Rekordtief bei Verkehrstoten im ersten Halbjahr 2005

Anteil der Alko-Unfälle stagniert

Die Zahl der Verkehrsunfälle im ersten Halbjahr 2005 stagniert auf relativ hohem Niveau. 18.677 Unfälle mit Personenschaden haben sich auf Österreichs Straßen ereignet, dabei wurden 24.344 Menschen verletzt, das sind fast zwei Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Mit 329 tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern im ersten Halbjahr schreiben wird das niedrigste Ergebnis seit 1961, als die Verkehrsunfälle erstmals bundesweit einheitlich erfasst wurden“, so der Generaldirektor der Statistik Austria , Peter Hackl, anlässlich der Präsentation der Verkehrsunfallbilanz heute, Montag, in Wien.

Der Anteil der Alkounfälle an den Unfällen insgesamt ist mit über sechs Prozent gleich hoch geblieben wie im Vorjahr. Die Zahl der Todesopfer bei Alkounfällen ist im ersten Halbjahr um über 40 Prozent auf 17 Personen gesunken, insgesamt ist damit jeder zwanzigste Verkehrstote bei einem Unfall, bei dem Alkohol im Spiel war ums Leben gekommen. Insgesamt war bei jedem fünfzehnten Unfall mit Personenschaden zumindest ein Beteiligter alkoholisiert. Die Statistik Austria weist darauf hin, dass mehr Unfälle als Alkounfälle gerechnet werden, seit die Promillegrenze 1998 gesenkt wurde. Zudem wurde die Dunkelziffer gesenkt, da seit Juli 2002 an sämtlichen Personen, die an einem Unfall beteiligt waren, ein Alkomat-Test durchgeführt wird. „Wir gehen noch immer von einer relativ hohen Dunkelziffer aus, da die Opfer, die noch an der Unfallstelle sterben, nicht auf Alkohol getestet werden“, so Eva Dietl aus der Direktion Raumwirtschaft der Statistik Austria im Gespräch mit pressetext.

Die Zahl der jugendlichen Unfallsopfer ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gesunken. 7.286 Personen zwischen 15 und 24 Jahren wurden verletzt, 79 wurden getötet. „Die 15- bis 24-Jährigen sind aber nach wie vor besonders gefährdet. In dieser Altersgruppe sind Unfälle die Todesursache Nummer eins. Sie machen zwar nur 12 Prozent der Bevölkerung aber 30 Prozent der Verletzten aus“, erklärt Hackl. Insgesamt geht die Zahl der jugendlichen Unfallopfer zwar zurück, eine direkte Verbindung mit Maßnahmen wie dem Probeführerschein oder der Mehrphasenausbildung könne man aber nicht herstellen, so Dietl. „Die Anzahl der Unfälle insgesamt sinkt, aber der Anteil der Unfälle, bei denen Jugendliche involviert waren, hat sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert.“

Bei einem Drittel aller Unfälle mit Personenschaden waren keine weiteren Verkehrsteilnehmer involviert. In den meisten Fällen kommt dabei ein Fahrzeug von der Straße ab, das sei ein „Hinweis auf nicht angepasste Geschwindigkeit“, so die Statistik. Mehr als jedes vierte Todesopfer ist bei einer Kollision mit einem anderen Fahrzeug ums Leben gekommen. Alarmierend ist die Anzahl der Lenker, die nicht angeschnallt waren. Fast die Hälfte aller getöteten Pkw-Insassen hatte den Gurt nicht angelegt. „Für nicht angeschnallte Personen ist die Gefahr, bei einem Unfall getötet zu werden acht mal so hoch wie für jene, die den Gurt verenden“, warnt Hackl abschließend.

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Christine Imlinger pressetext.austria

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