Sandra Düzel erhält den Förderpreis "Altern und Arbeit"

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis soll einem/einer Nachwuchswissenschaftler/in die Möglichkeit geben, ein Forschungsprojekt mit Fokus auf der Rolle älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern durchzuführen. Wie beeinflusst die eigene Sicht auf das Altern die Einstellung zur beruflichen Zukunft? Welche Strategien gibt es, die berufliche Leistungsfähigkeit im Alter zu fördern?

Düzel wird im Rahmen des Stiftungspreises untersuchen, inwieweit durch körperliches Training die Motivation älterer Personen gesteigert werden kann, aktiv zu bleiben und sich mit Neuheiten am Arbeitsplatz auseinanderzusetzen. In ihrer Forschungsarbeit wird sie dabei die Brücke zwischen neurobiologischen und psychosozialen Faktoren schlagen. Die Preisübergabe findet am 15.9.2011 in der Dr. Becker Brunnen Klinik in Horn-Bad Meinberg (Nordrheinwestfahlen) statt. Die Brunnen Klinik gehört, wie auch die Marie-Luise und Ernst Becker-Stiftung zur Dr. Becker Unternehmensgruppe.

Die Arbeitswelt heute stellt hohe Anforderungen an Fähigkeiten wie Multitasking oder an die ständige Bereitschaft, sich mit neuen Inhalten auseinanderzusetzen. Diese Fähigkeiten nehmen im Alter ab. Düzel überprüft im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten die Hypothese, dass die subjektive Selbsteinschätzung, wie lange man noch selbständig und gesund bleibt, einen maßgeblichen Einfluss auf die Bereitschaft hat, sich auf Neues einzustellen. „Ein begrenzter Gesundheitshorizont, so nehmen wir an, verschiebt die Motivation und setzt die Leistungsbereitschaft herab“, erklärt Düzel. Darüber hinaus untersucht sie, ob Sport und körperliches Training die eigene Wahrnehmung der zukünftigen Gesundheitserwartung erhöhen und damit die Motivation, sich auf Neues einzulassen, steigern kann.

Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass die Fähigkeit, sich auf neue Situationen einzustallen, neurobiologisch auf zwei Komponenten beruht: Zum einen auf der Funktionalität des episodischen Gedächtnisnetzwerks und zum anderen auf der Integrität bestimmter Schaltkreise im Gehirn, an denen so genannte dopaminerge Neurone beteiligt sind, die eine Rolle bei Belohnung und Motivation spielen. Diese Netzwerke sind im Alter verändert.

Darüber hinaus ist bekannt, dass körperliche Aktivität die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern kann – und auch hier scheinen die beiden neuronalen Netzwerke eine wichtige Rolle zu spielen. An beiden neuronalen Schaltkreisen ist der Hippokampus, die Lernregion des Gehirns, zentral beteiligt. Diese Hirnregion lässt sich durch körperliche Aktivität vermutlich beeinflussen – Training scheint die Produktion von Nervenzellen im Hippokampus anzuregen. Ein Schwerpunkt von Düzels Arbeit wird sein, die neuronalen Grundlagen der Fähigkeit, sich auf neue Inhalte einzustellen, zu untersuchen und zu überprüfen, welchen Einfluss Sport auf diese Funktionen hat.

Sandra Düzel hat an der Hochschule Magdeburg / Stendal Gesundheitsförderung und -management studiert und hat im Anschluss vier Jahre am Institut für Arbeitswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg auf dem Gebiet der Arbeits- und Organisationspsychologie als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet. Im Rahmen ihrer Promotion von 2004 bis 2010 im Fachbereich Psychologie an der Uniklinik für Neurologie erforschte Düzel die Zusammenhänge zwischen strukturellen Veränderungen des Gehirns, Neuromodulation, gesundheitsrelevanten Lebensfaktoren und kognitiver Leistungsfähigkeit im Alter. Seit 2010 ist Düzel als wissenschaftliche Mitarbeiterin am DZNE tätig.

Kontaktinformation:
Dr. Sandra Düzel
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg
Tel.: 0391 67-24520
Mail: sandra.duezel@dzne.de
Dr. Katrin Weigmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)
Holbeinstr. 13-15
53175 Bonn
Tel: 0228 43302 263
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