Rudolf-Kaiser-Preis 2002 geht an Dr. Immanuel Bloch

Für seine herausragende Forschung wird der LMU-Wissenschaftler Dr. Immanuel Bloch mit dem Rudolf-Kaiser-Preis 2002 ausgezeichnet. Die mit 30.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung für deutsche Nachwuchsphysiker verleiht der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft am 9. April 2003 in München.

Dr. Immanuel Bloch ist Leiter der Projektgruppe „Ultrakalte Quantengase“ an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und am Max-Planck-Institut für Quantenoptik. Im Mittelpunkt seiner jetzt ausgezeichneten Arbeiten stehen die Eigenschaften von ultrakalten Quantengasen in künstlichen Festkörpern aus Licht. Bloch arbeitet dabei mit dem so genannten Bose-Einstein-Kondensat – einer neuen Materieform, die erst bei ultrakalten Temperaturen, nur ein Millionstel Grad über dem absoluten Temperatur-Nullpunkt, entsteht.

Für die erstmalige Erzeugung dieser neuen Materieform erhielten Eric Cornell, Carl Wieman und Wolfgang Ketterle 2001 den Nobelpreis für Physik. Dr. Immanuel Bloch hat nun Bose-Einstein-Kondensate in tausenden winzigen Lichtfallen gespeichert und so einen künstlichen Kristall für das Atomgas geschaffen. Das gefangene Gas verhält sich wie ein künstlicher Festkörper, an dem nahezu alle physikalischen Parameter kontrolliert verändert werden können. So lässt sich beispielsweise die Stärke des Kristalls einfach über die Intensität des Lichtfeldes einstellen. An diesem System gelang Bloch bereits eine Umwandlung des wellenartigen Bose-Einstein-Kondensats in das Teilchengitter eines Mott-Isolators. Mit diesem von Dr. Immanuel Bloch angestoßenen Forschungsgebiet lassen sich eine Fülle von Anwendungen in der Festkörperphysik, Atomphysik und Quantenoptik umsetzen, die das grundlegende Verständnis über komplexe quantenmechanische Systeme erweitern können.

Dr. Immanuel Bloch hat an der Universität Bonn Physik studiert. Nach einem einjährigen Forschungsaufenthalt an der Stanford Universität (USA), promovierte er an der LMU. Im Anschluss setzte Bloch seine Forschungstätigkeit am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und an der Universität München als Projektleiter der Gruppe „Ultrakalte Quantengase“ bei Professor Theodor W. Hänsch fort. Schon für seine früheren Experimente erhielt Dr. Bloch Förderpreise der LMU. Im Jahr 2000 wurde er zusammen mit Theodor W. Hänsch und Tilman Esslinger mit dem Philipp-Morris-Forschungspreis ausgezeichnet. 2001 war Bloch Preisträger der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft.

Die feierliche Preisverleihung des Rudolf-Kaiser-Preis 2002 findet am 9. April 2003, um 10.30 Uhr im Großen Physikalischen Hörsaal der LMU (Eingang über Schellingstr. 4) statt. Der Preisträger wird dabei seine jüngsten Forschungsergebnisse vor Fachkollegen und der interessierten Öffentlichkeit vorstellen.

Weitere Informationen:

Dr. Immanuel Bloch
Ludwig-Maximilians-Universität München
Sektion Physik/Lehrstuhl Hänsch
Schellingstr. 4/III
80799 München
E-Mail: [email protected]
Tel: 089 – 2180-3704
Fax: 089 – 285192

Ansprechpartner für Medien

Cornelia Glees-zur Bonsen idw

Weitere Informationen:

http://www.mpg.de

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