Verbraucherpreise 2007: + 2,2% gegenüber 2006

Für die Beschleunigung der Preisentwicklung 2007 sind – neben der Erhöhung der Mehrwert- und Versicherungssteuer zu Beginn des Jahres – vor allem die Energiepreise verantwortlich. Energieprodukte (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) verteuerten sich 2007 um 3,9%.

Unter allen Energiepreisen stiegen die Preise für Strom am stärksten (+ 6,8%). Mineralölprodukte verteuerten sich 2007 gegenüber 2006 im Schnitt um 3,0% (davon Kraftstoffe: + 4,1%; leichtes Heizöl: – 1,2%).

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die jahresdurchschnittliche Teuerung 1,9% betragen.

Der deutliche Anstieg der Jahresteuerungsrate 2007 über die Zwei-Prozent-Marke ist seit der zweiten Jahreshälfte durch sukzessive Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln (+ 3,1% Jahresdurchschnitt 2007) geprägt, insbesondere für einzelne Milch-, Mehl- und Fettprodukte im zweistelligen Bereich (darunter Butter: + 19,1%; Mehl: + 15,4%; Speisequark: + 12,0% und Vollmilch: + 10,3%). Zusätzlich wirkte sich bereits seit April 2007 der Preisanstieg für das Bildungswesen auf die Teuerungsrate aus, vor allem wegen der Einführung der Studiengebühren in einigen Bundesländern. Auch die Preise für alkoholische Getränke und Tabakwaren (+ 3,1%) haben sich im Jahresdurchschnitt 2007 überdurchschnittlich entwickelt, dagegen erhöhten sich beispielsweise die Preise für langlebige Gebrauchsgüter (+ 0,9%), Bekleidung (+ 0,8%) sowie für Nachrichtenübermittlung (+ 0,2%) geringer als die Verbraucherpreise insgesamt.

Im Dezember 2007 stieg der Verbraucherpreisindex gegenüber Dezember 2006 um 2,8%. Seit September hat die Teuerungsrate die Zwei-Prozent-Marke überschritten. Im November wurde der Jahreshöchstwert mit einem Plus von 3,1% erreicht, im Dezember hat sich der Preisanstieg wieder etwas abgeschwächt (+ 2,8%). Im Vergleich zum Vormonat erhöhte sich der Index im Dezember um 0,5%.

Im Jahresvergleich wirkte im Dezember 2007- wie in den Vormonaten – die Energie preistreibend, trotz zuletzt wieder rückläufiger Preise für Mineralölprodukte (darunter Kraftstoffe: + 11,9% gegenüber Dezember 2006 und – 5,4% gegenüber November 2007). Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung für Energieprodukte (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) hätte die Teuerungsrate im Dezember 2007 nur bei 2,2% gelegen. Mineralölprodukte verteuerten sich um 14,5% (darunter leichtes Heizöl: + 25,1%). Auch die Strompreise erhöhten sich im Dezember 2007 mit 8,2% überdurchschnittlich gegenüber dem Vorjahr, dagegen sanken die Gaspreise um 2,4%.

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im Dezember 2007 gegenüber Dezember 2006 im Schnitt um 6,0%. Erheblich teurer waren – wie in den letzten Monaten – vor allem Speisefette und -öle (+ 25,5%; darunter Butter: + 44,9%) sowie Milchprodukte und Eier (+ 17,3%; darunter Speisequark: + 37,8%). Auch die Preise für Brot- und Getreideerzeugnisse blieben deutlich über denen des Vorjahres (+ 6,0%; darunter Mehl: + 27,6%). Dagegen stiegen unter anderem die Preise für Nachrichtenübermittlung (+ 0,8%) und Bekleidung (+ 0,1%) in deutlich geringerem Umfang als die Verbraucherpreise insgesamt.

Der deutliche Anstieg des Preisindex von November auf Dezember
2007 um 0,5% resultiert in erster Linie aus saisonbedingten
Preisentwicklungen: Neben den Preiserhöhungen für einige Obst- und Gemüsesorten (darunter Weintrauben: + 16,0% und Kopfsalat: + 13,1%) sind insbesondere übliche Teuerungen – auf Grund der Saisonhöhepunkte Weihnachten und Silvester – für Pauschalreisen (+ 32,5% zum November 2007) und Beherbergungsdienstleistungen (+ 20,8%) hervorzuheben. Auch die Flugpreise verteuerten sich saisonbedingt zum Ende des Jahres im Schnitt um 6,7%, die Bahnpreise stiegen auf Grund der Tarifpreisänderungen im Schnitt um 3,6% gegenüber dem Vormonat.

Verbraucherfreundlich entwickelten sich dagegen binnen Monatsfrist vor allem die Kraftstoffpreise (- 5,4%; darunter Superbenzin: – 5,9%). Auch im Bereich Bekleidung und Schuhe gab es binnen Monatsfrist erste Preisrückgänge (- 1,0%) wegen des bevorstehenden Saisonwechsels von der Winter- auf die Frühjahrskollektion.

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland ist im Jahresdurchschnitt 2007 um 2,3% gestiegen. Im Dezember 2007 gegenüber Dezember 2006 erhöhte sich der harmonisierte Verbraucherpreisindex um 3,1%. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Index um 0,7%.

Die Schätzungen vom 28. Dezember 2007 sowohl für den Verbraucherpreisindex als auch für den harmonisierten Verbraucherpreisindex wurden damit bestätigt.

Detaillierte Informationen zur Verbraucherpreisstatistik bietet die Fachserie 17, Reihe 7, die im Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de/publikationen, Suchwort „Verbraucherpreisindex“ kostenlos erhältlich ist. Eine methodische Kurzbeschreibung bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Hinweis:
Der Verbraucherpreisindex wird in fünfjährigem Abstand einer turnusmäßigen Überarbeitung unterzogen. Ab Berichtsmonat Januar 2008 erfolgt die Umstellung von der bisherigen Basis 2000 auf das Basisjahr 2005. Damit verbunden ist eine Neuberechnung der Ergebnisse ab Januar 2005.
Bitte merken Sie sich folgende Veröffentlichungstermine vor:
31. Januar 2008 Erste Schätzung für Januar 2008 mit dem neuen Basisjahr 2005
29. Februar 2008 Endgültiges Ergebnis für Januar 2008
Vorläufiges Ergebnis für Februar 2008
Neu berechnete Ergebnisse ab Januar 2005
Im Mittelpunkt der Überarbeitung des Verbraucherpreisindex steht die Aktualisierung des Wägungsschemas für die Waren und Dienstleistungen mit Hilfe neuer Daten über die Verbrauchsgewohnheiten der privaten Haushalte. Das neue Wägungsschema bezieht sich auf das Jahr 2005 und bleibt bis zur nächsten turnusmäßigen Überarbeitung konstant. Im Gegensatz dazu wird die Auswahl der Waren und Dienstleistungen, deren Preise für die Indexberechnung erhoben werden („Warenkorb“) laufend angepasst. Auf diese Weise wird das aktuelle Güterangebot berücksichtigt.

Weitere Informationen und Erläuterungen zur Indexreform werden sukzessive in das Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes aufgenommen (www.destatis.de, Pfad: Preise).

Ansprechpartner für Medien

Statistisches Bundesamt

Weitere Informationen:

http://www.destatis.de

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