Jury von 3D-Technik begeistert: Bremer Studierende für internationalen Wettbewerb qualifiziert

Die euspen Challenge ist ein internationaler Wettbewerb der Fachvereinigung für Präzisions- und Nanotechnologie. Er findet erstmals statt und soll herausragende, europäische Studierende als potenzielle, künftige Führungskräfte zu unterstützen. Organisiert wird er von Bremer Uni-Wissenschaftlern des Labors für Mikrozerspanung (LFM) an der Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) und Carl Zeiss – unter der Leitung des LFM-Leiters und euspen-Direktors Prof. Dr.-Ing. Ekkard Brinksmeier.

Dass auch ein Beitrag aus Bremen im Finale vertreten sein wird, freut den ehemaligen euspen-Präsidenten sehr: „Die euspen setzt sich seit Jahren mit großem Engagement für die Nachwuchsförderung ein und unterstützt hoffnungsvolle Talente nach Kräften. Mit der ‚euspen Challenge‘ wollen wir ein weiteres Zeichen setzen und dem Nachwuchs Türen öffnen.“

Drei Teams mit je drei Studierenden von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, der Fachhochschule Deggendorf und der Uni Bremen hatten sich mit ihren Arbeiten über Optik im deutschen Vorentscheid qualifiziert. „Herausragende Leistung und überzeugende Präsentationen“, wertete die Jury, die mit zwei Wirtschafts- und zwei Wissenschaftsvertretern besetzt war, und wählte aus jeder Gruppe einen Kandidaten für die Teilnahme am Finale aus. Die Juroren Dr. Miriam Schwentker (Olympus Europa) sowie die euspen-Direktoren Dr. Klaus-Friedrich Beckstette (Carl Zeiss), Prof. Dr.-Ing. Christian Brecher (RWTH Aachen) und Prof. Dr.-Ing. Ekkard Brinksmeier entschieden sich für Carla Brandao (Bremen, 3D-Vision in der Fotografie und Kinematografie), Manish Muthreja (Aachen, Zerspanungstechnik zum Heißprägen von optischen Mikrostrukturen) und Roland Maurer (Deggendorf, Algorithmen für die Mikroskopie).

Für bemerkenswerte 3D-Darstellung: Bremer Studierende erhalten zudem Sonderpreis

Zudem zeichnete die Jury die Bremer Studierenden „für ihre bemerkenswerte 3D-Darstellung“ mit einem Sonderpreis aus. Florian Böhmermann, Christian Haase und Carla Brandao erhielten je eine Digitalkamera von Olympus. „Doch wichtiger als alle Sachpreise sind die Chancen, die mit der Nominierung verbunden sind“, sagt Carla Brandao. „Die Möglichkeiten, die Fachwelt besser kennenzulernen und Kontakte zu schließen, sind unbezahlbar“, meint die Brasilianerin. „Darauf kann man nicht sparen, das kann man sich nicht kaufen.“

Die Möglichkeit, Maschinenbau und Verfahrenstechnik in dem disziplinenübergreifenden Studiengang „Produktionstechnik“ zu studieren, hatte sie nach Bremen gezogen. Nun schreibt sie wie auch ihre beiden Wettbewerbs-Team-Kollegen gerade an ihrer Diplomarbeit. Dennoch hat sich das Trio vier Wochen Zeit für die Lösung der euspen-Aufgabe genommen. Es galt, eine 20-minütige Präsentation zu einem Thema aus der Optik zu erarbeiten. Das Team entschied sich für das Feld „dreidimensionale Darstellungen“ und nutzte diese Technik auch für seinen Vortrag. „Wir wollten das Publikum damit auch unterhalten und begeistern“, erzählt Brandao.

Mit ihrem Sieg haben sich die Studierenden nicht nur die Fahrkarte ins Finale gesichert, sondern auch eine Einladung zur „10th International euspen Conference and Exhibition“, die Anfang Juni mit mehr als 400 Teilnehmern aus Wissenschaft und Industrie im niederländischen Delft stattfand. Dort stellte Brinksmeier der euspen-Gemeinschaft die Challenge-Teilnehmer vor. Die konnten sich gegenseitig kennenlernen und erste Kontakte mit führenden Wissenschaftlern und Unternehmern aus dem Bereich der Präzisionstechnologie aufnehmen.

Beim Challenge-Gastgeber Carl Zeiss in Jena werden sich die drei deutschen Finalisten Anfang Juli mit 18 Studierenden aus weiteren sechs Ländern messen müssen. In sieben Dreiergruppen aufgeteilt stellen sich die Studierenden einer neuen Aufgabe und präsentieren ihre Lösungen nach nur einem Tag Vorbereitung vor hochkarätigem, internationalem Fachpublikum.

European Society for Precision Engineering and Nanotechnology (euspen)

Die Europäische Gesellschaft für Präzisions- und Nanotechnologie (European Society for Precision Engineering and Nanotechnology – euspen) wurde 1998 mit Mitteln aus der Europäischen Gemeinschaft gegründet: Eine Gruppe führender Industrieller und Wissenschaftler wollte damit ein Netzwerk etablieren und eine gemeinsame Austauschplattform schaffen. Heute ist die euspen eine selbsttragende, global einflussreiche Gesellschaft mit Mitgliedern in über 30 Ländern aus aller Welt, die inzwischen mehr als 4.000 Experten auf dem Gebiet der Ultrapräzisionsbearbeitung im Mikro- und Nanobereich zusammengebracht hat.

Das Netzwerk verbindet Unternehmer, Forscher sowie zahlreiche Kooperationspartner. Sie treffen sich auf den jährlichen euspen-Konferenzen an wechselnden Orten in Europa und stehen auch darüber hinaus in stetem Kontakt. Die euspen ist eine Plattform zur Diskussion neuester Erkenntnisse, technologischer Entwicklungen, Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Feinmechanik, Mikrotechnik und Nanotechnologie. Sie fördert die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Ultrapräzisionsfertigung, die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie sowie zwischen den unterschiedlichen Disziplinen. Außerdem sind ihr die Ausbildung und die Nachwuchsförderung ein wichtiges Anliegen. Daher unterstützt sie talentierte Studierende und Ingenieure. Unter anderem mit der „euspen Challenge“ will das Netzwerk den Nachwuchs motivieren und Signale setzen.

Weitere Informationen:

Dr.-Ing. Oltmann Riemer (LFM, Universität Bremen)
Tel.: +49 (0)421 218-94 33, E-Mail: oriemer@lfm.uni-bremen.de
Axel Meier (LFM, Universität Bremen)
Tel.: +49 (0)421 218- 94 00, E-Mail: E-Mail: a.meier@lfm.uni-bremen.de
Sabine Nollmann (Wissenschaftskommunikation)
Tel.: +49 (0)170 904 11 67, E-Mail: mail@kontexta.de

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Eberhard Scholz idw

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