44. Jülicher IFF-Ferienschule „Quanteninformationsverarbeitung“ mit Teilnehmern aus 30 Ländern startet

Am Montag, 25. Februar, beginnt am Forschungszentrum Jülich die 44. „IFF-Ferienschule“ mit 275 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem In- und Ausland.

Der zweiwöchige, jeden Frühling von wechselnden Jülicher Instituten ausgerichtete Kompaktkurs bietet Studierenden und Nachwuchsforschern in diesem Jahr erstmals einen umfassenden Einblick in die Physik der Quanteninformationsverarbeitung. Neben Jülicher Experten konnten zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler renommierter deutscher und internationaler Forschungseinrichtungen und Unternehmen für Vorträge gewonnen werden.

Quanteninformationsverarbeitung bezeichnet eine Informationsverarbeitung und Datenübertragung, die nicht auf den Gesetzen der klassischen Physik basiert, sondern auf denen der Quantenmechanik. Dadurch sollen neue Funktionalitäten möglich werden: Quantenkryptographie etwa soll die abhörsichere Übertragung verschlüsselter Nachrichten ermöglichen, und Quantencomputer sollen bestimmte Rechenaufgaben wesentlich schneller lösen als herkömmliche Rechner.

Daten müssen dazu in Form sogenannter „Quantenbits“ anstelle klassischer Bits codiert werden, zum Beispiel in einzelnen Atomen, Ionen, Elektronen oder Photonen. Sie können nicht nur die klassischen Binärdaten Null und Eins darstellen, sondern auch jede beliebige Information dazwischen. Außerdem können sie miteinander korrespondieren – Physiker nennen dies „Kopplung“. Dadurch können viele Rechenschritte gleichzeitig statt nacheinander durchgeführt werden.

„Die größte technische Herausforderung besteht derzeit darin, die Zerstörung der quantenmechanischen Kopplungen durch unvermeidbare Wechselwirkungen mit der Umgebung zu überwinden“, erläutert Prof. David DiVincenzo, Direktor am Jülicher Peter Grünberg Institut sowie am Institute for Advanced Simulation und Ausrichter der Ferienschule. „Nach intensiver Forschung in den letzten Jahren gibt es mittlerweile jedoch vielversprechende Ansätze, Quantencomputer zu realisieren.“ Mit Kolleginnen und Kollegen am Forschungszentrum sowie an der RWTH Aachen erforscht der theoretische Physiker unter dem Dach der Jülich Aachen Research Alliance JARA verschiedene Konzepte und Materialien, die dies möglich machen sollen. Ein Schwerpunkt ist die Realisierung von Quantenbits in Halbleitermaterialien.

Die 44. IFF-Ferienschule bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in etwa 45 Stunden Vorlesung einen umfassenden Überblick über die physikalischen Grundlagen der Quanteninformationsverarbeitung, die wichtigsten aktuellen Entwicklungen sowie die Perspektiven. 19 Vortragende aus Forschungsinstitutionen und Unternehmen in Europa, den USA und Australien, darunter etwa die US-Universität Harvard oder die Firma IBM, leisten dazu einen Beitrag. Campustouren ergänzen das Programm und ermöglichen den Nachwuchsforschern, die involvierten Labors sowie Einrichtungen für die Simulation mit Supercomputern kennenzulernen.

Ein Gruppenfoto der Teilnehmer und Organisatoren der IFF-Ferienschule 2013 wird im Laufe der Veranstaltung erstellt und hier veröffentlicht.

Weitere Informationen:
Forschungszentrum Jülich:
www.fz-juelich.de

Programm der 44. IFF-Ferienschule (auf Englisch):
www.iff-springschool.de

Ausrichtendes Institut:
Institut „Theoretische Nanoelektronik“ (PGI-2 / IAS-3):
www.fz-juelich.de/pgi/pgi-2/DE/

Ansprechpartner:
Michael Beißel, Forschungszentrum Jülich,
Tel. 02461 61-1739, E-Mail: m.beissel@fz-juelich.de

Pressekontakt:
Erhard Zeiss, Forschungszentrum Jülich,
Tel.: 02461 61-1841, E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de

Media Contact

Erhard Zeiss Forschungszentrum Jülich

Weitere Informationen:

http://www.fz-juelich.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Ordnung in der Unordnung

Dichtefluktuationen in amorphem Silizium entdeckt Erstmals hat ein Team am HZB mit Röntgen- und Neutronenstreuung an BESSY II und BER II in amorphem Silizium mit einer Auflösung von 0.8 Nanometern…

Das Protein-Kleid einer Nervenzelle

Wo in einer Nervenzelle befindet sich ein bestimmter Rezeptor? Ohne Antwort auf diese Frage ist es fast unmöglich, Rückschlüsse über die Funktion dieses Proteins zu ziehen. Zwei Wissenschaftlerinnen am Max-Planck-Institut…

40 Jahre alter Katalysator birgt Überraschungen für die Wissenschaft

Wirkmechanismus des industriellen Katalysators Titansilikalit-1 basiert auf Titan-Paaren/Entdeckung wegweisend für die Katalysatorentwicklung Der Katalysator “Titansilikalit-1“ (TS-1) ist nicht neu: Schon vor fast 40 Jahren wurde er entwickelt und seine Fähigkeit…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close