Qualitäts-Sicherung im Zeitalter der Lebensmittel-Skandale

„Gegessen wird, was auf den Tisch kommt!“ – das war vor Gammelfleisch, gepanschtem Öl und Wein oder Dioxin im Tierfutter. Gerade bei tierischen Produkten wollen deutsche Verbraucher immer genauer wissen, was auf ihrem Teller landet.

Neue Techniken für Transparenz und Sicherheit, sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Überwachung sind Thema des landwirtschaftlichen Hochschultages 2008 an der Universität Hohenheim. Die Referenten stammen aus Nahrungsindustrie, Verbraucherschutzorganisationen, IT-Branche und Wissenschaft.

Große Hoffnungsträgerin im Kampf um hochwertige und sichere Lebensmittel ist die IT: Denn nur durch neue, einheitliche Standards und Informationsplattformen eröffnet sich den beteiligten Unternehmen, Lebensmittel-Kontrolleuren und Verbrauchern die Chance, Transparenz und Übersichtlichkeit in die Flut aus Detailinformationen über Erzeugung, Weiterverarbeitung und Handel zu bringen.

„Informationstechnologie wird hier zur Schlüsseltechnologie, wenn wir schwarze Schafe in der Branche schnell identifizieren und Lebensmittelskandale nah der Quelle stoppen wollen“, urteilt Prof. Dr. Reiner Doluschitz, Agrarinformatiker und Co-Organisator des landwirtschaftlichen Hochschultages.

IBM-Geschäftsführer als prominenter Gastredner

Impulse für den ganzen Hochschultag dürfte schon der erste Vortrag liefern: Als prominenter Gastredner spricht der Geschäftsführer der IBM Deutschland, Martin Jetter, über Wertschöpfungsnetze als Herausforderung an die IT.

Als einen Lösungsansatz präsentieren Hohenheimer Wissenschaftler den aktuellen Stand des Forschungsprojektes „IT FoodTrace“. Das Verbundprojekt in Partnerschaft mit einer Vielzahl von Forschungseinrichtungen und Partnern aus der Wirtschaft arbeitet derzeit an einem Rückverfolgbarkeitssystem für alle Fleischwaren, das Produktionsdaten von der Tierhaltung samt Futtermittel-Lieferungen bis zur Anlieferung im Supermarkt enthalten soll.

Lösungen von privater und staatlicher Seite

Insgesamt diskutieren zehn Experten, welche Erwartungen die Akteure in Lebensmittelketten an das Thema Lebensmittelsicherheit stellen und welche Lösungen von privater und staatlicher Seite aktuell in Aussicht stehen.

Vertreten sind unter Anderem globale Lebensmittelriesen wie die Firma Nestlé, eine Waren- und Produktionsgenossenschaft, die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, das Landesministerium für Ernährung und Ländlichen Raum sowie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Der Landwirtschaftliche Hochschultag beginnt mit Grußworten des Rektors der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Hans-Peter Liebig, des Dekans der Fakultät Agrarwissenschaften, Prof. Dr. Thomas Jungbluth, sowie der Staatsekretärin des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg, Friedlinde Gurr-Hirsch.

Ansprechperson:
Prof. Dr. sc. agr. Thomas Jungbluth
Fakultät Agrarwissenschaften (Dekan),
Tel.: 0711 459-23256, E-Mail: jungblut@uni-hohenheim.de
Prof. Dr. sc. agr. Reiner Doluschitz
Fg. Agrarinformatik und Unternehmensführung (Leitung),
Tel.: 0711 459-22841, E-Mail: agrarinf@uni-hohenheim.de

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Florian Klebs idw

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