2. Männerkongress: „Scheiden tut weh. Elterliche Trennung aus Sicht der Väter und Kinder“

Der am 21. und 22. September 2012 an der Heinrich- Heine-Universität zum zweiten Mal stattfindende Männerkongress beschäftigt sich mit den Erfahrungen von Männern und deren Kindern mit Trennung und Scheidung.

Er wird geleitet von Prof. Dr. Matthias Franz (Stellv. Direktor des Klinischen Instituts für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, UKD) und André Karger (Oberarzt am Klinischen Instituts für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, UKD).

Elterliche Trennung wird in den allermeisten Fällen von den betroffenen Kindern als tiefgreifende Verunsicherung erlebt. Fünf bis zehn Prozent aller Trennungen verlaufen Schätzungen zufolge sogar hochkonflikthaft. Ein andauernder Streit zwischen den Eltern auch noch nach der Trennung beeinträchtigt stets die Beziehung des Kindes zu einem Elternteil – oft ist es die zum Vater. Für die Eltern selbst und für die mit betroffenen Kinder ist dies mit erheblichen langfristigen gesundheitlichen und Entwicklungsrisiken verbunden.

Die Trennungsforschung hat bis heute, abgesehen von Ausnahmen in Deutschland und den USA, Männer bisher kaum in den Blick genommen. Ihre Belastungen und Konflikte wurden von der Forschung vernachlässigt, teils auch, weil sie häufig stereotyp einseitig als Schuldige etikettiert wurden. Wissenschaftler und Fachreferenten werden deshalb schwerpunktmäßig die Problemlagen von Vätern und Jungen u. a. aus historischer, soziologischer, psychologischer, ärztlicher und psychoanalytischer Sicht darstellen.

Sie werden auch Möglichkeiten aufzeigen, die Vätern wie ihren Söhnen und Töchtern aus der Sackgasse der elterlichen Entfremdung heraus helfen können. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird außerdem auch die Möglichkeit geboten, ihre sehr persönlichen Reaktionen auf die Vorträge zu diesem emotional besetzten Thema in einer psychoanalytisch geleiteten Gruppe zu reflektieren.

Die Tagung soll dazu beitragen, die Beteiligung beider Partner an Scheidungs- und Trennungskonflikten in Wissenschaft, Öffentlichkeit und helfenden Berufen wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Eine länger als dreißig Jahre währende Konflikte ausgrenzende Debatte und eine Aufteilung in Opfer und Täter ist keinem zumutbar: weder den Beteiligten noch der Gesellschaft und besonders nicht den Kindern. Hinzu kommt, dass ungelöste partnerschaftliche Konflikte auf Dauer eine Belastung für die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit bedeuten, indem sie Wiederholungshandlungen in den nachfolgenden Generationen wahrscheinlich machen.

Wenig beachtet von der Fachwelt und der Öffentlichkeit wurden bislang die psychosozialen Folgen für die Trennungskinder: Sie wachsen in der überwiegenden Mehrheit nach der Trennung ohne Vater auf, ein Phänomen, das Langzeitfolgen haben wird.

Der zweite Männerkongress möchte dazu beitragen, die Diskussion über die Beziehungen von Männern und Frauen sowie zwischen den Generationen zu versachlichen, Verständigung, Konfliktlösung und Integration in den Fokus zu nehmen. Der Kongress soll interessierten Männern und natürlich auch Frauen die Möglichkeit bieten sich, auf ihren Arbeitsebenen zu vernetzten und Kooperationen in Forschung und Praxis einzugehen.

Media Contact

Dr. Victoria Meinschäfer idw

Weitere Informationen:

http://www.maennerkongress2012.de/

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