Forschungspreis 2004 der Deutschen Steinkohle: Sensoren und Satelliten für umweltschonenden Bergbau

Einem möglichst umweltschonenden Bergbau dient das Forschungsprojekt „Mineo“ der Europäischen Union, an dem die Deutschen Steinkohle AG (DSK) beteiligt war. Der Projektleiter Peter Vosen (44 , aus Bottrop) wurde jetzt mit dem DSK-Forschungspreis 2004 ausgezeichnet.

Erprobt und weiterentwickelt wurde das Projekt unter anderem in der Kirchheller Heide im Einwirkungsbereich des Bottroper Bergwerks Prosper-Haniel. Andere Forschungsregionen waren Bergbaugebiete in Großbritannien, Finnland, Österreich, Portugal und Grönland. Dabei werden mit einer hochempfindlichen Kamera, einem so genannten hyperspektralen Sensor, Aufnahmen der Erdoberfläche gemacht und letztlich so Daten gewonnen, die Auskunft über die ökologische Entwicklung des beobachteten Untersuchungsraumes geben. Etwaige negative Entwicklungen zum Beispiel der Pflanzenwelt können so schon frühzeitig erkannt und durch Gegenmaßnahmen verhindert werden. Vorteile dieser Anwendung gegenüber herkömmlichen Methoden sind Schnelligkeit und flächendeckende Verfügbarkeit. Für Bergbaubetreiber und Umweltbehörden ergeben sich so deutlich bessere Entscheidungsgrundlagen. Das Projekt gehört zu einer ganzen Reihe von Forschungsprojekten der DSK zur flugzeuggetragenen und satellitengestützten Fernerkundung im Rahmen des Umweltmonitorings. Die Zukunft liegt dabei in der flächendeckenden Überwachung der Untersuchungsräume mit Hilfe von Satelliten.

Bei der Auswertung handelt es sich um hochkomplizierte Rechenmodelle, in die Forscher außer den eigentlichen Messdaten viele weitere Informationen eingespeist haben. Denn die Rohdaten, die durch die Aufnahmen geliefert werden, sind für sich genommen kaum interpretierbar. Erst im Computer verwandeln sie sich in Bilder und Diagramme, mit denen ein menschlicher Betrachter etwas anfangen kann.

Aufbauend auf den erzielten Ergebnissen, arbeiten die DSK-Forscher zurzeit an einem Folgeprojekt. Der Ingenieur Peter Vosen leitete das Projekt für die DSK. Dabei arbeitete er eng mit den geologischen Diensten der beteiligten Länder sowie mit dem Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Union zusammen. „Mineo“ ist die Abkürzung für den englischen Projektnamen „Monitoring and assessing the environmental Impact of mining activities in Europe using advanced Earth Observation Techniques“ – „Umweltüberwachung in Bergbaugebieten mit neuen Fernerkundungsmethoden“. Vosen arbeitet seit 1989 Jahren für die DSK im Bereich Geoinformationssysteme.

Das Forschungsprojekt war für ihn ein „Heimspiel“: Vosen wohnt in Kirchhellen. „Die Arbeit an dem Projekt und auch der Austausch mit Kollegen aus anderen Ländern machen sehr viel Spaß, und wie man sieht, erzielen wir auch sehr gute Ergebnisse“, freut sich der 44jährige über die hohe Auszeichnung für sein Projekt. Ohne die Unterstützung der Europäischen Union, so Vosen, wäre diese Arbeit wohl nicht möglich gewesen.

Der Preis wurde Peter Vosen (Mitte) vor über 200 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik übergeben. Jürgen Eikhoff (links), Vorstandsmitglied Technik der DSK, hielt die Laudatio. „Mit dem Projekt Mineo tragen wir dazu bei, dass den Belangen des Umweltschutzes durch den Bergbau mit modernster Technik Rechnung getragen wird“, betonte Eikhoff. „Wir wollen mit einem umweltschonenden Steinkohlenbergbau zur Sicherheit der Energieversorgung in Deutschland beitragen“. Den Festvortrag hielt der Astronaut Ulf Merbold (rechts) zum Thema „Wissenschaft im Weltraum“.

Media Contact

Ulrich Aghte Deutsche Steinkohle AG

Weitere Informationen:

http://www.deutsche-steinkohle.de

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