Erfurter Griffigkeitsprognoseverfahren auf Hannover-Messe

Mit einem zum Patent angemeldeten Prognoseverfahren für den Straßenbau ist die FH Erfurt in Hannover im „Forschungsland Thüringen“ präsent.

Nicht nur die Qualität der Autoreifen ist im Straßenverkehr wichtig, sondern auch der Straßenbelag aus Beton oder zumeist aus Asphalt. Erfurter Straßenbauer vom Fachbereich Bauingenieurwesen der FH Erfurt haben in einem Forschungsprojekt zum Verschleiß der Fahrbahnoberfläche objektive Methoden zur Einschätzung der Griffigkeit des Straßenbelags entwickelt. Ziel ist es dabei, eine Prognose über die künftige Griffigkeitsentwicklung einer unter Verkehr liegenden Straßenoberfläche wie z.B. einer Bundesautobahn ab zu geben. Das Projekt „Entwicklung eines Verfahrens zur Prognostizierung der Griffigkeit von Straßenoberflächen“ wird im Rahmen des Hochschul- und Wissenschaftsprogramms zu je 50 Prozent von Bund und Land gefördert.
Mit einem rund 400 kg schweren Exponat reist Prof. Dr. Elk Richter (Professur für Straßenbau) zur Hannover-Messe 2002. Das unter seiner Leitung mit Dipl.-Ing. (FH) Frank Liedloff entwickelte und per Schutzrechtsanmeldung in Form eines Patentes angemeldete Verfahren hat die Bezeichnung „Erfurter Griffigkeitsprognoseverfahren für Straßenoberflächen“. Zu sehen ist das Projekt vom 15. bis 20. April am Stand 015 „Forschungsland Thüringen“ in Halle 18 der Hannover-Messe. Es basiert auf vier Diplomarbeiten, die am Fachbereich Bauingenieurwesen erstellt wurden. Es ermöglicht den Herstellerfirmen von Straßenbelägen erstmals eine Testung der speziellen Materialgemische, die vor Ort zum Einsatz gebracht werden sollen.
Im Prognoseverfahren werden im Labor hergestellte oder aus der Straße entnommene Bohrkerne poliert, um deren Abnutzung/ Veränderung der Griffigkeit zu simulieren. Der Poliervorgang erfolgt mit einem speziell angefertigten Polierrad (Sonderanfertigung der Firma Continental). Die Messung der Griffigkeit erfolgt mit dem bekannten SRT- Pendelgerät, mit dem auch auf der Straße gemessen wird. Dadurch ist die Herstellung eines direkten Zusammenhangs der Griffigkeitsentwicklung zwischen Labor und Straße möglich.

Gebaut wurde die von Frank Liedloff entwickelte Poliereinheit in der FH- eigenen Zentralwerkstatt für Lehre und Forschung, Mechaniker Gerd Tröstrum hat den wesentlichen Anteil an der Realisierung. Das neu entwickelte Gerät besteht aus Poliereinheit, rechnergestützter Steuereinheit und einem SRT Gerät.

Hintergrund: Anfang 2001 wurde die Griffigkeit als Abnahme- und Gewährleistungskriterium im Straßenbau festgelegt. Das heißt, dass bei der Bauabnahme und bei der Entlassung aus der Gewährleistung die Griffigkeit der betreffenden Straßenabschnitte ermittelt werden. Auf Grund dieser Messdaten wird dann über die Abnahme sowie die Entlassung aus der Gewährleistung entschieden. Aber auch für den Auftraggeber und späteren Betreiber einer Straße gilt dieser Grenzwert, bei dessen Unterschreitung bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Griffigkeit notwendig würden.

Kontakt: Prof. Dr. Elk Richter, Tel. 6700-950/-905), Mail über dekanatb@fbbau.fh-erfurt.de

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Roland Hahn idw

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