Mikrotechnisches Implantat auf der Compamed dosiert Medikamente

IVAM-Aussteller mit Compamed / Medica hochzufrieden

So kann man die Einnahme von Medikamenten getrost vergessen: Ingenieure des HSG-IMIT aus Villingen-Schwenningen haben ein Implantat entwickelt, das – in eine Brücke oder ein Gebiss implantiert – Medikamente direkt im Mund dosieren kann. Dieser und zahlreiche weitere „kleine Helfer“, die nur dank Mikrotechnik funktionieren, wurden auf der Sonderschau „Mikrotechnik für die Medizintechnik“ auf der internationalen Fachmesse für den Zuliefermarkt der medizinischen Fertigung Compamed vorgestellt.

Diese fand innerhalb der weltgrößten Medizinmesse Medica vom 16. bis zum 18. November in Düsseldorf statt. 9.000 Fachbesucher trafen allein in der neuen Halle 8 auf über 300 Aussteller; insgesamt kamen über 137.000 Besucher aus rund 100 Ländern zur Medica. Auf dem Produktmarkt Mikrotechnik, der zentralen Kommunikationsplattform des IVAM Fachverbandes für Mikrotechnik, präsentierten sich zahlreiche Firmen wie Aceos, dortmund-project, Elliptec, HSG-IMIT, Jenoptik Mikrotechnik, PiezoMotor Uppsala AB und Wahl Optoparts.

Von intelligenten Implantaten für die telemetrische Blutdruckmessung über Piezoaktoren im medizintechnischen Einsatz bis hin zur Sensortechnologie für die Atemgasanalyse präsentierten die Aussteller ihre Produkt-Highlights – und konnten zahlreiche Geschäftskontakte generieren. Die Mehrzahl der Aussteller fand den Auftritt auf dem IVAM-Gemeinschaftsstand äußerst lohnenswert: „Bis zur letzten Minute der Messe kamen Kunden, Interessenten und sogar Forschungsinstitute und Wettbewerber direkt auf uns zu“, so Martin Kusch von Aceos, „Die Resonanz auf unseren Messeauftritt mit IVAM lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: Gigantisch!“ Auch die Qualität der Besucherkontakte ließ nicht zu wünschen übrig: „Im Vergleich zum letzten Jahr konnten wir mehr konkrete Projektgespräche führen“, so Harald Bär von Elliptec.

Auf dem IVAM-Forum „Microsystems for Medical Technology“ wurden die Produkte praxisnah erläutert und aktuelle Marktentwicklungen angesprochen. Themen waren unter anderem die Fähigkeiten „intelligenter“ Implantate und polymer-basierter Module, eine neue intraokulare Sehhilfe sowie Selective Laser Melting zur Herstellung medizinischer Implantate. Am 3. Veranstaltungstag präsentierten sich Unternehmen des Technologiemarktes NRW, eines Verbundes von sieben Initiativen aus den Bereichen Optische Technologien, Mikrotechnik und Nanotechnik, der Kontakte zu insgesamt 250 Hightech-Unternehmen in Nordrhein-Westfalen herstellt – ein Großteil davon ist in der Medizintechnik aktiv.

Dass Medizin der mit Abstand wichtigste Zielmarkt für die Mikrotechnikbranche ist, zeigt auch die aktuelle Studie „MST-Atlas Deutschland“ von IVAM Research. Demnach beliefern 38 Prozent aller Mikrosystemtechnik-Unternehmen und -Institute in Deutschland die Medizintechnik mit Komponenten, Systemen und Dienstleistungen.

Media Contact

Josefine Zucker idw

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