CeBIT 2008: Fraunhofer IESE präsentiert Software Engineering für Nutzfahrzeuge

Als Beispiel dient am Stand der Fraunhofer-Gesellschaft in Halle 9, Stand B38 ein Modellbagger, mit dem die Messebesucher selbst in Aktion treten können und der Systementwurf und -analyse für die Softwarekomponenten zur Realisierung komplexer Funktionen anschaulich demonstriert.

So kann der Aktionsradius des Baggers per Software so eingestellt werden, dass der Ausleger nur im vorgegebenen Arbeitsbereich bewegt werden kann. Derartige Sicherheitssysteme sind gerade bei der Komplexität moderner Nutzfahrzeuge nur mit Software realisierbar und betreffen vielfach auch sicherheitskritische Komponenten wie z.B. die Bremsen.

Moderne Nutzfahrzeuge, d.h. LKW, Busse, Land- und Baumaschinen sind rollende High-Tech-Produkte, in denen die Software in den elektronischen Steuergeräten komplexe Regelungen, komfortable Steuerungen und die Fahrzeugsicherheit erst möglich macht. „Kleine Stückzahlen, hoher Variantenreichtum und anspruchsvolle Mechatronik erfordern im Nutzfahrzeug ein effizientes Vorgehen bei der Entwicklung, welches dazu ein nachweisbar höchst zuverlässiges Produkt liefert“, erläutert IESE-Projektleiter Ralf Kalmar. „Die Anforderungen sind hier höher als beim PKW.“ Dabei ist die Abhängigkeit von Software auf den ersten Blick nicht sichtbar: Die Programme arbeiten ohne Zutun des Fahrers unbemerkt und zuverlässig, verteilt auf oft mehrere Dutzend Kleinstrechner.

Für den Entwurf und die Qualitätssicherung komplexer mechatronischer Systeme mit eingebetteter Software entwickelt das Fraunhofer IESE im Rahmen des Fraunhofer-Innovationsclusters „Digitale Nutzfahrzeugtechnik“ neue Prüfverfahren und optimierte Entwicklungsmethoden. Das Institut erarbeitet insbesondere Methoden und Prozessmodelle, mit denen auch in Zukunft bei immer komplexeren Softwarestrukturen Nutzfahrzeuge verschiedenster Varianten nach Kundenwünschen gebaut werden können. Dabei gehen die Anforderungen aktueller Sicherheitsstandards ebenso ein wie Betrachtungen zur Systemarchitektur und Aspekte der Qualitätssicherung.

Der Fraunhofer-Innovationscluster „Digitale Nutzfahrzeugtechnik“ unter der Leitung des Fraunhofer ITWM und Fraunhofer IESE wird von der Fraunhofer-Gesellschaft, dem Land Rheinland-Pfalz und der Europäischen Union gefördert.

Ansprechpartner:
Dr. rer. nat. Frank Seelisch
Phone +49 (631) 6800 1002
Fax +49 631 6800-1099
frank.seelisch@iese.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Fraunhofer-Platz 1
67663 Kaiserslautern
Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Das Fraunhofer IESE gehört zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Software- und Systementwicklung. Die Produkte unserer Kooperationspartner werden wesentlich durch Software bestimmt. Die Spanne reicht von Automobil- und Transportsystemen, Telekommunikationseinrichtungen und Telematikanlagen über Informationssysteme und medizintechnische Geräte bis hin zu Softwaresystemen für den öffentlichen Sektor. Unsere Lösungen sind flexibel skalierbar. Damit sind wir der kompetente Technologiepartner für Firmen jeder Größe – vom Kleinunternehmen bis zum Großkonzern.

Unter der Leitung von Prof. Dieter Rombach und Prof. Peter Liggesmeyer tragen wir seit über einem Jahrzehnt maßgeblich zur Stärkung des aufstrebenden IT-Standorts Kaiserslautern bei. Im Fraunhofer-Verbund für Informations- und Kommunikationstechnik engagieren wir uns gemeinsam mit weiteren Fraunhofer-Instituten für richtungsweisende Schlüsseltechnologien von morgen.

Das Fraunhofer IESE ist eines von 56 Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft. Zusammen gestalten wir die angewandte Forschung in Europa wesentlich mit und tragen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei. Das Institut ist offiziell „Ausgewählter Ort 2008“ der bundesweiten Initiative „Deutschland – Land der Ideen“.

Ansprechpartner für Medien

Patrick Leibbrand Fraunhofer IESE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2008

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Diamanten brauchen Spannung

Diamanten faszinieren – nicht nur als Schmucksteine mit brillanten Farben, sondern auch wegen der extremen Härte des Materials. Wie genau diese besondere Variante des Kohlenstoffs tief in der Erde unter…

Die Entstehung erdähnlicher Planeten unter der Lupe

Innerhalb einer internationalen Zusammenarbeit haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ein neues Instrument namens MATISSE eingesetzt, das nun Hinweise auf einen Wirbel am inneren Rand einer planetenbildenden Scheibe…

Getreidelagerung: Naturstoffe wirksamer als chemische Insektizide

Senckenberg-Wissenschaftler Thomas Schmitt hat die Wirksamkeit von Kieselerde und einem parasitischen Pilz als Schutz vor Schadinsekten an Getreide im Vergleich zu einem chemischen Insektizid untersucht. Gemeinsam mit Kollegen aus Pakistan…

Partner & Förderer

Indem Sie die Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. mehr Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind so eingestellt, dass sie "Cookies zulassen", um Ihnen das bestmögliche Surferlebnis zu bieten. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, ohne Ihre Cookie-Einstellungen zu ändern, oder wenn Sie unten auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

schließen