Johann-Philipp-Reis-Preis 2003 für Nachrichtentechniker

Für ihre Forschungsarbeiten zur Verbesserung des Mobilfunks werden zwei Wissenschaftler mit dem Johann-Philipp-Reis-Preis geehrt. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung geht diesem Jahr an Peter Jax (32) aus Aachen und an Henning Puder (32) aus Darmstadt. Jax befasste sich mit der künstlichen Bandbreitenerweiterung von Telefonsprache, Puder erforschte die Geräuschreduktion von Freisprecheinrichtungen.

Der Preis wird alle zwei Jahre vom Verband der Elektrotechnik (VDE) gemeinsam mit der Deutschen Telekom und den hessischen Städten Friedrichsdorf und Gelnhausen vergeben, in denen Reis lebte. Der Erfinder (1834 – 1874) hat noch vor Alexander Graham Bell das erste Telefon entwickelt, seine Erfindung aber nicht patentieren lassen. Die Preisverleihung findet am 12. November in Friedrichsdorf statt.

Jax’ Erfindung macht am Telefon schwer verständliche Buchstaben wie f und s besser unterscheidbar. Das Problem rührt daher, dass der Frequenzbereich für Sprachsignale künstlich begrenzt wird. Bei digitaler Signalübertragung wäre diese – aus der analogen Technik stammende – Beschränkung nicht mehr nötig. Doch die entsprechenden Endgeräte sind noch immer sehr teuer. Jax hat ein Verfahren entwickelt, mit dem es ausreicht, wenn eines von beiden ein Breitband-Telefon ist.

Puders Arbeit macht Telefonate etwa aus dem Auto besser verständlich. Das Problem besteht darin, Sprache und Hintergrundgeräusche zu trennen. Bisher werden, wenn der Telefonierende schweigt, die Hintergrundgeräusche gemessen und später beim Sprechen herausgefiltert. Puder entwickelte ein elektronisches Modell, das Sprache und Geräusche getrennt nachbildet. Bei jedem Telefonat werden das Mikrofon-Signal und das Modell-Signal miteinander verglichen, so dass die Trennung immer besser wird. Damit werden auch Geräusche herausgefiltert, die sich in kurzer Zeit schnell verändern.

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