RoboCup 2007: Jacobs University ist Vizeweltmeister in der Virtual Rescue Liga

Das Jacobs-Team musste sich nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen nur dem Team der Carnegie Mellon University mit einem Rückstand von 11 von 247 Punkten geschlagen geben. Insgesamt acht Forschergruppen waren zur Weltmeisterschaft in dieser Liga angetreten, die in einem hochrealistischen Simulator die Leistung von Rettungsrobotern in verschiedensten Katastrophenszenarien testet.

Der Wettbewerb der virtuellen Roboter ist Teil der Robocup Rescue Simulation League. Ziel dieses speziellen RoboCup-Turniers ist es, Forschung auf dem Gebiet der intelligenten, kooperativen Multirobotersysteme anzuregen, die für den Rettungseinsatz in städtischen Krisenszenarien entwickelt werden. Der verwendete Simulator wurde vom US National Institute of Standards and Technology (NIST) entwickelt und wird u. a. zum Ersthelfertraining verwendet.

Aufgabe des virtuellen Roboterteams während des Wettbewerbs ist es, ein Katastrophengebiet mit Bereichen im Freien und innerhalb von Gebäuden zu erkunden und zu kartieren. Die verwendeten virtuellen Roboter und ihre Sensoren spiegeln dabei sehr genau die Eigenschaften und Fähigkeiten realer Roboter wieder.

Das Jacobs Rescue Robot Team konnte mit einem hohen Maß an Intelligenz der Roboter bis hin zu vollständig autonomen Agieren überzeugen. Ein einziger menschlicher Operator konnte aus einem virtuellen Leitstand ein Team von insgesamt vier kooperierenden Robotern steuern, die gemeinsam verschiedene Desasterszenarios erkundeten, Karten erstellten und Opfer fanden.

Das Team der realen Jacobs-Rettungsroboter – auf denen die virtuellen basieren – erlangte als einziges nicht-asiatisches Team in der diesjährigen Robot Rescue Liga den fünften Platz von insgesamt 16 Teams. In dieser Wettbewerbsdisziplin werden Katastrophengebiete durch entsprechende Hindernisarenen simuliert. Die echten Roboter hatten, wie ihre virtuellen Gegenstücke, eine starke Konkurrenz. Dennoch gelang es ihnen, alle Teams aus Europa, Australien und den USA zu schlagen, einschließlich so renommierter Institutionen, wie dem California Institute of Technology. Die ersten vier Plätze wurden ausschließlich von asiatischen Teams belegt, mit „Independent“ aus Thailand an der Spitze und „Toin Pelican United“ aus Japan auf Platz zwei. Die Top-Teams setzten sich vor allem wegen ihrer sehr guten Mobilität und schwierigsten Bedingungen durch, waren jedoch im wesentlichen ferngesteuert und weisen nicht die intelligenten Funktionen zur Unterstützung von Bedienern auf, mit denen die Jacobs-Roboter ausgestattet sind: Die autonome Aktionsfähigkeit des Jacobs-Rettungsroboter-Teams, etwa schwierigstem Gelände bei gestörtem Datenfunk, und die Fähigkeit, Opfer zu finden und Rettungskräfte über Karten dorthin zu führen, sind derzeit weltweit einmalig.

Media Contact

Dr. Kristin Beck idw

Weitere Informationen:

http://robotics.jacobs-university.de

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