese und weitere Neuheiten auf dem 106. DOG-Kongress in Berlin vorstellen wird.
Haus der Bundespressekonferenz, Raum II + III, Schiffbauerdamm 40,
10117 Berlin
Kongresssitzung:
Refraktive Chirurgie: Was ist noch Forschung, was ist praktische Anwendung?
Freitag, 19. September 2008, 14.00 bis 15.30 Uhr, Estrel Hotel Berlin, ECC Raum 3, Sonnenallee 225, 12057 Berlin

Die DOG (Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft) ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 5 400 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, untersuchen und behandeln. Wesentliches Ziel der DOG ist es, die Forschung in der Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im Jahr 1857 in Heidelberg, ist die DOG die älteste medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt.

Media Contact

Silke Stark idw

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