Rheumaforschung auf „Los“

Im Rahmen einer Start-Up-Initiative fördert die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) gemeinsam mit ihrem Forschungsverbund, dem Kompetenznetz Rheuma, innovative wissenschaftliche Projekte auf dem Gebiet der Rheumatologie.

Im Fokus stehen neue Forschungsansätze. Ein externes Gutachtergremium hat nun die Gewinner der Ausschreibung 2008 bekanntgegeben. Drei Forscherinnen erhalten für die Förderdauer von maximal zwei Jahren insgesamt 100.000 Euro. Die Projekte widmen sich molekularen und zellulären Grundlagen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Antragsteller innovativer Projekte stehen meist vor einer Hürde: Zwar verfolgen sie neue Forschungsansätze und könnten die Wissenschaft mit ihren Ergebnissen auf eine breitere Basis stellen. Allerdings sind Förderanträge für eine umfangreiche Finanzierung, zum Beispiel bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, kaum erfolgreich.

Denn dafür werden sehr umfangreiche wissenschaftliche Vorarbeiten gefordert. Hier hilft die Start-Up-Förderung als eine Art Anschubfinanzierung. Damit soll sie die Voraussetzungen schaffen für einen anschließenden Förderantrag.

Von 2008 bis 2010 unterstützt die DGRh aus Mitteln eines unconditional grant[1] der Firma Wyeth BioPharma jährlich zwei Projekte mit bis zu jeweils 50.000 Euro. Das Kompetenznetz Rheuma übernimmt die Koordination. „Unsere Initiative stößt auf große Resonanz in der Wissenschaftsszene“, sagt Professor Wolfgang Rüther, Präsident der DGRh. „Das zeigt uns: Wir können aktiv etwas tun, um Forschung und Nachwuchs in unserem Fach zu fördern. Eine Initiative in dieser Form ist neu in der Rheumatologie.“

Start-Up-Gewinner 2008

Die Gewinner der Ausschreibung 2008 kommen aus Berlin, Gießen und Heidelberg. Aufgrund der durchgehend hohen Qualität der eingegangenen Anträge wählten die Gutachter drei Projekte zur Förderung aus. Dr. Elena Neumann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Justus-Liebig-Universität Gießen, erforscht in ihrem Projekt die Rolle eines bestimmten Fettgewebsbotenstoffes auf die Entzündungsaktivität in Gelenken von Patienten mit rheumatoider Arthritis. Die regulatorische Funktion bestimmter Immunzellen (B-Zellen) untersucht Dr. Theresa Tretter vom Universitätsklinikum Heidelberg erstmals bei Patienten mit Systemischem Lupus Erythematodes (SLE). Die Erkenntnisse können helfen zu verstehen, warum die Immuntoleranz bei SLE gestört ist. Um eine spezifische Behandlungsmethode bei SLE geht es im Forschungsprojekt von PD Dr. Gabriele Riemekasten, Oberärztin an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und klinische Immunologie der Charité Berlin. Ziel ihres Projektes ist es, die Toleranz von bestimmten Immunzellen (T-Zellen) zu erhöhen. Damit soll die „Abwehrkaskade“ des Immunsystems gegen eigene Körperstrukturen gar nicht erst anlaufen – was bei SLE sonst der Fall ist.

Weitere Informationen zum Projekt und den diesjährigen Gewinnern unter http://www.dgrh.de/startup2008.html

Informationen zu den einzelnen Krankheitsbildern unter http://www.dgrh.de/pressefakten.html

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. ist eine gemeinnützige, medizinische Fachgesellschaft, deren Arbeit sich mit dem gesamten Bereich der Rheumatologie in Deutschland und deren Entwicklung befasst. Die Ziele der DGRh sind der fachliche Austausch über Forschung, Klinik und Praxis sowie die Schulung von Ärzten und Patienten. Mit ihrer Arbeit trägt die DGRh dazu bei, die Behandlungsmöglichkeiten der betroffenen Menschen mit Rheuma zu verbessern.

[1] Bei dieser Form des Sponsorings nimmt die Firma keinen Einfluss auf das Projekt sowie die Datensammlung, Analyse und Publikation der Ergebnisse.

Media Contact

Sandra Wittig DGRh

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