Durchschnittliche Haushaltsgröße sinkt auch zukünftig

In Berlin lebt bereits jetzt in über 50% der Haushalte nur eine Person, 2020 dürften auch in Hamburg und Bremen mehr als die Hälfte der Haushalte Einpersonenhaushalte sein. Eine Zunahme des Anteils der Einpersonenhaushalte wird auch für alle anderen Länder erwartet. In den Flächenländern werden 2020 zwischen 37% und 42% aller Haushalte aus nur einer Person bestehen, zurzeit sind es 35% bis 41%.

Auch der Anteil der Zweipersonenhaushalte wird in den Flächenländern noch zunehmen, in den Stadtstaaten dürfte deren Anteil dagegen konstant bleiben. Der Anteil der Haushalte mit drei und mehr Personen wird in allen Ländern sinken. In den alten Flächenländern bestehen heute noch 29% aller Haushalte aus mindestens drei Personen, 2020 werden es voraussichtlich nur noch 24% sein. In den neuen Ländern wird der Anteil dieser Haushalte von 25% auf 21% und in den Stadtstaaten von 19% auf 16% zurückgehen. Dabei wird der Anteil der Haushalte mit drei Personen in den alten und neuen Flächenländern vergleichbar hoch liegen (12% beziehungsweise 13%). Haushalte mit vier und mehr Personen werden in den alten Flächenländern (13%) dagegen deutlich häufiger anzutreffen sein als in den neuen Ländern (8%).

Zu dieser Entwicklung wird es voraussichtlich kommen, weil die immer noch höhere Lebenserwartung der Frauen und die schneller als bei den Frauen steigende Lebenserwartung der Männer zu einer Zunahme der Ein- und Zweipersonenhaushalte im Seniorenalter führen dürfte. Die niedrige Geburtenhäufigkeit, die Zunahme der Partnerschaften mit getrennter Haushaltsführung und die hohe berufliche Mobilität dürften auch bei der Bevölkerung im jüngeren und mittleren Alter für kleinere Haushalte sorgen.

Mit der Verkleinerung der Haushalte wird es in den meisten Ländern zu einer Zunahme der Zahl der Haushalte kommen. Besonders stark wird diese Zunahme voraussichtlich in Hamburg (+ 7% gegenüber 2007) sowie Baden-Württemberg und Bayern (jeweils + 6%) ausfallen, wo bis 2020 auch die Bevölkerungszahl steigen oder zumindest stagnieren dürfte.

Im Saarland sowie in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird die Haushaltszahl dagegen abnehmen, weil die Zunahme kleinerer Haushalte den erwarteten Bevölkerungsrückgang nicht ausgleicht. In den anderen Bundesländern nimmt zwar die Bevölkerung ebenfalls ab, aber in schwächerem Maße, und die Tendenz zu kleineren Haushalten bewirkt hier insgesamt eine Steigerung der Zahl der Haushalte.

Die dargestellten Ergebnisse beziehen sich auf die Trendvariante der Haushaltsvorausberechnung. In der Trendvariante werden die

mittel- bis langfristigen Veränderungen in der Verteilung der Bevölkerung nach Haushalten unterschiedlicher Größe fortgeschrieben.

Daneben wurde auch eine Status-Quo-Variante berechnet, in der die Ausgangsverhältnisse im Haushaltsbildungsverhalten konstant gehalten wurden. Beide Varianten spiegeln die Auswirkungen der künftigen Bevölkerungsentwicklung auf die Haushaltszahl und -struktur wider.

Künftige Veränderungen in der Struktur der Haushalte werden jedoch nur in der Trendvariante abgebildet. Sie berücksichtigt implizit die Verhaltensänderungen der Bevölkerung bei der Bildung der Privathaushalte und stellt somit ein umfassenderes Zukunftsmodell dar.

Eine ausführliche Darstellung der künftigen Entwicklung der Haushalte und der Bevölkerung in Deutschland und den Ländern enthält die Veröffentlichung „Demografischer Wandel, Heft 1, Bevölkerungs- und Haushaltsvorausberechnungen“ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Sie ist im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de, Pfad: Themen –> Bevölkerung –> Vorausberechnungen Haushalte oder bei den Statistischen Landesämtern zu beziehen.

Weitere Auskünfte gibt:
Reinhold Zahn,
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