Globale Lebensmittelversorgung

Vor dem Hintergrund der aktuellen weltweiten Nahrungsmittelkrise fragt ein internationales und interdisziplinäres Symposium in dieser Woche an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster nach der Rolle privater Akteure in der globalen landwirtschaftlichen Lebensmittelversorgung.

Auf Einladung von Prof. Dr. Doris Fuchs vom Institut für Politikwissenschaft der WWU diskutieren zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt die Nachhaltigkeit und demokratische Legitimität von privaten Akteuren in der Lebensmittelversorgung.

Fuchs, seit Beginn des Sommersemesters 2008 Professorin für „Internationale Politik und Entwicklungspolitik“ am Institut für Politikwissenschaft der WWU, organisiert die wissenschaftliche Tagung gemeinsam mit Dr. Agni Kalfagianni von der Universität Stuttgart und Dr. Jennifer Clapp von der University of Waterloo in Kanada und mit Unterstützung der VolkswagenStiftung in den Räumen des Instituts an der Scharnhorststraße 100.

Private Akteure wie etwa global agierende Unternehmen üben heute großen Einfluss in der weltweiten Nahrungsmittelversorgung aus. So sind sie bei der Aushandlung privater Standards beteiligt und wirken bei Planung und Umsetzung von Initiativen zur sozialen Verantwortung von Unternehmen mit. Was dies für die Effektivität und Nachhaltigkeit solcher Entscheidungen bedeutet, ist nach Angaben von Prof. Fuchs bis heute noch nicht systematisch untersucht.

Das Symposium in Münster werde daher „die Effektivität und Nachhaltigkeit privater Regulierungsmaßnahmen im globalen Nahrungsmittelsystem näher untersuchen“ und dabei auch die Sicherheit von Lebensmitteln und die Gewährleistung der Nahrungsmittelversorgung untersuchen. Diskutiert wird in Münster noch bis Freitag, 25. April 2008, wie Regeln und Standards zustande kommen und ob dabei demokratische Kriterien wie Beteiligung, Transparenz und Verantwortlichkeit gewährleistet werden. Diesen Fragen misst Prof. Fuchs eine hohe Bedeutung zu, „da ein nachhaltiges und demokratisch legitimiertes Lebensmittelsystem grundlegend für das Wohlbefinden für Menschen auf der ganzen Welt ist“. Es bestehe ein dringender Bedarf an Wissen darüber, ob private Institutionen wie etwas global agierende Unternehmen die Nachhaltigkeit des weltweiten Lebensmittelsystems verbessern können oder ob sie die derzeitige Situation noch verschlechtern.

Prof. Fuchs und ihre Fachkollegen erschließen mit diesem hochaktuellen Thema ein völlig neues Forschungsfeld. Die globale und komplexe Natur des weltweiten Lebensmittelsystems erfordert einen internationalen und interdisziplinären Blick auf die Rolle privater Akteure. Die Tagung in Münster ist denn auch der Start zur Etablierung eines internationalen wissenschaftlichen Netzwerkes.

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