Medica 2001: Zwei Neuentwicklungen verleihen / Telemedizin weltweit einen kräftigen Schub

Ärzte können künftig medizinische Bilder sekundenschnell und sicher durchs Internet schicken, Patienten können ihre Röntgen-, Tomographie- und Ultraschallbilder auf einer CD-ROM problemlos am PC anschauen. Dafür sorgen zwei Neuentwicklungen, mit denen das Trierer Institut für Telematik die sogenannte Telemedizin weltweit vorantreiben will. Auf der internationalen Medizinmesse Medica, die vom 21. bis 24. November in Düsseldorf stattfindet, wird Deutschlands Spitzenforschungseinrichtung fürs Internet beide Lösungen vorstellen – sowohl das patentierte Verfahren zur schnellen Bildkomprimierung als auch das Patienten-CD-System. Zu erleben sind die neuen Verfahren auf der Sonderschau MedicaMedia in Halle 14 A05/06 an Stand 53.

Mit dem neuen System können die vom Arzt auf einen speziellen CD-ROM-Rohling gebrannten medizinische Bilder aus Röntgen-, Tomographie- und Ultraschall-Untersuchungen an jedem herkömmlichen Personal-Computer in hervorragender Qualität und ohne Qualitätsverlust angeschaut werden. Dafür sorgt eine leistungsfähige Betrachtungs-Software, die auf der Patienten-CD gespeichert ist. Sie erlaubt z.B. die Vergrößerung per Lupen-Funktion, das Messen von Abständen und Winkeln sowie die Veränderung des Kontrastes. Vorteil für den Arzt: der schnelle und benutzerfreundliche Aufbau einer mobilen, übertragbaren Patientenakte sowie die kompakte, übersichtliche Langzeitarchivierung von Bilddaten.

Das neue Bildkomprimierungs-Verfahren des Trierer Instituts für Telematik senkt die Übertragungszeit von medizinischen Bildern über das Internet von mehreren Stunden auf wenige Sekunden – wichtig vor allem in der Notfallmedizin. Trotz starker Bildkompression ist kein Verlust an Informationen sichtbar. Das Originalbild wird bei diesem Verfahren in zwei Bilder mit unterschiedlichen Bit-Ebenen zerlegt. Das eine Bild enthält relevante Informationen, die mit einem kleineren Kompressionsfaktor als GIF-Datei komprimiert werden. Das andere Bild mit für die Diagnose unbedeutenden Informationen wird dagegen sehr stark komprimiert im JPG-Format. Die Zusammenführung dieser verschiedenen Daten zu einer Datei mit sämtlichen Bildinformationen macht dann die im medizinischen Bereich unerlässliche, sekundenschnelle Komprimierung bzw. Dekomprimierung der Bilddokumente möglich.

Beide Neuentwicklungen vermarktet das junge Essener Unternehmen ITMS AG. Seine Homepage ist im Internet unter www.dicomzip.de zu finden.

Das als eingetragener Verein verfasste gemeinnützige und universitätsnahe Institut für Telematik ist in seiner Ausrichtung in Deutschland einmalig. Nach nur drei Jahren Arbeit kann es schon auf zwei Patente, drei Promotionen und 70 Fachbeiträge zu internationalen Konferenzen verweisen. Das Team rund um Prof. Meinel entwickelt anwenderfreundliche und praxistaugliche Hightech-Lösungen. M-Commerce, Internet/Intranet, Sicherheit der Datenkommunikation in offenen Netzen, Telemedizin, Elektronisches Publizieren, Systementwurf und -analyse – das sind die derzeitigen Tätigkeitsfelder des international beachteten Spitzenforschungsinstituts, das mit der Fraunhofer-Gesellschaft verbunden ist. Es ist Mitglied der Initiative D21.

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Prof. Dr. Christoph Meinel ots

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