NRW-Existenzgründerprogramm PFAU fördert Sieger

Start-up aus der RWTH Aachen gewinnt den Innovationspreises der deutschen Wirtschaft

Das nordrhein-westfälische Jungunternehmen Solvent Innovation GmbH hat den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft erhalten, der am 18. Januar 2003 im Rahmen einer großen Gala Night in der Alten Oper in Frankfurt verliehen wurde. Forschungsministerin Hannelore Kraft: „Die Solvent Innovation GmbH ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Know-how aus nordrhein-westfälischen Hochschulen für die Wirtschaft erschlossen wird.“

Das im Rahmen des NRW-Existenzgründerprogramms PFAU (Programm zur Finanziellen Absicherung von Unternehmensgründern aus Hochschulen) geförderte Start Up-Unternehmen entwickelt hochinnovative Salze, die bei Zimmertemperatur flüssig sind. Diese sogenannten „ionischen Flüssigkeiten“ können z.B. helfen, Dieselkraftstoff kostengünstig von unerwünschten Schwefelverbindungen zu befreien oder die Produktion von Pharmaka und Feinchemikalien zu optimieren. Im Gegensatz zu organischen Lösungsmitteln verdampfen ionische Flüssigkeiten nicht. Daher ist die Belastung der Atmosphäre auf diese Weise gleich Null.

Ministerin Kraft: „Gründungen aus der Hochschule unterstützen wir in Nordrhein-Westfalen schon seit 1996 im Rahmen des Existenzgründerprogramms PFAU. Für die Förderung ausschlaggebend sind der Innovationsgrad und die wirtschaftliche Tragfähigkeit einer Idee. Hierfür haben wir bisher mehr als 8 Mio. Euro bereit gestellt.“ Der Geschäftsführer der Solvent Innovation GmbH, Dr. Claus Hilgers, erhielt für zwei Jahre die Möglichkeit, in den Laboren der RWTH Aachen seine Idee in ein marktfähiges Produkt umzusetzen. Bereits in der Förderphase wurden zwei neue Verfahren entwickelt und als Patente angemeldet, mit denen die Herstellungskosten um 35 Prozent gesenkt und die Qualität gesteigert werden konnten.

Mit den PFAU-Mitteln hat Dr. Claus Hilgers seinen Geschäftsplan und sein Finanzierungs- und Vertriebskonzept detailliert ausgearbeitet und am Markt getestet. Auf diesem Weg erleichtert es PFAU gründungswilligen Absolventen der NRW-Hochschulen, Ideen aus der Forschung in innovative und marktfähige Produkte oder Dienstleistungen umzusetzen. „Das NRW-Gründerprogramm PFAU war eine wichtige Hilfe beim Sprung aus der Forschung an der Rheinisch-Westfälischen Hochschule in Aachen in die freie Wirtschaft,“ bilanziert Hilgers.

Seit dem Start des PFAU-Programms 1996 haben sich knapp 400 Hochschulabsolventen beworben, 175 Gründungsvorhaben aus NRW-Hochschulen konnten bisher unterstützt werden. Eine Überprüfung des Programms hat nachgewiesen, dass die Unternehmen hoch innovativ sind, ca. jedes dritte Gründungsvorhaben auf einem Patent beruht, die Unternehmen überdurchschnittlich erfolgreich sind und jedes der gegründeten Unternehmen bereits nach 3 Jahren statistisch ca. 5 Arbeitsplätze schafft.

Beim 23. Innovationspreis der deutschen Wirtschaft konnte sich die Solvent Innovation GmbH mit zwei weiteren Unternehmen unter mehr als 200 Bewerbern durchsetzen. Als Großunternehmen erhielt die MTU Aero Engines GmbH die Auszeichnung, den Preis für den Mittelstand bekam die Leica Microsystems AG zugesprochen, und unter den jungen Start-ups war die Solvent Innovation GmbH erfolgreich. Der Innovationspreis der deutschen Wirtschaft wird vom Wirtschaftsclub Rhein-Main e.V. und der Wirtschaftswoche ausgeschrieben.

Projektträger PFAU: Dr. Bernhard Iking, 0208-30004-73, ik@zenit.de

Ansprechpartner für Medien

Ralf-Michael Weimar idw

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