TU Darmstadt mit fünf Projekten auf der CeBIT

Auf der diesjährigen CeBIT vom 13. bis 20. März 2002 ist die TU Darmstadt mit fünf Projekten auf dem Gemeinschaftsstand der hessischen Hochschulen in Halle 11, Stand F14, vertreten

PRIMA: Privacy Management Architecture
Fortgeschrittene Datenschutztechniken für Internetdienste

Die Sorge der Benutzer über mangelnden Datenschutz und Verlust der Privatsphäre sind laut Meinungsumfragen das Haupthindernis für die Akzeptanz von E-Commerce-Diensten. Die Datenschutzrichtlinie der EU gibt dem Benutzer das Recht zu erfahren, welche Daten ein Dienstbetreiber über ihn gespeichert hat. Außerdem kann er berechtigte Korrekturen oder die Löschung seiner Daten veranlassen.
Die heutige Technologie bietet dem Benutzer dabei allerdings kaum Unterstützung. Im Projekt PRIMA erforscht das IT Transfer Office (ITO) in Kooperation mit der T-Systems Nova GmbH daher neue Methoden und Technologien zur Unterstützung des Datenschutzes. Ziel ist es, durch technische Maßnahmen die bestehende Infrastruktur zu erweitern und so dem Benutzer die Möglichkeit zu geben, seine Datenschutzpolitik aktiv zu gestalten und somit seine Datenschutzinteressen besser durchzusetzen. Dabei sollen diese Maßnahmen weder für den Benutzer noch für den Dienstbetreiber einen unvertretbaren Zusatzaufwand bedeuten.

Kontakt: Prof. Dr. Alejandro Buchmann, buchmann@ito.tu-darmstadt.de, TUD, IT Transfer Office (ITO), Wilhelminenstraße 7, 64283 Darmstadt, Tel. 06151/16-6217, www.ito.tu-darmstadt.de

Risk Communication Platform RiskCOMM: Portfolios pflegen und verwalten

Ziel der Community ist es, das Risikobewusstsein für Wertpapier-Investitionen zu erhöhen und dazu ein modernes Risikomanagement-System zur verlässlichen Bestimmung, Verringerung und Kommunikation von Portfoliorisiken zur Verfügung zu stellen. Die Plattform ermöglicht die Pflege und Verwaltung von Wertpapier-Portfolios und Stammdaten und dient als Frontend für das Risikomanagement-System. Innerhalb der Risk Community lassen sich Portfolios austauschen und gemeinsam strukturieren. Index-, Benchmark- und eigene Portfolios können generiert und deren Risiken miteinander verglichen werden. Darüber hinaus bietet die Plattform die Grundlage für Portfolioanalysen und die transparente Kommunikation der Risiken.
Die Möglichkeit, Analyseergebnisse zu speichern und zu vergleichen, bildet die Voraussetzung für einen risikobewussten Umgang mit Wertpapieren und für das Erkennen risikomindernder Effekte. Es lassen sich Risikoklassen definieren, und die Einhaltung gewünschter Risikogrenzen kann überprüft werden. Die Nutzer haben weiterhin die Möglichkeit, den Erfolg von Hedging-Maßnahmen durch den Einsatz von Derivaten zu kontrollieren.

Kontakt: Prof. Dr. Dr. Oskar Betsch, betsch@bwl.tu-darmstadt.de, TUD, Institut für Betriebswirtschaftslehre, Finanzierung und Bankbetriebslehre, Hochschulstraße 1, 64289 Darmstadt, www.RiskCOMM.de

E-NOgS:
Ein Marktplatz für den Handel von Softwarekomponenten über das Internet

Eine bedeutsame Entwicklung der Informatik ist die Komponentenorientierung, die eine Methode zur effizienten Wiederverwendung von Code darstellt und die Einbindung fertiger und gegebenenfalls anpassbarer Bausteine in die Anwendungsentwicklung ermöglicht. Softwarekomponenten können dabei physisch oder logisch in Anwendungen einbezogen werden. Jedoch ist das Auffinden und Erwerben geeigneter Komponenten weiterhin ein Problem für die komponentenorientierte Anwendungsentwicklung. Ein Ansatz zur Lösung dieser Problematik ist die Etablierung von elektronischen Marktplätzen, welche das Angebot und die Nachfrage nach Komponenten zusammenführen. Im Rahmen eines mehrjährigen Projekts wurde am Fachgebiet Wirtschaftsinformatik I der TUD eine generische Architektur für die Entwicklung großer Informationssysteme entworfen. Diese trägt den Namen E-NOgS (Electronic New Organon Server) und bildet die Basis des hier vorgestellten Marktplatzes. Der Marktplatz wurde unter Verwendung der neuen Microsoft .NET Technologie als Web-Service entwickelt. Darüber hinaus unterstützt er die vollständige Abwicklung der Handelstransaktionen für den Erwerb von Komponenten, wobei vor allem für die Phasen Informationsbeschaffung und Abwicklung innovative Werkzeuge bereitgestellt werden.

Kontakt: Prof. Dr. Erich Ortner, ortner@bwl.tu-darmstadt.de, TUD, Institut für Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik I, Hochschulstraße 1, 64289 Darmstadt, www.winf1.bwl.tu-darmstadt.de

Verifikation eingebetteter Systeme –
Korrektes Funktionieren digitaler Hard- und Software

Selbst einfache technische Systeme enthalten heute vielfach komplizierte digitale Hard- und Software. Ermöglicht wird dies durch die revolutionäre Entwicklung in der Halbleiter- und Rechnertechnologie mit einem derzeit verzeichneten Leistungszuwachs von jährlich 60 Prozent. Je mehr Rechner die isolierten Bereiche der Rechenzentren und Büroarbeitsplätze verlassen und in unser Alltagsleben vordringen, um so abhängiger werden wir vom korrekten Funktionieren dieser Systeme. Offensichtlich ist dies bei Herzschrittmachern, Antiblockier- und Airbagsystemen in Automobilen, Steuerungen öffentlicher Verkehrsmittel und in der Luftfahrt. Diese Entwicklung ist unumgänglich: „intelligente“ Hard- und Software ist in fast alle technischen Systeme „eingebettet“ und ist ein immer größerer Bestandteil ihres Wertes. Da digitale Hard- und Software in eingebetteten Systemen korrekt funktionieren muss, verschlingt die Verifikation dieser Systeme einen immer größeren Anteil an Entwicklungszeit und -kosten. Schätzungsweise entfallen bereits 50 bis 80 Prozent der Entwicklungszeit auf die Verifikation, d.h. mehr Zeit als auf die eigentliche konstruktive Tätigkeit.

Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Hans Eveking, eveking@rs.tu-darmstadt.de, TUD, Merckstraße 25,64283 Darmstadt, Tel.06151/16-3675, 

Nachhaltiges Bauen –
Software-Tool zur Nachhaltigkeitsanalyse von Baukonstruktionen

Seit einigen Jahren gewinnt der Nachhaltigkeitsgedanken mit dem Ziel, ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Aspekte gleichzeitig und gleichberechtigt in allen Lebensbereichen zu berücksichtigen, zunehmend an Bedeutung. Auch im Bauwesen werden Fragen zur Umweltbelastung durch Bauwerke und zur Wirtschaftlichkeit der Baukonstruktionen über den gesamten Lebenszyklus immer wichtiger.
Im Hinblick auf die zukünftigen Anforderungen modernen Bauens wird im Rahmen des Verbundvorhabens „Dienstleistungssystem Qualitäts-Montagehausbau“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung am Institut für Massivbau der TUD das computergestützte Verfahren „bauloop“ zur Nachhaltigkeitsanalyse von Baukonstruktionen über den Lebenszyklus entwickelt. „bauloop“ ist ein Software-Tool zur Beurteilung der Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit von Baukonstruktionen. Die Grundlage der Analyse bildet die Stoffstromberechnung.

Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Carl-Alexander Graubner, TUD, Fachbereich Bauingenieurwesen und Geodäsie, Alexanderstraße 5, 64283 Darmstadt, Tel. 06151/16-2144, graubner@massivbau.tu-darmstadt.de

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Sabine Gerbaulet idw

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