Gustav-Hertz-Preis der DPG für Dr. Eleftherios Goulielmakis

Dr. Eleftherios Goulielmakis, Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Quantenoptik, ist mit dem Gustav-Hertz-Preis 2013 der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) ausgezeichnet worden. Dieser Preis „soll eine hervorragende, kürzlich abgeschlossene Arbeit eines oder mehrerer junger Physiker/innen auszeichnen und so dem Ansporn des Nachwuchses dienen.“

Dr. Goulielmakis erhält die Auszeichnung „in Würdigung seiner herausragenden Beiträge auf dem Feld der Attosekunden-Physik, insbesondere für seine eigenständigen Experimente der jüngsten Zeit zur Erzeugung der kürzesten Pulse weicher Röntgenstrahlung, ihre Anwendung zur zeitaufgelösten Messung von Elektronendynamik und die Attosekunden-Kontrolle von Lichtfeldern. Diese Arbeiten eröffnen neue Wege zur Kontrolle der Materie auf nanoskopischer Skala mit unvorhergegangener Präzision.“

Dr. Eleftherios Goulielmakis wurde 1975 in Heraklion (Griechenland) geboren. Er studierte Physik an der Universität Kreta (Griechenland), an der er in den Jahren 2000 bzw. 2002 den Bachelor- und den Master-Abschluss bekam. Im Jahr 2005 promovierte er in Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Danach arbeitete er als Wissenschaftler in der Abteilung für Attosekundenphysik von Prof. Ferenc Krausz am MPQ und als Projektleiter am „Munich-Centre for Advanced Photonics“ (MAP). Mit Hilfe eines ERC Starting Grants des Europäischen Forschungsrates konnte er 2010 mit dem Aufbau einer eigenen Forschungsgruppe „Attoelectronics“ beginnen.

Der Schwerpunkt seiner Doktorarbeit war die Entwicklung der sogenannten „Attosekunden-Streaking“-Technik, die heute eine zentrale Rolle in der Attowissenschaft und Metrologie spielt. Diese Technik nutzt die ultraschnelle Änderung der Lichtfelder um schnelle elektronische Prozesse im Mikrokosmos abzubilden. Abgesehen von der Bedeutung der Methode für das Verständnis quantenmechanischer Prozesse ermöglicht die neue und einzigartige Technik die exakte Steuerung der Wellenform von Lichtpulsen.

Zu den wichtigsten Beiträgen von Eleftherios Goulielmakis zählen die Erzeugung der bis heute kürzesten elektromagnetischen „Blitze“ mit einer Dauer von nur 80 Attosekunden (1 as = 10-18 s) im Jahr 2008. Damit ließen sich 2010 erstmals die Bewegungen von Elektronen in der Valenzschale von Ionen in Echtzeit nachvollziehen. Unlängst haben Goulielmakis und sein Team den weltweit ersten „Light Field Synthesizer“ entwickelt. Das Werkzeug ermöglicht es, extrem breitbandige Lichtpulse zu erzeugen, deren Spektrum vom ultravioletten bis zum tief infraroten Bereich reicht, und deren Wellenform mit höchster zeitlicher und räumlicher Genauigkeit „maßgeschneidert“ werden kann. Damit eröffnen sich neue Perspektiven, Elektronen mit Hilfe von Licht zu steuern und auf diese Weise den Mikrokosmos mit bisher unerreichter Präzision zu beeinflussen, was starke Auswirkungen auf andere Gebiete, z.B. die Photonik, die Chemie oder die Nanotechnologie haben wird.

Dr. Goulielmakis erhielt 2007 den Foteinos Preis der Akademie von Athen und 2010 den „IUPAP Young Scients Prize in Optics“ der International Union of Pure and Applied Physics. Den Gustav-Herz-Preis wird er auf der kommenden Jahrestagung der DPG im März 2013 in Empfang nehmen. Olivia Meyer-Streng

Kontakt:
Dr. Eleftherios Goulielmakis
Max-Planck-Institut für Quantenoptik
Laboratory for Attosecond Physics
Hans-Kopfermann-Str. 1, D-85748 Garching
Tel: +49 (0) 89 32 905 -632
Fax:+49 (0) 89 32 905 -200
E-Mail: eleftherios.goulielmakis@mpq.mpg.de
www.attoworld.de/goulielmakis-group

Dr. Olivia Meyer-Streng
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Quantenoptik
Hans-Kopfermann-Str. 1, D-85748 Garching
Tel: +49 (0) 89 32 905 -213
Fax:+49 (0) 89 32 905 -200
E-Mail: olivia.meyer-streng@mpq.mpg.de

Media Contact

Dr. Olivia Meyer-Streng Max-Planck-Institut

Weitere Informationen:

http://www.mpq.mpg.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Was die Körnchen im Kern zusammenhält

Gerüst von Proteinflecken im Zellkern nach 100 Jahren identifiziert. Nuclear Speckles sind winzige Zusammenballungen von Proteinen im Kern der Zelle, die an der Verarbeitung genetischer Information beteiligt sind. Berliner Forschende…

Immunologie – Damit Viren nicht unter die Haut gehen

Ein Team um den LMU-Forscher Veit Hornung hat einen Mechanismus entschlüsselt, mit dem Hautzellen Viren erkennen und Entzündungen in Gang setzen. Entscheidend für die Erkennung ist eine typische Struktur der…

Kleine Moleküle steuern bakterielle Resistenz gegen Antibiotika

Sie haben die Medizin revolutioniert: Antibiotika. Durch ihren Einsatz können Infektionskrankheiten, wie Cholera, besser behandelt werden. Doch entwickeln die krankmachenden Erreger zunehmend Resistenzen gegen die angewandten Mittel. Nun sind Wissenschaftlerinnen…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close