Millionenförderung für Leuphana Medienforschung

Ob Massenpanik im Stadion, Klimawandel oder Crashtest – mithilfe digitaler Medientechnik lassen sich am Computer Szenarien simulieren und daraus Handlungsempfehlungen ableiten.

Die neue Kolleg-Forschergruppe „Medienkulturen der Computersimulation“ an der Leuphana Universität Lüneburg wird jetzt untersuchen, wie durch solche Simulationen ganze Forschungsfelder neu definiert werden und wie sie das Verständnis von Wissenschaft und Wissensproduktion verändern. Das hat der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Anfang Oktober in Bonn beschlossen. In einer ersten vierjährigen Förderphase wird das auf acht Jahre angelegte Projekt mit rund vier Millionen Euro finanziert.

Die Lüneburger Professoren Claus Pias und Martin Warnke leiten die Kolleg-Forschergruppe. Sie werden an der Leuphana das erste deutsche Forschungszentrum aufbauen, das den epochalen Umbruch untersucht, zu dem die Entwicklung der digitalen Medien geführt hat. Dazu werden Medienwissenschaftler mit Vertretern anderer Disziplinen, die Computersimulationen einsetzen, zusammenarbeiten. Prof. Dr. Claus Pias: „Computersimulationen und ihre Ergebnisse greifen heute überall tief in unser alltägliches Denken, Handeln und Entscheiden ein.“ Wie die heutige Gesellschaft mit Sachverhalten umgehen kann, die sich ihr erst durch Simulationen erschließen, ist einer der Aspekte, die die Wissenschaftler in ihrem Projekt untersuchen werden.
In den kommenden Jahren werden dazu mehr als 70 Gastwissenschaftler in der rund 14-köpfigen Lüneburger Forschergruppe mitarbeiten. Sie kommen nicht nur aus zahlreichen europäischen Spitzenuniversitäten, sondern zum Beispiel auch von den US-amerikanischen Elitehochschulen Havard und Princeton. Das fachliche Spektrum der Forscher ist breit: es reicht von der Klimaforschung über Ozeanografie und Computergrafik bis hin zu Architektur, Wissenschaftsgeschichte und Philosophie. Den Schwerpunkt bildet die Medienwissenschaft.

Universitätspräsident Sascha Spoun sieht in der Förderzusage der DFG einen großen Erfolg: „Dass die erste medienwissenschaftliche Kolleg-Forschergruppe der DFG an der Leuphana eingerichtet wird, ist der kreativen, exzellenten Vorarbeit der Kollegen Pias und Warnke zu verdanken. Für unsere Universität ist diese Förderzusage nicht nur ein großer Schritt auf dem Weg zu einem deutschen Zentrum für die Erforschung der digitalen Medien. Sie zeigt auch, dass wir mit dem Vorhaben, an unserer Universität international wahrgenommene Grundlagenforschung zu etablieren, gut vorankommen.“

An der Leuphana wird bereits seit mehreren Jahren erfolgreich an diesem Thema gearbeitet: Der Innovations-Inkubator Lüneburg verfolgt, massiv gefördert von der Europäischen Union, seit zwei Jahren den Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt „Digitale Medien“. Das Institut für Kultur und Ästhetik digitaler Medien (ICAM) beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit Fragen der Kulturinformatik, der Medientheorie und der Mediengeschichte.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat mit ihrem aktuellen Beschluss erst die achte Kolleg-Forschergruppe eingerichtet. Es ist die bisher einzige in Niedersachsen.

Ansprechpartner für Medien

Henning Zuehlsdorff idw

Weitere Informationen:

http://www.leuphana.de/

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

EU-Forschungsnetzwerk will Erzeugung von Nanostrukturen mit fein fokussierten Ionenstrahlen voranbringen

Der fein fokussierte Ionenstrahl (Focused Ion Beam, FIB) ist ein sehr nützliches Werkzeug in der Nanotechnologie und in der Analytik. Wissenschaftler*innen nutzten die FIB-Technologie bisher vor allem, um Proben für…

Fraunhofer ISE entwickelt hochkompakten Wechselrichter zur Direktanbindung ans Mittelspannungsnetz

Mit voranschreitender Energiewende wird der Ausbau der Stromnetze zunehmend wichtiger. Immer mehr regenerative Erzeugungsanlagen sowie elektrische Speicher werden an das Netz angeschlossen. Dadurch kommt der Leistungselektronik eine entscheidende Rolle zu,…

Eisalgen verstärken Grönlands Eisschmelze – genährt von Phosphor

Der grönländische Eisschild schmilzt seit 25 Jahren dramatisch. Eine bislang wenig beachtete Triebkraft hierfür sind Eisalgen. Sie verdunkeln die Oberfläche und reduzieren so die Reflexion des Sonnenlichts. Das Eis schmilzt…

Partner & Förderer

Indem Sie die Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. mehr Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind so eingestellt, dass sie "Cookies zulassen", um Ihnen das bestmögliche Surferlebnis zu bieten. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, ohne Ihre Cookie-Einstellungen zu ändern, oder wenn Sie unten auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

schließen