Hochschulabsolventen europaweit im Blick – Auftaktworkshop zum EU-Projekt EUROGRADUATE

„Eine Studie, die verlässliche und vergleichbare Informationen zu den Absolvent(inn)en der europäischen Hochschulen liefert, wäre für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft von hoher Relevanz“, sagt Projektleiter Dr. Kai Mühleck. Doch solche Daten existieren bislang nicht.

In der Hochschulforschung herrscht mit Blick auf die Graduierten in der EU auch fast 15 Jahre nach der Bologna-Erklärung Kleinstaaterei. Diesen Zustand wollen Mühleck und seine Kolleg(inn)en beenden. Gemeinsam mit dem Institut für Höhere Studien (Wien), dem Education Policy Centre der Prager Karls-Universität sowie der European Students‘ Union loten die Forscher(inn)en des DZHW daher im Auftrag der EU-Kommission Möglichkeiten für eine europaweite Absolvent(inn)enstudie aus: „Wir wollen aufzeigen, wie eine solche Studie aussehen könnte“, so Mühleck.

Auf einem Auftaktworkshop, der am 21. und 22. November im Hannover stattfand, haben die Forscher(innen) die Aufgaben von EUROGRADUATE für die nächsten zwei Jahre abgesteckt. Vor einer Befragung der Absolvent(inn)en europäischer Hochschulen, müssen die folgenden Fragen geklärt werden:

1.Welche Informationen müsste eine europäische Absolvent(inn)enstudie in den Augen von Politik, Hochschulen und Forschung liefern?
2.Was können vorhandene Datenquellen schon leisten und wo bestehen Informationslücken?
3.Wie werden Graduierte derzeit in den verschiedenen Ländern untersucht? Lässt sich an vorhandene Strukturen und Traditionen anknüpfen?

4.Wie könnte eine solche Studie aufgebaut und nachhaltig finanziert werden?

Die Forscher(innen) werden durch einen wissenschaftlichen Beirat aus international renommierten Hochschulforscher(inne)n in ihrer Arbeit unterstützt. Einen weiterer Beirat aus europäischen Interessensorganisationen, dem unter anderem die Dachorganisationen der europäischen Hochschulen EUA und EURASHE angehören, bringen die Interessen von Politik und Praxis in das Forschungsprojekt ein.

EUROGRADUATE kommen die langjährigen Erfahrungen des DZHW in der international vergleichenden Hochschulforschung zu Gute. Seit 1996 erforscht das DZHW mit dem Projekt EUROSTUDENT die sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Studiums in Europa – mittlerweile in über 25 europäischen Ländern. Die Studie umfasst Fragen zum Hochschulzugang, zur Finanzierung und zur zeitlichen Einteilung des Studiums sowie zur Auslandsmobilität. Auf Grund dieser einmaligen Expertise ist EUROSTUDENT seit 2007 offizieller Datenlieferant für das Monitoring des Bologna-Prozesses. „Ich hoffe, dass EUROGRADUATE in einigen Jahren ebenso verlässlich Forschungsdaten liefern kann wie EUROSTUDENT. Bis dahin ist es sicher noch ein weiter Weg, aber mit dem Auftakt zur Machbarkeitsstudie könnte ein Grundstein dafür gelegt sein“, zeigt sich Mühleck zuversichtlich. (ad)

Nähere Informationen:
Dr. Kai Mühleck, Tel.: 0511 1220 456, E-Mail: muehleck@dzw.eu
Dr. Kristina Hauschildt, Tel.: 0511 1220 493, E-Mail: hauschildt@dzhw.eu
Pressekontakt:
Dr. André Donk, Tel.: 0511 1220 384, E-Mail: donk@dzhw.eu
Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW GmbH) mit Sitz in Hannover ist am 1. September 2013 durch Ausgründung aus dem HIS-Institut für Hochschulforschung (HIS-HF) der HIS Hochschul-Informations-System GmbH hervorgegangen. Es ist eine von Bund und Ländern geförderte Einrichtung, die wissenschaftliche Analysen und forschungsbasierte Dienstleistungen im Bereich des Hochschulwesens erbringt.
Weitere Informationen:
http://www.dzhw.eu/presse/news/ganze_pm?pm_nr=1289

Media Contact

Dr. André Donk idw

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