Ausgezeichnete Nachwuchswissenschaftler – Vereinigung von Freunden und Förderern verleiht 14 Preise bei Akademischer Feier

Der am höchsten dotierte Preis ist der 1994 von Dr. Hans Messer gestiftete Adolf-Messer-Stiftungs-Preis mit einem Preisgeld von 25.000 Euro. Das Besondere: es werden Projekte in interdisziplinärer Grundlagenforschung gefördert, die mit dem Preisgeld realisiert werden können. Der Preis richtet sich an promovierte Nachwuchswissenschaftler aus den Naturwissenschaften. Diesjährige Preisträgerin ist die Pharmazeutin Dr. Stefanie Oess. Die Wissenschaftlerin beschäftigt sich am Institut für Biochemie II des Universitätsklinikums mit der „Charakterisierung der molekularen Mechanismen der Zellproliferationskontrolle durch NOSIP und ihre Bedeutung für die cranio-fazale Entwicklung“. Von dieser nun mit dem Messer-Preis geförderten Untersuchung erhofft sie sich ein tieferes Verständnis der molekularen Mechanismen der Entwicklung der Gesichts-, Kopf- und Nackenregion sowie neue Ansatzpunkte für künftige therapeutische Interventionen bei angeborenen Missbildungen dieser Bereiche.

Der mit 5.000 Euro dotierte Werner-Pünder-Preis wurde von der internationalen Sozietät Clifford Chance Pünder gestiftet, um hervorragende Arbeiten zum Themenkreis „Freiheit und Totalitarismus“ auszuzeichnen. Diesjähriger Preisträger ist Dr. Carsten Kremer vom Fachbereich Rechtswissenschaft für seine Dissertation „Die Willensmacht des Staates. Die gemeindeutsche Staatsrechtslehre des C. F. von Gerber“. Kremer stellt in dieser Arbeit überzeugend dar, dass die insbesondere von Gerber vorangetriebene Entstehung eines wissenschaftlichen öffentlichen Rechts im Kontext der Systematisierung des römischen Rechts seit der historischen Rechtsschule (Savigny und Puchta) gesehen werden muss.

Den ebenfalls mit einem Preisgeld von 5.000 Euro verbundenen Preis der Rudolf-Geißendörfer-Stiftung konnte der Mediziner Dr. Oliver Seitz entgegennehmen. Mit dem Preis wurde die Projektskizze seines Forschungsvorhabens „Molekulare und zelluläre Analyse der Gewebedynamik während der Transplantationsheilung in der plastisch-rekonstruktiven Gesichtschirurgie“ ausgezeichnet. Der nach Prof. Rudolf Geißendörfer (Ordinarius und Rektor der Chirurgischen Universitätsklinik Frankfurt von 1946 bis 1970) benannte Preis würdigt Einzelleistungen in der Chirurgie beziehungsweise in chirurgischen Fächern.

Überreichte wurde bei der Akademischen Feier weiterhin der seit 1969 verliehene Preis der Vereinigung von Freunden und Förderern der Universität. Er ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird jährlich in drei Teilpreisen für die besten naturwissenschaftlichen Arbeiten an der Universität vergeben. Den 2007 gleich zweimal vergebenen 1. Preis in Höhe von jeweils 4.000 Euro erhielten Dr. Jacqueline Burré vom Fachbereich Biowissenschaften und Dr. Gamze Hosafci vom Fachbereich Physik. Burré wurde für ihre Dissertation „Proteomanalyse synaptischer Vesikel und Charakterisierung neuer Proteine“ ausgezeichnet, die sie am Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft durchführte. Hosafci überzeugte die Jury mit ihrer Doktorarbeit „Entwicklung einer reagenzienfreien Methode zur quantitativen Bestimmung der Inhaltsstoffe von Körperflüssigkeiten mit ATR-FTIR-Spektroskopie“. Ihre Untersuchung resultierte in ein auf infrarotspektroskopischen Methoden beruhendes Analysesystem für Vollblut-, Blutplasma- und Urinproben, das bereits heute auf größtes industrielles Interesse stößt. Träger des 2. Preises (2.000 Euro) ist der Physiker Daniel Farid Abawi mit seiner Dissertation „Authentische Integration von virtuellen Objekten in Augmented Reality-Anwendungen“. Ihre Ergebnisse kommen primär der Fortentwicklung der Graphischen Datenverarbeitung zu Gute, speziell der computergestützten Erweiterung der Realitätswahrnehmung und damit der Entwicklung multimedialer Benutzungsoberflächen und Anwendungen.

Der seit dem Jahr 2000 jährlich verliehene Mediterran-Preis wurde von einer Gönnerin der Universität und des Faches Archäologie gestiftet, die ungenannt bleiben möchte. Ausgezeichnet werden herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der klassischen und vorderasiatischen Archäologie. In diesem Jahr wurden gleich zwei Arbeiten mit Preisgeldern in Höhe jeweils 3.000 Euro ausgezeichnet: Nina Fenn wurde für ihre Doktorarbeit „Untersuchungen zu Herkunft und Produktion hellenistischer und kaiserzeitlicher Keramik aus Priene“ ausgezeichnet, Dr. Christian Falb für seine Dissertation „Untersuchungen an Keramikwaren des dritten Jahrtausends v. Chr. aus Nordsyrien. Untersuchungen zu Chronologie, Verbreitung, Typologie und Zusammensetzung“.

Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Umweltforschung wird seit 1984 der Procter & Gamble-Preis verliehen. Auch diese Auszeichnung ging 2007 an zwei Preisträger, die sich über jeweils 1.500 Euro freuen können. Simone Galluba und Christian Claßen (Fachbereich Biowissenschaften) wurden beide für ihre Diplomarbeiten ausgezeichnet, die sich im Falle Gallubas um die „ökotoxikologische Charakterisierung ausgewählter Platingruppenelemente“ drehte und bei Claßen den „Vergleich der Taxon- und Klonzusammensetzung von rezenten und subfossilen Daphnia-Populationen des Bodensees und des Greifensees“ zum Inhalt hatte.

Der Friedrich-Sperl-Preis zur Förderung der Geisteswissenschaften wird für hervorragende geschichtswissenschaftliche Arbeiten verliehen. In diesem Jahr wurde er zu gleichen Teilen á 1.250 Euro an Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl und Dr. Vera Hierholzer vergeben. Schulmeyer-Ahl stach mit ihrer Dissertation „Der Anfang vom Ende der Ottonen. Konstitutionsbedingungen historiographischer Nachrichten in der Chronik Thietmars von Merseburg“ hervor, Hierholzer mit ihrer Doktorarbeit „Nahrung nach Norm. Regulierung von Nahrungsmittelqualität in der Industrialisierung (1870-1914)“. Sah die Jury in Schulmeyer-Ahls Arbeit einen „Zugang nicht bloß zu den Darstellungsmodi eines Chronisten des frühen 11. Jahrhunderts, sondern darüber hinaus zur Konstitutionslogik, zu den Kognitions- und Konstruktionsweisen mittelalterlicher Geschichtsschreibung überhaupt“, belegte die Arbeit Hierholzers, dass es „trotz der gegenwärtigen Skandale […] wohl zu keinem früheren Zeitpunkt eine derart gute Nahrungsmittelqualität gegeben [hat], wie in der Gegenwart.“

Zum erst dritten Mal wurde in diesem Jahr schließlich der Benvenuto Cellini-Preis verliehen. Der Förderverein des Kunstgeschichtlichen Instituts vergibt diesen mit 1.000 Euro dotierten Preis für die beste Dissertation am Kunstgeschichtlichen Institut. Ausgezeichnet wurde Julia Gerth für ihre Dissertation „Wirklichkeit und Wahrnehmung. Studie zum Bildtypus und zur Funktion der Passionspanoramen“. Ebenfalls mit 1.000 Euro dotiert ist schließlich der Preis der Gottfried Michelmann-Stiftung für In- und Ausländisches Medienrecht, den Arne Hasse für seine Dissertation „Die Finanzierung des öffentlichrechtlichen Rundfunks – Bestand und Alternativen“ entgegennehmen konnte.

Informationen: Lucia Lentes, Vereinigung von Freunden und Förderern der Universität (VFF), Campus Bockenheim, Senckenberganlage 31, 60325 Frankfurt am Main. Tel: (069) 798-22756, Fax: (069) 798-28530, lentes@pvw.uni-frankfurt.de

Preis der Vereinigung der Freunde und Förderer der Universität
1. Preis: Dr. Jacqueline Burré
1. Preis: Dr. Gamze Hosafci
2. Preis: Daniel Farid Abawi
Adolf-Messer-Stiftungs-Preis: Dr. Stefanie Oess
Benvenuto Cellini-Preis: Julia Gerth
Friedrich-Sperl-Preis: Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl, Dr. Vera Hierholzer
Preis der Gottfried Michelmann-Stiftung: Arne Hasse
Mediterran-Preis: Dr. Christian Falb, Nina Fenn
Procter & Gamble-Preis: Christian Claßen, Simone Galluba
Werner-Pünder-Preis: Dr. Carsten Kremer
Forschungspreis der Rudolf-Geißendörfer-Stiftung: Dr. Oliver Seitz

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Stephan M. Hübner idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-frankfurt.de

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