Seegüterumschlag erreicht 2003 mit fast 255 Mill. t einen Rekord

Nachdem sich in den beiden Vorjahren der Güterumschlag deutscher Seehäfen nur geringfügig erhöht hatte, gab es 2003 mit einer Zunahme um 3,4% wieder einen nennenswerten Anstieg der umgeschlagenen Gütermenge. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde dabei mit einem Güterumschlag von fast 255 Mill. t ein neuer Rekord erzielt. Damit hat in den letzten zehn Jahren die Menge der in deutschen Seehäfen umgeschlagenen Güter um insgesamt knapp 71 Mill. t oder ca. 38% zugenommen.

Am positivsten hat sich 2003 der Umschlag mit Containern entwickelt: Er erhöhte sich von 72,2 Mill. t im Jahr 2002 um 9,2% auf nunmehr 78,9 Mill. t. Der Anteil der Containerladungen am Gesamtumschlag liegt jetzt bei über 31%, vor zehn Jahren betrug er erst gut 19%.

Bei den Fahrtgebieten weisen Australien und Ozeanien 2003 mit einer Zunahme von knapp 30% gegenüber 2002 die größte Steigerung auf, gefolgt von Asien mit etwas über 11%, Mittel- und Südamerika mit gut 10% und Europa mit etwas über 3%. Verglichen mit 1999 erreicht Australien damit aber immer noch einen um gut 8% niedrigeren Seegüterumschlag, der Lateinamerikas liegt um etwa 5% höher als vor fünf Jahren, der Asiens um 43% und der Europas 13% höher.

Für einzelne Staaten zeigen sich allerdings stark gegenläufige Entwicklungen: So ist für das Vereinigte Königreich von 2002 auf 2003 ein Rückgang beim Seegüterumschlag von knapp 9% festzustellen, dagegen verzeichnet Russland eine Zunahme um gut 8%, Polen sogar um knapp 25%. Auch im Vergleich 1999 bis 2003 weisen diese beiden Staaten stark überdurchschnittliche Zuwächse auf, Polen um über 75%, Russland sogar um über 200%, während sich mit dem Vereinigten Königreich ein Rückgang um über 20% ergibt. Bezogen auf die ganze Welt hat sich der Güterumschlag deutscher Seehäfen 1999 bis 2003 um knapp 14% erhöht.

Differenziert nach Gütern sind die größten Zuwächse gegenüber 2002 bei den Düngemitteln (+ 12,8%) und den festen mineralischen Brennstoffen wie Stein- oder Braunkohle (+ 7,9%) festzustellen. Nennenswerte Rückgänge zeigen sich mit einem Minus von knapp 3% bei Eisen, Stahl und NE-Metallen und bei Steinen und Erden (einschließlich Baustoffen) mit einer Abnahme von 2%. Leicht rückläufig (– 0,5%) war auch der Seegüterumschlag mit Erdöl, Mineralölerzeugnissen und Gasen. Letztere stellen mit einem Anteil von gut 22% zwar immer noch die wichtigste Gütergruppe dar, vor fünf Jahren lag dieser Anteil aber noch bei knapp 27%. Seit 1999 hat sich der Umschlag von Düngemitteln um knapp 7% erhöht, der von Eisen, Stahl und NE-Metallen um gut 8%. Um knapp 9% rückläufig war dagegen der Seegüterumschlag von Steinen und Erden.

Wie schon in den Vorjahren nimmt Hamburg auch 2003 den absoluten Spitzenplatz unter den deutschen Seehäfen ein. Mit gut 93,6 Mill. t wird ein gutes Drittel aller Güter in diesem Hafen umgeschlagen. Die Zunahme gegenüber 2002 liegt mit fast 8% mehr als doppelt so hoch wie das durchschnittliche Wachstum und übertrifft auch das der Bremischen Häfen, die mit 42,5 Mill. t und einem Plus von 5% den zweiten Platz unter den deutschen Seehäfen belegen. Die dritte Stelle nimmt mit 39,4 Mill. t und einem Zuwachs von 1,6% Wilhelmshaven ein.

Tabelle: Seegüterumschlag 1993 – 2003 und Veränderung zum Vorjahr

Weitere Auskünfte gibt: Manfred Crezelius, Telefon: (0611) 75-2432, E-Mail: manfred.crezelius@destatis.de

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Manfred Crezelius Statistisches Bundesamt

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