Vom sanften Krankentransport bis zum präzisen Sportgewehr

Faserverbunde aus Carbon koppeln günstige Eigenschaften verschiedener Werkstoffe und führen so zu neuen Eigenschaften. Ein geringes Gewicht und eine hohe Stabilität sind zwei entscheidende Vorteile carbonfaserverstärkter Kunststoffe (CFK) gegenüber herkömmlichen metallischen Werkstoffen.

Zudem können Temperaturwechsel den Teilen aus CFK kaum etwas anhaben. In Industriezweigen wie der Luft- und Raumfahrt und im Automobilbau, wo besonders leicht gebaut werden muss, hat Carbon bereits einen festen Platz. Aber auch andere Branchen ziehen nach. Das Institut für Konstruktion und Verbundbauweisen (KVB) an der TU Chemnitz schwört seit Jahren auf diesen „Wunderwerkstoff“. Vom 21. bis 25. April 2008 stellt das Institut auf der Hannover Messe zahlreiche Anwendungsbeispiele rund um das Carbon vor.

Auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ (Halle 2, Stand
C39) zeigen die Wissenschaftler beispielsweise eine neuartige Drehrohrfeder aus Faserverbundwerkstoffen für Nutzfahrzeuge. Damit können etwa Patienten in Krankenwagen sanfter transportiert werden.

Die gemeinsam mit der RKB Reparatur- und Karosseriebau GmbH Döbeln entwickelte Feder wird im Nasswickelverfahren hergestellt. Sie hat eine hohe Dauerfestigkeit und ist mit 2,5 Tonnen ertragbarer Aufbaumasse pro Rad enorm belastbar. Das Rad hat einen Federweg von 100 Millimeter und ist damit deutlich länger als bei konventionellen Drehstabfedern aus Stahl. Zudem ist die Drehrohrfeder zehn Prozent leichter.

Im Messegepäck für Hannover haben die Chemnitzer noch andere Teile.
Dazu gehören unter anderem ein carbonfaserverstärkter Schaft eines Sportgewehrs, hochdynamische CFK-Bauteile für Textilmaschinen sowie eine CFK-Motorradfelge. Darüber hinaus stellen sie ein hochgenaues und in der Industrie bereits bewährtes Messsystem vor, mit dem zum Beispiel die Innenschale eines Handys nach der Fertigung vermessen werden kann, um produktionstechnische Mängel aufzudecken. Mit diesem gemeinsam mit der Firma Breuckmann GmbH Meersburg entwickelten stereoSCAN 3D-Messsystem können aber auch beliebige Körper mit hoher Auflösung und Genauigkeit gescannt werden. Die Forscher dieses An-Institutes der TU Chemnitz entwickelten dafür eine neuartiges Tragsystem. Es besteht aus CFK-Profilen, dessen Stützkern aus geschäumten Epoxidharz gefertigt wird.

Außerdem präsentieren die Forscher auf der Hannover Messe CFK- Barren für Textilmaschinen, mit denen die Produktivität dieser Maschinen entscheidend erhöht werden konnte. Gemeinsam mit dem Sportwaffenhersteller Carl Walther Ulm entwickelten die Chemnitzer ein einzigartiges Sportgewehr, dessen Gewehrschaft aus CFK besteht. Das in der Praxis bewährte Gewehr ist auf Grund der bessere Festigkeits- und Dämpfungseigenschaften des Carbons auch präziser beim Schießen. Den Gewehrschaft können Messebesucher in Hannover ebenso in die Hand nehmen wie eine Geige samt Geigenbögen aus Carbon.

Weitere Informationen: Technologie Centrum Chemnitz, Institut für Konstruktion und Verbundbauweisen e. V. an der TU Chemnitz, Dr.

Jakob Schulz, Annaberger Str. 240, 09125 Chemnitz, Telefon 0371 5347-540, E-Mail jakob.schulz@kvb-chemnitz.de, http://www.kvb- chemnitz.de

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Mario Steinebach Technische Universität Chemnitz

Weitere Informationen:

http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/

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