BMBF bewilligt Verbundprojekt KATHAROS zur Servicerobotik

Das Bundesministerium für Forschung und Technologie hat im April 2013 im Rahmen des Forschungsprogramms „IKT2020 – Forschung für Innovationen“ das Verbundprojekt KATHAROS (Kontaminierungsprävention durch Autonome Transport- und HandhabungsRoboter in WäschereiSystemen) an der BTU Cottbus bewilligt.

Im Vordergrund der Förderung stehen Technologieentwicklungen und Prozesse, die eine besondere volkswirtschaftliche Hebelwirkung entfalten, Technologieführerschaften ausbauen, sowie neue Dienstleistungen integrieren und dabei insbesondere die Herausforderungen der Zukunft zum Nutzen der Menschen betrachten.

Unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Ulrich Berger, Lehrstuhl Automatisierungstechnik, werden aktuelle Fragestellungen zum Einsatz von Robotern in einem dienstleistungsorientierten Umfeld erforscht. Ebenfalls am Projekt beteiligt sind Prof. Dr. Christiane Hipp, die bereits seit vielen Jahren mit ihrem Lehrstuhl Organisation, Personalmanagement und Unternehmensführung im Bereich Dienstleistung und Innovation forscht, das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) und die international agierende Herbert Kannegießer GmbH als Industrie- und Umsetzungspartner, sowie die Götting KG als Technologiepartner und die Krankenhauswäscherei KEH GmbH.

Projektstart ist der 1. Mai 2013. Bei einer Laufzeit von 36 Monaten umfasst das Projektvolumen etwa 2,2 Mio €.

Der Siegeszug der Robotik in modernen Produktionsumgebungen ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Während die Industrierobotik am Markt etabliert ist, sind in der Assistenz- und Servicerobotik noch zahlreiche Probleme ungelöst. Hier setzt die Zielstellung des Forschungsvorhabens KATHAROS an. In den kommenden Jahren wird ein neuartiges Servicerobotersystem für logistische Prozesse im Einsatzgebiet industrieller Großwäschereien konzipiert, prototypisch umgesetzt sowie in realen Anwendungsszenarien evaluiert. Damit wird ein Unterstützungssystem iniziiert, um das erhebliche Gefährdungspotenzial für die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Wäscherei einzudämmen und eine Hilfe zur Handhabung schwerer Lasten zu schaffen.

Das innovative Systemkonzept besteht aus steuerungstechnisch verknüpften, autonom operierenden Transport , Vereinzelungs-, Sortier- und Kommissioniermodulen. Anwendungsbereiche für Serviceroboter ergeben sich in der Intralogistik im Kernbereich einer Wäscherei, beispielsweise zum Sortieren von Schmutzwäsche, Beschicken von Waschstraßen oder auch der Handhabung und Verteilung der fertigen Wäschepakete. Ein signifikantes Potenzial wird zudem in der zusätzlichen Unterstützung der Extralogistik bis in die kundenspezifischen Prozesse in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Hotels und Großbetrieben gesehen. Eine Steigerung der Auslastung und Planbarkeit des industriellen Wäschereiprozesses ermöglicht es, die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile dieser Technologie aufzuzeigen.

Mit dem bewilligten Projekt erweitert der Lehrstuhl Automatisierungstechnik seine Kompetenzen auf dem Gebiet der Robotertechnik, in dem in den letzten Jahren über 2 Mio. € Drittmittel eingeworben wurden. Am 8. März 2013 wurde Prof. Berger als ordentliches Mitglied in das internationale Netzwerk euRobotics aufgenommen. Dieses Netzwerk ist die zentrale Organisation der europäischen Robotik-Vereinigungen und berät u.a. die Europäische Kommission in Vorbereitung der Themen für das 8. Forschungsrahmenprogramm Horizon2020.

Weiterführende Informationen

Prof. Dr.-Ing. Ulrich Berger,
Inhaber des Lehrstuhls Automatisierungstechnik, Tel: (0355) 69-4111
E-Mail: ulrich.berger@tu-cottbus.de

Prof. Dr. Christiane Hipp, Inhaberin des Lehrstuhls Organisation, Personalmanagement und Unternehmensführung, Tel. (0355) 69-3618,

E-Mail: hipp@tu-cottbus.de

Media Contact

Iris Mrosk idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Neutronen-basierte Methode hilft, Unterwasserpipelines offen zu halten

Industrie und private Verbraucher sind auf Öl- und Gaspipelines angewiesen, die sich über Tausende von Kilometern unter Wasser erstrecken. Nicht selten verstopfen Ablagerungen diese Pipelines. Bisher gibt es nur wenige…

Dresdner Forscher:innen wollen PCR-Schnelltests für COVID-19 entwickeln

Noch in diesem Jahr einen PCR-Schnelltest für COVID-19 und andere Erreger zu entwickeln – das ist das Ziel einer neuen Nachwuchsforschungsgruppe an der TU Dresden. Der neuartige Test soll die…

Klimawandel und Waldbrände könnten Ozonloch vergrößern

Rauch aus Waldbränden könnte den Ozonabbau in den oberen Schichten der Atmosphäre verstärken und so das Ozonloch über der Arktis zusätzlich vergrößern. Das geht aus Daten der internationalen MOSAiC-Expedition hervor,…

Partner & Förderer