Start für flächendeckendes Schnellladenetz

Die Elektromobilität nimmt Fahrt auf, immer mehr elektrifizierte Modelle wecken das Interesse der Kunden. Für eine reibungslose Versorgung elektrisch betriebener Fahrzeuge in Metropolen und entlang der wichtigsten Mobilitätsachsen ist der zügige Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Ladestationen erforderlich.

Schnellladesäulen, die das Aufladen der Batterien auf rund 80 Prozent der Gesamtkapazität in weniger als einer halben Stunde ermöglichen, können maßgeblich zu einer weiter steigenden Attraktivität der Elektromobilität beitragen.

»SLAM – Schnellladenetz für Achsen und Metropolen« heißt das Großprojekt, mit dem die Automobilhersteller BMW, Daimler, Porsche und VW, der Deutsche Genossenschaftsverlag (DG), das Energieversorgungsunternehmen EnBW Vertrieb GmbH, das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart, welches eng mit dem Fraunhofer IAO kooperiert, und die RWTH Aachen University den Aufbau einer Schnellladeinfrastruktur innerhalb Deutschlands voranbringen wollen. 

Bis zum Jahr 2017 sollen im Rahmen dieses Programms bis zu 400 AC- und DC-Schnellladesäulen aufgestellt werden. Diese Stationen können von allen Fahrzeugen mit dem europäischen Stecker-Standard CCS (Combined Charging System) genutzt werden. Das Ziel der Bundesregierung von 1 Mio. Elektrofahrzeugen in 2020 wird durch SLAM flankiert.

Durch dieses Forschungsprojekt werden die Voraussetzungen für ein flächendeckendes Schnellladenetz in Deutschland geschaffen, indem Geschäftsmodelle für den Betrieb von Schnellladestationen in Metropolen und entlang der Bundesautobahnen untersucht werden.

Auf der Hannover-Messe kamen heute Vertreter der beteiligten Unternehmen und Universitäten zusammen, um das Gemeinschaftsprojekt vorzustellen. Im Jahr der Markteinführung zahlreicher neuer Elektro-Fahrzeuge kommt SLAM eine große Bedeutung zu. Eine problemlose Lademöglichkeit durch ein engmaschiges Netz an Ladestationen mit kurzen Ladezeiten und die damit verbundene hohe Alltagstauglichkeit steigern für alle Hersteller die Attraktivität und Akzeptanz der entsprechenden Modelle.

So arbeiten beim Thema Ladeinfrastruktur die deutschen Hersteller BMW, Daimler, Porsche und VW sehr eng zusammen: »Wir haben uns untereinander und mit unseren europäischen Partnern abgestimmt, um gemeinsame Ladestandards zu entwickeln«, fasst Elmar Frickenstein, Leiter Elektrik, Elektronik und Fahrerlebnisplatz bei der BMW Group, stellvertretend für alle teilnehmenden Automobilhersteller die Arbeit der vergangenen Jahre zusammen. »Nachdem wir einen europaweit gültigen gemeinsamen Schnellladestandard festgelegt haben, möchten wir diesen auch schnell auf der Straße umgesetzt sehen.«

Die neu aufgestellten Ladesäulen erhalten ein universelles Zugangs- und Abrechnungssystem und können somit in ganz Deutschland einheitlich genutzt werden. Die aktuell noch bestehenden Zugangshürden werden beseitigt. Darüber hinaus sollen auch die bisherigen NPE-Projekte integriert und zu einem kundenfreundlichen Netzwerk verknüpft werden. Die NPE (Nationale Plattform Elektromobilität) ist ein Beratungsgremium der deutschen Bundesregierung zur Elektromobilität, das sich aus Vertretern der Industrie, Politik, Wissenschaft, Verbänden und Gewerkschaften zusammensetzt. 

Bei SLAM geht es im nächsten Schritt auch darum, Partner zu finden, die in die Aufstellung von Schnellladesäulen investieren und dabei auf die Unterstützung durch das Projekt zurückgreifen möchten. Den Anfang macht der Deutsche Genossenschafts-Verlag eG (DG VERLAG), der als Medien-, Handels- und Systemdienstleister für die Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie zahlreiche weitere genossenschaftliche Unternehmen in Deutschland tätig ist.

Mit einem Pilotprojekt innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken und Raiffeisenbanken soll die Akzeptanz von Schnellladesäulen getestet werden. »Unsere Ladesäulen sind nicht nur für die Bankkunden da“, so Peter Erlebach, Vorstandsvorsitzender des DG VERLAGES. »Sie werden öffentlich zugänglich sein und Nutzer von Elektrofahrzeugen sind bei uns herzlich willkommen.« Mindestens 20 Säulen werden bis zum 30. September 2014 einsatzbereit sein.

Wirtschaftsstaatssekretärin Brigitte Zypries sieht im Ausbau der Ladeinfrastruktur eine wichtige Aufgabe zur Steigerung der Akzeptanz von Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben. »Ich möchte alle Unternehmen, Städte und Kommunen, die selber Ladeinfrastruktur aufbauen möchten, dazu aufrufen, sich im Rahmen des Projektes als Investor zu melden. Sie können dann unmittelbar und konkret von den Erkenntnissen aus dem geförderten Forschungsprojekt profitieren.« Interessierte Unternehmen oder Kommunen können sich für Informationen über Kooperationsmöglichkeiten mit dem IAT der Universität Stuttgart unter 0711 / 970-5333 in Verbindung setzen.

Ansprechpartnerin:
Juliane Segedi
Leiterin Marketing und Kommunikation
Fraunhofer IAO
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Telefon: +49 711 970-2124
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