Dienstleistungen produktiver gestalten

Prof. Dr. Peter Weiß <br>

Wie können Unternehmen ihre Dienstleistungen produktiver gestalten? Wie beeinflussen Kunden die Produktivität? Und: Wie können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wirkungsvoll bei der Entwicklung neuer Dienstleistungsangebote unterstützt werden?

Um diese Fragen zu beantworten, startet das ISM Institute of Service Management an der ISS International Business School of Service Management gemeinsam mit drei weiteren Projektpartnern das Verbundprojekt PROMIDIS „Produktivitätsmanagement für industrielle Dienstleistungen stärken.“ Das Bundesministerium für Bildung und Forschung gab grünes Licht für den Projektstart zum 01. Oktober 2012. Für die nächsten drei Jahre stellt das BMBF dem Konsortium zur Durchführung des Projekts insgesamt 1,84 Millionen Euro zur Verfügung.

In der produzierenden Industrie werden Maschinen und Anlagen heute fast ausschließlich von spezialisierten Dienstleistern gewartet und gepflegt oder auch komplett für den Produktionsbetrieb zur Verfügung gestellt. Industrielle Dienstleistungen wie Wartung, Fernservice und innovative Betreibermodelle werden zukünftig den Lebenszyklus von Maschinen und Anlagen entscheidend beeinflussen.

Vier wissenschaftliche Projektpartner, drei Praxispartner aus der Wirtschaft und zwei Industrieverbände forschen im Projekt PROMIDIS wie Unternehmen ihre Dienstleistungen produktiver gestalten können. Im Fokus stehen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen und die Frage, wie diese wirkungsvoll unterstützt werden können.

Prof. Dr. Peter Weiß, Professor für Service Operations Management an der ISS International Business School of Service Management in Hamburg, dessen Forschungsgruppe am ISM das Projekt koordiniert, erklärt zum Hintergrund: „Fragen zur Dienstleistungsproduktivität sind sehr praxisrelevant und die zu entwickelnden Methoden zur Produktivitätssteigerung sollen in der Praxis zukünftig genutzt und angewendet werden. Dienstleistungen bergen ein hohes gesamtwirtschaftliches Wachstumspotenzial, das durch die Steigerung der Produktivität besser ausgeschöpft werden kann“. Daher verwundere es nicht, dass die Produktivität industrieller Dienstleistungen immer weiter in den Blick des Managements rücke.

Doch wo lässt sich ansetzen, welche Hebel und Stellschrauben sind zu bewegen, um hier sichtbar die Produktivität verbessern zu können? Prof. Dr. Peter Weiß: „Das wollen wir in PROMIDIS erforschen. Wir werden uns sowohl mit den theoretischen Grundlagen als auch mit dem konkreten Messen, Bewerten und der Gestaltung der Produktivität von Dienstleistungen in der Praxis beschäftigen. Im Projekt wollen wir praxistaugliche Methoden und Softwarewerkzeuge zur Messung der Produktivität von Dienstleistungen entwickeln und erproben.“ Ziel sei, die Dienstleistungsproduktivität in den Unternehmen gezielt zu steigern und die dafür erforderlichen wissenschaftlich fundierten und in der Praxis erprobten Instrumente zur Verfügung zu stellen.

Gemeinsam mit dem ISM Institute of Service Management gGmbH Hamburg forschen im Projekt PROMIDIS die KU Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (Prof. Dr. Jens Hogreve), das RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der deutschen Wirtschaft e.V. Kompetenzzentrum Eschborn sowie die DGQ Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. Frankfurt/M. Praxispartner von PROMIDIS sind Sartorius electronics, Göttingen; Wilh. LAMBRECHT GmbH, Göttingen; AFSMI German Chapter e.V., Wiesbaden sowie der Industrieverband SPECTARIS, Berlin.

Im Forschungsteam von Prof. Weiß am ISM übernimmt Dipl.-Wirt.-Inf. Andreas Zolnowski die Projektleitung. Stephan Platz, MSc. arbeitet im Rahmen seiner Promotion an den PROMIDIS-Forschungsarbeiten am ISM mit. Das ISM wird sich intensiv mit dem Teilvorhaben „Grundlagenanalyse und Entwicklung von Instrumenten zur prozessbezogenen Steuerung der Produktivität industrieller Dienstleistungen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)“ befassen.

PROMIDIS ist Mitglied der strategischen Partnerschaft „Produktivität von Dienstleistungen“, die eine enge Kooperation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nach dem Modell einer Public-Private-Partnership bildet. Sie verfolgt die übergreifende Verknüpfung von Fragen der Dienstleistungsproduktivität mit zentralen Fragen des Innovationsmanagements für Dienstleistungen sowie das Vorantreiben der forschungspolitischen Diskussion zur Produktivität von Dienstleistungen. Sie hat das Ziel, der inhaltlichen Weiterentwicklung des gesamten Forschungs- und Entwicklungs- (FuE-) Bereichs der Produktivität von Dienstleistungen.

Weitere Informationen:
http://www.iss-hamburg.de
http://www.pt-dlr.de/
http://www.service-productivity.de
Hochschulinfo: Die ISS Hamburg ist eine staatlich anerkannte private Hochschule. Alle B.A.-, M.A.- und MBA-Studiengänge sind von der FIBAA gemäß den Qualitätsanforderungen des deutschen Akkreditierungsrates offiziell akkreditiert. Die flexiblen Studienprogramme der ISS sind an die modernen Ansprüche von Berufstätigen angepasst und lassen sich in alle zeitlichen Budgets integrieren. Neben dem kompakten Studienverlauf und der individuellen Betreuung aller Studierenden charakterisieren kleine Lerngruppen, die Vielzahl an Praxisprojekten sowie der stetige Wissenstransfer aus aktuellen Forschungsprojekten die ISS Hamburg.
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