INM unter den 21 deutschen Ausstellern auf der nano tech 2014 in Japan

Vom 29. bis 31. Januar zeigt es im German Pavilion seine Kompetenz zu nanotechnologischen Beschichtungen mit besonderen Eigenschaften. Dazu zählen antimikrobielle Beschichtungen, transparente und leitfähige Schichten, der Druck elektronischer Leiterbahnen im Mikro- und Nanometermetermaßstab, oder Beschichtungen, die den Wirkungsrad von Solarzellen erhöhen. In Form von Exponaten erklärt das INM auch Entwicklungen, bei denen sich die Haftung auf Oberflächen an- und ausschalten lässt.

Schaltbares Haftprinzip für rückstandloses Greifen im Vakuum
Automobil-, Halbleiter- und Displaytechnologie sowie Hersteller komplizierter Linsensysteme verwenden für ihre Waren Bauteile mit hochempfindlichen Oberflächen. Während des Produktionsprozesses werden solche Teile in vielen Verfahrensschritten hin- und hertransportiert. Jedes An- und Abheben über herkömmliche Greifsysteme birgt das Risiko von anhaftenden Rückständen oder Beschädigungen solcher Oberflächen. Saugnapfsysteme vermindern Rückstände, versagen jedoch im Vakuum ihren Dienst. Die Forscher am INM haben das Gecko-Haftprinzip nun so weiterentwickelt, dass sie es auch im Vakuum an- und ausschalten können.
Glasartige Diffusionssperre für biegsame CIGS-Solarzellen zum Aufsprühen
Die Forscher entwickelten für biegsame CIGS-Solarzellen eine Barriereschicht, die den Metallträger von der Absorberschicht trennt und somit den Wirkungsgrad der metallbasierten Solarzellen erhöht. Sie kann nun nasschemisch über Sprühverfahren auf biegsame und starre Substrate beliebiger Form aufgebracht werden.
Gedruckte transparente leitfähige Metalloxidschichten auf Folie
Üblicherweise werden TCOs auf festen Substraten über Vakuumbeschichtung, wie zum Beispiel Sputtern, hergestellt. Mit speziellen TCO Tinten können sie auch auf flexiblen Substraten, wie zum Beispiel auf Kunststofffolien, aufgebracht werden. Hierzu verwenden die Entwickler am INM TCO Tinten, die TCO Nanopartikel enthalten und über nasschemische Prozesse hergestellt werden. Diese Methode ermöglicht nicht nur die Aufbringung auf Kunststoffen und Folien, sondern erstmals auch den Direktdruck von transparenten Leiterstrukturen.
Photometallisierung: Elektronische Leiterbahnen unterschiedlicher Größe im Einschritt-Verfahren

Elektronische Leiterbahnen bestimmen die Funktionsfähigkeit vieler Geräte und Instrumente, wie zum Beispiel in TFT-Bildschirmen von Displays und Touch-Screens oder bei Transpondern von RFID-Systemen. Hierin wechseln Strukturen mit großen Leiterbahnen mehrerer Millimeter mit kleinsten Strukturen einiger Mikro- oder Nanometer. Bisher wurden diese Leiterbahnen in unterschiedlichen Produktionsstufen hergestellt. Die Forscher am INM haben nun ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sie makroskopische und mikroskopische Leiterbahnen in einem einzigen Produktionsschritt erzeugen können.

Antimikrobielle Beschichtungen mit Langzeitwirkung
In Krankenhäusern, Küchen und Sanitärbereichen, in Klima- und Lüftungsanlagen, bei der Verarbeitung von Lebensmitteln und bei der Herstellung von Verpackungsmaterial sind Hygiene und keimfreies Arbeiten besonders wichtig. In diesen Bereichen gefährden Bakterien und Pilze die Gesundheit von Verbrauchern und Patienten. Forscher des INM haben nun antimikrobielle Beschichtungen sowohl mit Silber-, als auch mit Kupferkolloiden hergestellt, die Keime zuverlässig und langfristig abtöten und gleichzeitig das Einnisten von Keimen verhindern.
Ihre Experten am INM:
Dr. Peter William de Oliveira
INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien
Leiter Optische Materialien
Tel: 0681-9300-148
peter.oliveira@inm-gmbh.de
Dr. Carsten Becker-Willinger
INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien
Leiter Nanomere
Tel: 0681-9300-196
carsten.becker-willinger@inm-gmbh.de
Dr. Elmar Kroner
INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien
Stellvertretender Leiter Funktionelle Oberflächen
Tel: 0681-9300-369
elmar.kroner@inm-gmbh.de
Das INM erforscht und entwickelt Materialien – für heute, morgen und übermorgen. Chemiker, Physiker, Biologen, Material- und Ingenieurwissenschaftler prägen die Arbeit am INM. Vom Molekül bis zur Pilotfertigung richten die Forscher ihren Blick auf drei wesentliche Fragen: Welche Materialeigenschaften sind neu, wie untersucht man sie und wie kann man sie zukünftig für industrielle und lebensnahe Anwendungen nutzen? Dabei bestimmen vier Leitthemen die aktuellen Entwicklungen am INM: Neue Materialien für Energieanwendungen, Neue Konzepte für Implantatoberflächen, Neue Oberflächen für tribologische Anwendungen sowie Nanosicherheit. Die Forschung am INM gliedert sich in die drei Felder Chemische Nanotechnologie, Grenzflächenmaterialien und Materialien in der Biologie. Das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien mit Sitz in Saarbrücken ist ein internationales Zentrum für Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt für Unternehmen in aller Welt. Das INM ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und beschäftigt rund 190 Mitarbeiter.

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