11,6% mehr Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2009

Auch die Zahl der Insolvenzen von Verbrauchern nahm zu. 2009 haben 101 102 Personen eine Verbraucherinsolvenz beantragt, das waren 3,0% mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2008 waren die Verbraucherinsolvenzen zum ersten Mal seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 zurückgegangen (– 7,1% gegenüber 2007).

Die Insolvenzen von Personen, die früher einer selbstständigen Tätigkeit nachgegangen sind, lagen mit 24 634 Fällen um 3,0% über dem Vorjahresniveau. Für diesen Personenkreis gilt wie für die Verbraucher die Möglichkeit der Restschuldbefreiung und der Stundung der Verfahrenskosten.

Die Gesamtzahl aller Insolvenzen einschließlich der 2 808 Nachlassinsolvenzen und der 1 676 Insolvenzen von natürlichen Personen, die als Gesellschafter größerer Unternehmen von einer Insolvenz betroffen waren, belief sich im Jahr 2009 auf 162 907 (+ 5,0% gegenüber 2008).

Die Gerichte bezifferten die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger im Jahr 2009 auf rund 85,0 Milliarden Euro. Dies war die bisher höchste Forderungssumme und ist auf die Insolvenzen einiger wirtschaftlich bedeutender Unternehmen zurückzuführen. Im Jahr 2008 beliefen sich die Forderungen auf 33,5 Milliarden Euro.

Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages waren 2009 bei den insolventen Unternehmen 250 813 Personen beschäftigt. Im Vorjahr waren 121 675 Arbeitnehmer von Insolvenzen betroffen. Allerdings konnten die Gerichte in beiden Jahren bei etwa 16% der insolventen Unternehmen keine Angaben über die Zahl der betroffenen Beschäftigten machen.

Im Dezember 2009 wurden 2 583 Insolvenzen von Unternehmen (+ 15,5%) und 8 656 Insolvenzen von Verbrauchern gemeldet (+ 6,5%). Insgesamt registrierten die Gerichte 13 586 Insolvenzen, das waren 8,1% mehr als im Dezember 2008.

Detaillierte Informationen über die Insolvenzverfahren können kostenfrei über die Tabellen Insolvenzen Unternehmen (52411-0004) und Insolvenzen übrige Schuldner (52411-0009) in der GENESIS-Online Datenbank abgerufen werden.

Weitere Ergebnisse und methodische Hinweise finden Sie in der Fachserie 2, Reihe 4.1, die kostenlos im Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes abrufbar ist.

Weitere Auskünfte gibt:
Michael Ziebach,
Telefon: +49 611 75 2811,
E-Mail: gewerbeanzeigen-insolvenzen@destatis.de

Ansprechpartner für Medien

Michael Ziebach Statistisches Bundesamt

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