Schneller und anonymer surfen: Eine Box schützt Privatheit im Internet

Prototyp der upribox, Credit: FH St. Pölten / Raphaela Raggam

Viele Menschen wünschen sich, lästige Werbung im Internet ausblenden zu können, doch für die meisten ist das Installieren eines Adblockers zu mühsam oder technisch zu unverständlich. Die upribox soll es BenutzerInnen ermöglichen, sich leichter anonym und vor allem ohne lästige Onlinewerbung im Netz zu bewegen: Das Gerät wird einfach an einen bestehenden Internetzugang angeschlossen und erstellt ein eigenes WLAN.

Schneller surfen

„Das Installieren von Blockern auf Smartphones ist für die meisten Menschen zu kompliziert. Die upribox ermöglicht es, sich auch ohne große IT-Kenntnisse zu schützen“, sagt FH-Dozent Markus Huber vom Department Informatik und Security der FH St. Pölten, der die upribox und die dazugehörige Software entwickelt hat.

Neben dem Schutz persönlicher Informationen ergibt sich laut Huber ein weiterer Vorteil: „Es lässt sich schneller surfen und Internetseiten werden lesbarer, weil störende Elemente weggeschaltet werden“. Und im Gegensatz zu bestehenden Browsererweiterungen kann die upribox mit allen gängigen Geräten und Betriebssystem verwendet werden.

„Damit haben wir ein breitenwirksames Software-Tool entwickelt, das zum Datenschutz der Internetgemeinde beiträgt“, erklärt Huber. Des Weiteren kann über ein separates WLAN, das sogenannte Ninja-WLAN, die Online-Anonymität zusätzlich mit Hilfe des Tor-Netzwerkes geschützt werden. Das Tor-Netzwerk ist der De-facto-Standard für die Anonymisierung von Verbindungsdaten im Internet.

Die Technik hinter upribox

Die upribox besteht aus einem RaspberryPi 2, einem kostengünstigen, kredikartengroßen Computer, der an einem bestehenden Internetzugang/Modem angesteckt wird.

BenutzerInnen verbinden sich über das von der upribox automatisch erstellte drahtlose Netzwerk (WLAN). Sobald Geräte über das upribox-WLAN verbunden sind, werden Onlinewerbung und Tracker automatisch blockiert.

Huber hat zunächst untersucht, wie Werbeblocker funktionieren, dann die Software für einen Prototyp eines solchen Blockers gemeinsam mit einem Studierendenteam der FH St. Pölten entwickelt. Schließlich wurde in Usability-Tests die Benutzungsfreundlichkeit untersucht. Diese Tests führte das Institut für Creative\Media/Technologies (IC/M\T) der FH St. Pölten durch.

Software zum Download

Seit Dezember gibt es die Software der upribox für TüftlerInnen zum Download. „Die Software ist das Herz der upribox und ist ab sofort unter einer Open-Source-Lizenz frei verfügbar. Interessierte können die Software testen und weiterentwickeln“, sagt Huber. Im Rahmen des Projekts wurden 25 Prototypen hergestellt, die bei Veranstaltungen verlost werden. Die nächsten Exemplare gibt es etwa beim Security Day am 26. Jänner 2016 an der FH St. Pölten zu gewinnen.

Eine Kaufversion der Box für weniger Versierte könnte es in Zukunft auch geben. Dafür ist laut Huber aber noch weitere Entwicklung und deren Finanzierung notwendig. Eine markttaugliche Version müsste auch billiger werden, so Huber.

Das Projekt upribox wurde von der Förderinitiative „netidee“ finanziell unterstützt und erhielt letztes Jahr auch den Sonderpreis „Internet Privacy“ von netidee. Netidee ist eine Initiative der Internet Foundation Austria und Österreichs größte Internet-Förderaktion, die innovative Projekte unterstützt.

Links:
Software der upribox (Download)
https://github.com/usableprivacy/upribox
Projekt upribox (inklusive Blog)
https://upribox.org
Projekt upribox (FH-Website)
https://www.fhstp.ac.at/de/forschung/projekte/usable-privacy-box-upribox
Video zum Projekt:
https://www.youtube.com/watch?v=ibtJNsyS3r0
Netidee
https://www.netidee.at/

Über die Fachhochschule St. Pölten
Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den sechs Themengebieten Medien & Wirtschaft, Medien & Digitale Technologien, Informatik & Security, Bahntechnologie & Mobilität, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 17 Studiengängen werden rund 2.300 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt zu den oben genannten Themen sowie institutsübergreifend und interdisziplinär. Die Studiengänge stehen in stetigem Austausch mit den Instituten, die laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickeln und umsetzen.

Wissenschaftlicher Kontakt:
Dr. Markus Huber, MSc
FH-Dozent
Department Informatik und Security
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E: markus.huber@fhstp.ac.at
I: https://www.fhstp.ac.at/de/uber-uns/mitarbeiter-innen-a-z/huber-markus-1

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