Preisgekrönte Erdbebenforschung – Bremer Geologe erhält Hans-Cloos-Preis

Der Bremer Geologe vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) erhält den mit 10 000 Euro dotierten Preis für seine ideenreichen Beiträge zur Erforschung der Stabilität von Ozeanrändern.

Am 6. September vergibt die Geologische Vereinigung e.V. zum elften Mal den nach dem Geologen Hans Cloos benannten Preis, mit dem junge Nachwuchswissenschaftler in den Geowissenschaften ausgezeichnet werden. In diesem Jahr geht der Preis an den MARUM-Wissenschaftler Dr. Michael Strasser.

Gewürdigt wird seine Forschung auf dem Gebiet der submarinen Rutschungen, die ein Auslöser von Tsunamis sein können. Den Großteil seiner wissenschaftlichen Arbeit auf diesem Forschungsgebiet hat Strasser als Post-Doktorand am MARUM in Bremen durchgeführt. „Hier in Bremen bot sich mir eine einzigartige Kombination aus der akademischen Freiheit meinen Forschungsideen nachzugehen und der großartigen Unterstützung von gestandenen Meereswissenschaftlern“, erklärt der gebürtige Schweizer, der in Kürze eine Assistenz-Professur an der ETH Zürich antreten wird. Besonders habe er die Möglichkeit geschätzt, mit Kollegen aus den unterschiedlichsten Forschungsdisziplinen zusammenzuarbeiten.

Den Preis sieht Strasser vor allen Dingen als eine Auszeichnung der gesamten Arbeitsgruppe, denn „die Forschungserfolge waren nur durch die gute Zusammenarbeit mit meinen verschiedenen Forscherkollegen möglich.“

Im Jahre 2002 wurde der Grundstein für Strassers erfolgreiche Forschung in der Meeresgeologie gelegt: Als Student im achten Semester bekam er einen der begehrten Plätze an Bord des Forschungsbohrschiffs JOIDES Resolution und nahm an einer Tiefseebohr-Expedition des Ocean Drilling Program (ODP) teil. „Seitdem hatte mich dieser Bereich der Forschung richtig gepackt.“ Nach dem Studium der Geologie und seiner Doktorarbeit an der ETH Zürich kam Strasser nach Bremen, wo er seit 2007 als Fellow am MARUM arbeitet. Neben Forschungsprojekten vor Griechenland und Uruguay konzentriert sich seine Arbeit vor allem auf den Nankai-Trog vor der Küste Südwest-Japans. Kürzlich gelang es ihm und seinen Forscherkollegen durch dreidimensionale, seismische Messungen Rutschungen und Sedimentbewegungen nachzuweisen, die auf Beben in der Vergangenheit zurückzuführen sind. „Wenn wir erst einmal verstehen, wie und warum submarine Rutschungen entstehen, halte ich es durchaus für möglich, dass irgendwann auch Gefahrenkarten für Küstenregionen auf Basis dieses Wissens erstellt werden können.“ erklärt der Preisträger.

Die Geologische Vereinigung e.V. ist eine internationale geowissenschaftliche Organisation. Sie verleiht seit 2000 den Hans-Cloos-Preis an Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler, die in der Regel nicht älter als 35 Jahre sind und sich durch eine herausragende, eigenständige, international publizierte wissenschaftliche Leistung in den Wissenschaften von der festen Erde auszeichnen.

Weitere Informationen / Interviewanfragen / Bildmaterial:

Jana Stone
MARUM-Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0421 218 65541
Email: jstone@marum.de
MARUM entschlüsselt mit modernsten Methoden und eingebunden in internationale Projekte die Rolle des Ozeans im System Erde – insbesondere im Hinblick auf den globalen Wandel. Es erfasst die Wechselwirkungen zwischen geologischen und biologischen Prozessen im Meer und liefert Beiträge für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane.
Das MARUM umfasst das DFG-Forschungszentrum und
den Exzellenzcluster „Der Ozean im System Erde“.

Media Contact

Albert Gerdes idw

Weitere Informationen:

http://www.marum.de/

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

16 Millionen Euro für photonische Quantenprozessoren

BMBF-Projekt PhotonQ vereinigt sieben Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie Industriepartner. Quantencomputer sollen einmal in hohem Tempo Problemstellungen lösen, die für klassische Computersysteme nicht bearbeitbar sind. Bis die Rechner jedoch praxistauglich werden,…

Verkehr emittiert viele kleinste Partikel

Forscher des Helmholtz-Zentrums Hereon haben im vergangenen Jahr Luftmessungen an verschiedenen verkehrsrelevanten Orten in Hamburg vorgenommen und dazu Modellierungen für die ganze Stadt erstellt. Das Ergebnis: Die Belastung durch ultrafeine…

Verschränkt und verschlüsselt

Der Physiker Dr. Tobias Huber forscht an den Grundlagen der Quantentechnologie. Dafür erhält er vom Bundesforschungsministerium knapp fünf Millionen Euro. Quantenkommunikation und Quantencomputer: An diesen Zukunftsthemen forscht Dr. Tobias Huber…

Partner & Förderer