Wie Plasmabehandlung Naturfasergewebe haltbarer machen kann

Plasmabehandlung von Naturfasergewebe HAWK

Die HAWK ist Aussteller auf der diesjährigen Hannover Messe vom 1. bis 5. April 2019 in Hannover. Auf dem Gemeinschaftsstand des Landes Niedersachsen, Halle 2, Stand A08, wird unter der Leitung von Dr. Bernd Schieche und Martin Bellmann (M.Eng.) ein Verfahren zur optimierten Plasmabehandlung von Naturfasergeweben vorgestellt.

Das Verfahren soll die Langzeitbeständigkeit von Biohybridfaserverbundwerkstoffen zum Beispiel gegenüber Temperaturschwankungen, Feuchtigkeitseinwirkung oder UV-Einstrahlung erhöhen und wird im Rahmen eines EFRE-Projektes des Landes Niedersachsen an der Göttinger HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik entwickelt.

Grundsätzlich ist der Einsatz solcher Werkstoffe im Automotive-Bereich denkbar, da sie im Gegensatz zu carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) oder glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) bei einer Beschädigung nicht zum Zersplittern neigen, was den Sicherheitsaspekt massiv erhöht.

Hintergrund des Verfahrens:

Die Kombinationen von Naturfasern und konventionellen Carbonfasern in Biohybridfaserverbundwerkstoffen ermöglichen Werkstoffe, die die vorteilhaften Eigenschaften der beiden Faserarten maßgeschneidert vereinigen. Eine unzureichende Langzeitbeständigkeit verhindert bislang den Einsatz von Biohybridfaserverbundwerkstoffen unter fordernden klimatischen Bedingungen.

Mittels gezielter Plasmafunktionalisierung lassen sich sowohl die Eigenschaften der Matrixpolymere selbst als auch die der Faserkomponenten verbessern, so dass hierdurch die fehlenden beziehungsweise unzureichenden Materialeigenschaften ausgeglichen werden können.

Ziel der aktuellen Forschung und Entwicklung ist ein kosteneffektives und umweltfreundliches Verfahren zur Gewebe- und Matrixbehandlung, das sich gut in bestehende Prozessketten integrieren lässt und die Langzeitbeständigkeit des Werkstoffes und dessen mechanische Eigenschaften signifikant verbessert.

Die Plasmabehandlung von Biohybridfaserwerkstoffen soll eine homogene Faseroberfläche realisieren, welche eine Verringerung beziehungsweise Vermeidung von Lufteinschlüssen und somit eine massive Reduzierung von Fehlstellen zur Folge hat. Dies soll einen entscheidenden Einfluss auf die Lebensdauer der Werkstoffe haben.

Ansprechpartner:

HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik
Göttingen

Dr. Bernd Schieche
bernd.schieche@hawk.de

Martin Bellmann
martin.bellmann1@hawk.de

Plasmabehandlung von Naturfasergewebe

Hannover Messe, 1. bis 5. April 2019
Messegelände
Gemeinschaftsstand des Landes Niedersachsen
Halle 2, Stand A08

Dr. Bernd Schieche

http://www.hawk.de

Media Contact

Sabine zu Klampen idw - Informationsdienst Wissenschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: HANNOVER MESSE

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Junger Gasriesenexoplanet gibt Astronomen Rätsel auf

Wissenschaftler finden den bisher jüngsten Super-Jupiter, für den sie sowohl Masse als auch Größe messen konnten. Eine Forschergruppe um Olga Zakhozhay vom MPIA hat einen Riesenplaneten um den sonnenähnlichen Stern…

Im dynamischen Netz der Sonnenkorona

In der mittleren Korona der Sonne entdeckt ein Forscherteam netzartige, dynamische Plasmastrukturen – und einen wichtigen Hinweis auf den Antrieb des Sonnenwindes. Mit Hilfe von Messdaten der amerikanischen Wettersatelliten GOES…

Metall dringt tiefer in Auenböden ein als Plastik

Kunststoffe und Metalle verteilen sich unterschiedlich in den Böden von Flussauen: Während Plastikpartikel sich in den obersten Bodenschichten konzentrieren, finden sich Metalle bis in eine Tiefe von zwei Metern. Das…

Partner & Förderer