Siemens Communications Academic Award 2006 für Ilmenauer Absolventen

Dipl.-Ing. Florian Römer von der Technischen Universität Ilmenau wird für seine hervorragenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Mobilkommunikation mit dem Siemens Communications Academic Award ausgezeichnet. Die Siemens AG stiftet den Preis seit 2002 jährlich der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Ilmenau für die beste Abschlußarbeit auf diesem Wissensgebiet. Er wird dem Ilmenauer Absolventen im Rahmen der feierlichen Exmatrikulation am Sonnabend, dem 27. Januar 2007, um 14.00 Uhr im Auditorium Maximum der TU Ilmenau, verliehen.

Dipl.-Ing. Florian Römer, in Erfurt geboren, studierte an der Technischen Universität Ilmenau im Studiengang Ingenieurinformatik. Er absolvierte sein Diplom mit dem bestmöglichen Prädikat „mit Auszeichnung“ (1,0). Sein einjähriges Auslandsstudium an der McMaster University (Hamilton, Ontario, Kanada, USA) im Studienjahr 2003/2004 wurde vom DAAD gefördert. Begleitend zu seinem Studium war Florian Römer bereits seit 2003 am Fachgebiet Nachrichtentechnik der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik als studentische Hilfskraft beschäftigt. Im Rahmen dieser Tätigkeit beteiligte er sich aktiv an aktuellen Forschungsthemen und publizierte seine Ergebnisse bereits bei sechs internationalen Konferenzen im In- und Ausland.

Der Titel der Diplomarbeit, die ebenfalls am Fachgebiet Nachrichtentechnik unter Betreuung von Prof. Dr.-Ing. Martin Haardt sowie Dott. Ing. Giovanni Del Galdo entstand, lautet „Advances in subspace-based parameter estimation: Tensor-ESPRIT-type methods and noncircular sources“. Die Arbeit ist in englischer Sprache verfasst, da die Ergebnisse so einem breiten Kreis von interessierten Wissenschaftlern der ganzen Welt zugängig gemacht werden können.

Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Problem der hochauflösenden mehrdimensionalen Parameterschätzung. Diese sehr grundlegende Aufgabenstellung findet Anwendung in einer weit gefächerten Zahl von praktischen Anwendungen. Als Beispiele seien bildgebende Verfahren in der Medizin mit sehr hoher Auflösung ebenso wie Kodierung von Audiosignalen zur Verbesserung der Qualität von Sprach- oder Musikübertragung genannt. Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet stellt die Beschreibung des Übertragungskanals im Mobilfunk dar. Dazu existiert an der TU Ilmenau ein spezielles, hochsensibles Messgerät (Channel Sounder), mit denen die Funkübertragung unter realistischen Bedingungen, wie etwa in Kooperation mit dem Fachgebiet Elektronische Messtechnik in der Ilmenauer Innenstadt, aufgezeichnet wird. Auf diese Messdaten angewandt lassen sich mit Hilfe der in der Diplomarbeit diskutierten Verfahren Rückschlüsse ziehen, wie die Funkwellenausbreitung stattgefunden hat und abstrakte Modelle der Übertragung ableiten. Diese Modelle ermöglichen es, neue Verfahren der Mobilkommunikation unter realistischen Bedingungen in Simulationen zu erproben, ohne dafür Endgeräte herstellen zu müssen.

In seiner Diplomarbeit hat Florian Römer die zugrunde liegende Problemstellung analysiert. Er leistete dabei einen erheblichen Beitrag zur Weiterentwicklung der mathematischen Grundlagen. Unter anderem schaffte er eine Verbindung zu einem Zweig der Mathematik, der sich mit mehrdimensionalen Größen beschäftigt, der so genannten Tensorrechnung. Die Anwendung dieser Methoden führte zu erheblichen Verbesserungen der Genauigkeit bei einer großen Zahl von Verfahren im Bereich der Richtungsschätzung. Neben der theoretischen Beschreibung demonstrierte Herr Römer die Verbesserungen durch zahlreiche Simulationsergebnisse graphisch.

Kontakt:
Dipl.-Ing. Florian Römer
Tel.: 03677 69-1269
Email: Florian.Roemer@tu-ilmenau.de

Media Contact

Wilfried Nax M.A. idw

Weitere Informationen:

http://www.tu-ilmenau.de/nt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Hochleistungs-Metalloptiken mit Lothar-Späth-Award 2021 ausgezeichnet

Fraunhofer IOF und HENSOLDT Optronics entwickeln optisches Teleskop zur Erforschung des Jupitermondes Ganymed. Forscher des Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF sind gemeinsam mit ihrem Partner für die Entwicklung…

Chemiker designen „molekulares Flaggenmeer“

Forschende der Universität Bonn haben eine molekulare Struktur entwickelt, die Graphit-Oberflächen mit einem Meer winziger beflaggter „Fahnenstangen“ bedecken kann. Die Eigenschaften dieser Beschichtung lassen sich vielfältig variieren. Möglicherweise lassen sich…

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Batterie der Zukunft

Kompetenzcluster für Festkörperbatterien „FestBatt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geht in die zweite Förderphase – Koordination durch Prof. Dr. Jürgen Janek vom Gießener Zentrum für Materialforschung – Rund 23…

Partner & Förderer