Medikamentenentwicklung angestoßen

Christopher Martin aus Sparta in Griechenland erhält den von der Technologiestiftung Berlin gestifteten Promotionspreis der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft (BWG) 2015. Die Arbeit schafft die Voraussetzungen für die Entwicklung neuer Impfstoffe für Streptokokken- und Clostridieninfektionen.

Nicolas Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Technologiestiftung Berlin: „Die Dissertation von Christopher Martin führte bereits zur Auslizenzierung eines Startups, das mit den Schutzrechten arbeitet, die sich aus der Forschung ergeben haben. So trägt die Arbeit zur regionalen Wertschöpfung bei und stärkt den Innovationsstandort. Das ist einen Preis wert.“

Komplexe Zuckerstrukturen, sogenannte Glykane, spielen bei der Zell-Zell-Erkennung eine wichtige Rolle: So sind sie für die individuellen Blutgruppen verantwortlich, ebenso für die Reaktion unseres Immunsystems auf fremde Zellen wie zum Beispiel Bakterien oder Parasiten. Damit bieten Glykane auch Ansatzpunkte für Impfstrategien, also für die Sensibilisierung des Immunsystems gegen Infektionen ohne tatsächliches Infektionsgeschehen durch abgeschwächte Erreger.

Die jetzt ausgezeichnete Dissertation von Christopher Martin hat ein wichtiges Instrumentarium geschaffen: Die natürlichen Zuckerstrukturen der untersuchten pathogenen Keime waren bislang synthetisch schwer zugänglich. Herrn Martin ist die Synthese gelungen. Darüber hinaus hat er methodisch geschickt Voraussetzungen zur Charakterisierung und Auswahl geeigneter Impfstoffkandidaten für Streptokokken- und Clostridieninfektionen entwickelt.

Die Arbeit entstand an der Freien Universität Berlin. Sie wurde betreut von Prof. Peter Seeberger, der auch Direktor des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung (MPIKG) ist. Der Preis bestätigt, wie sinnvoll es ist, angewandte Forschung im Bereich der Biotechnologie zu fördern. Die Technologiestiftung hat dies über viele Jahre getan, beispielsweise hat sie durch die Förderung der „Glykostrukturfabrik“ die Etablierung der Arbeitsgruppe von Prof. Seeberger in Berlin unterstützt.

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Frauke Nippel idw - Informationsdienst Wissenschaft

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