Saarbrücker Informatik-Professor Matthias Hein gewinnt Europäischen Forschungspreis

Messungen des größten Teilchenbeschleunigers der Welt, Kundendaten im Internet, Gensequenzen in der Biologie und Medizin – Unmengen von Daten fallen heute sowohl in der Forschung als auch in der Wirtschaft an. Sie können vom Menschen allein nicht mehr ausgewertet werden. Für Wissenschaft und Industrie wird es daher immer wichtiger, komplexe Daten automatisch nach Gesetzmäßigkeiten zu durchsuchen und diese auszuwerten.

Matthias Hein will die dafür notwendigen Verfahren verbessern. Er ist Professor für Mathematik und Informatik an der Universität des Saarlandes und leitet dort die Arbeitsgruppe „ Maschinelles Lernen“. Diese setzt bei der Analyse von komplexen Daten auf Methoden, die Mathematiker unter dem Begriff „nichtlineare Eigenwertprobleme“ zusammenfassen. Der Europäische Forschungsrat fördert diesen Ansatz nun mit einem ERC Starting Grant.

Mit diesem Programm will die Europäische Union exzellenten Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit geben, unabhängig die Grundlagen ihres Gebietes zu erforschen und sich dabei mit neuen Ideen als Spitzenforscher zu empfehlen. 2011 haben sich 4080 Wissenschaftler darum beworben, die Erfolgsquote lag bei etwa 12 Prozent. In diesem Jahr gehört Hein zu den Auserwählten. Er darf sich über eine finanzielle Unterstützung von insgesamt 1,27 Millionen Euro über fünf Jahre hinweg freuen.

Wissenschaftlicher Hintergrund

„Mit den nichtlinearen Eigenwertproblemen erhalten wir einerseits für bestehende Probleme bessere Lösungen, andererseits erlauben sie uns, ganz neue Fragestellungen zu bearbeiten“, erläutert Hein. Sie funktionieren laut Aussagen von Hein selbst dann, wenn die Daten falsch gemessen oder sogar manipuliert wurden. Hein will mit seiner Arbeitsgruppe nun Methoden entwickeln, die es anderen Forschern ermöglichen, eigene Fragestellungen als nichtlineare Eigenwertprobleme auszudrücken und diese dann zu lösen. „Auf diese Weise können auch Physiker oder Wirtschaftswissenschaftler davon profitieren, denn auch in diesen Fächern treten nichtlineare Eigenwertprobleme auf “, erklärt Hein.

Matthias Hein ist seit 2007 Professor am Fachbereich Informatik der Universität des Saarlandes. Darüber hinaus forscht er federführend am Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction“, der sich ebenfalls auf dem Saarbrücker Campus befindet. Hein ist bereits der dritte Informatik-Professor aus Saarbrücken, der durch den Europäischen Forschungsrat geehrt wird. Professor Michael Backes erhielt im Juni 2009 einen ERC Starting Grant und im Oktober des vergangenen Jahres zeichnete der europäische Forschungsrat Professor Andreas Zeller mit dem ERC Advanced Grant aus.

Informatik-Forschung auf den Campus der Universität des Saarlandes

Neben dem Fachbereich Informatik und der Exzellenzcluster erforschen noch weitere weltbekannte Einrichtungen auf dem Saarbrücker Campus die Möglichkeiten moderner Informationstechnologie und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Das sind das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Max-Planck-Institut für Informatik, das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme, das Zentrum für Bioinformatik, das Center for IT-Security, Privacy and Accountability sowie das Intel Visual Computing Institute.

Weitere Fragen beantworten:

Prof. Dr. Matthias Hein
Tel.: 0681 302-57328
E-Mail: hein@cs.uni-saarland.de

Gordon Bolduan
Forschungskommunikation
Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction“
Tel.: 0681 302-70741
E-Mail: g.bolduan@mmci.uni-saarland.de

Ansprechpartner für Medien

Saar - Uni - Presseteam idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-saarland.de

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