Zwei meridol-Forschungspreise 2008 an hallesche Wissenschaftler der Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und

Der DGP meridol Preis wird jährlich – in diesem Jahr zum fünften Mal – vergeben. Ausgezeichnet werden die besten wissenschaftlichen Publikationen auf dem Gebiet der Parodontologie, die im Zeitraum von einem Jahr in einem internationalen wissenschaftlichen Journal veröffentlicht wurden. Eine unabhängige internationale Jury wählte in zwei Kategorien die diesjährigen Preisträger.

Aufgaben des Zahnarztes bzw. Parodontologen sind die Prävention, Behandlung und Nachsorge von Zahnbetterkrankungen. Häufigste Form einer Zahnbetterkrankung ist die Parodontitis. Hierbei bildet sich der Alveolarknochen (Knochenwand, die das Zahnfach begrenzt) zurück, die Zahnfleischtaschen vertiefen sich, die Zahnwurzel findet insgesamt weniger Halt. Begünstigende Faktoren für die Entstehung einer Parodontitis ist das Vorhandensein von Plaque (Zahnbelag), genetischen Faktoren, Rauchen und negative Formen des Stresses. Auch Allgemeinerkrankungen wie beispielsweise Diabetes, die koronare Herzerkrankung und rheumatische Erkrankungen stehen im Verdacht, in Wechselbeziehung zu parodontalen Erkrankungen zu stehen.

In der Kategorie „Grundlagenforschung, Ätiologie und Pathogenese von Parodontal­erkrankungen“ war eine Arbeitsgruppe der Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie (Direktor: Professor Dr. H.-G. Schaller) unter Leitung von Oberarzt Dr. Stefan Reichert gleich zwei­mal erfolgreich. Den ersten Preis erhielt Dr. Susanne Schulz für die klinische Studie „Genetic markers of tumor necrosis factor a in aggressive and chronic periodontitis“. In dieser Studie wurden den genetischen Varianten des Tumornekrosefaktors α (TNF α) bei aggressiver und chronischer Parodontitis untersucht. Ziel dieser Studie war es, Beziehungen zwischen genetischen Varianten von TNF α und den genannten Parodontalerkrankungen und deren klinischen Markern zu bewerten. Die Suche genetischer Risikomarker für Parodontitis dient einerseits der weiteren Erforschung der Entstehung der Parodontitis und ihrer Beziehung zu Allgemeinerkrankungen. Andererseits könnten Risikopatienten vor schwerer Schädigung des Zahnhalteapparates identifiziert werden und gezielte Prophylaxemaßnahmen angeboten werden.

Mit dem 2. Preis wurden die Untersuchungen von Oberarzt Dr. Stefan Reichert „Are there common human leucocyte antigen associations in juvenile idiopathic arthritis and periodontitis“ geehrt. In dieser Studie wurde untersucht, ob Patienten mit juveniler idiopathischer Arthritis („kindliches Rheuma“) und Parodontitispatienten gemeinsame genetische Risikofaktoren tragen. Dazu wurden in beiden Patientengruppen nach Blutentnahme die Verteilung der humanen Leukozytenantigene (HLA) bestimmt, die bei der individuellen Abwehr von Krankheitserregern eine wichtige Rolle spielen. Ziel der Studie ist es zu klären, ob eine Parodontitis auch zu rheumatischen Erkrankungen führen kann. Trifft dieses zu, so ist bei Patienten mit Rheuma eine Untersuchung des Zahnhalteapparates und ggf. eine Parodontitistherapie notwendig. Weitere Untersuchungen zu diesem Thema werden derzeit an der Hallenser Zahnklinik durchgeführt.

Jens Müller
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