600 kirchliche Solaranlagen gefördert

Überwältigende Resonanz auf nun beendetes DBU-Programm

Ökumenisches Kooperationsprojekt in Osnabrück erhält 600. Bewilligung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt – 14,3 Millionen Euro investiert

600 „Kirchengemeinden für die Sonnenenergie“ hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, bisher gefördert. Die 600. Bewilligung im Rahmen des seit 1999 laufenden Programms ist ein Zeichen für die Ökumene: „Es ist schön, dass eine solche überkonfessionelle Zusammenarbeit zwischen der St. Katharinen- und der St. Johann-Gemeinde möglich wurde. Zugleich steht diese als Symbol für den Umweltschutz, der jede Art von Grenzen überwindet“, sagte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU. Er übergab heute das Bewilligungsschreiben über 29.000 Euro an die Vertreter der beiden Osnabrücker Kirchen. Dechant Dr. Hermann Wieh von der Kirchengemeinde St. Johann, Andrea Kronisch, Kirchenvorsteherin an St. Katharinen, sowie Michael Kirchhoff, Kirchenvorstandsvorsitzender an St. Katharinen, hatten sich auf Anregung von Brickwedde zu dieser im Rahmen des Programms einzigartigen Zusammenarbeit entschlossen. Die 50 Quadratmeter große Fotovoltaik-Anlage wird auf dem Gemeindehaus-Anbau von St. Katharinen errichtet.

Die Geschichte des DBU-Förderprogrammes ist eine Erfolgsgeschichte: Begonnen hatte alles im Januar 1999 mit dem Ziel, „300 Kirchengemeinden für die Sonnenenergie“ – so der damalige Name des Programms – zu gewinnen. Innerhalb kürzester Zeit wurde jedoch klar, dass die veranschlagten zehn Millionen Mark (5,113 Millionen Euro) nicht ausreichen würden, um das überwältigende Interesse der Gemeinden an dieser Förderung zu befriedigen. Im Winter 2000 beschloss daher das Kuratorium der DBU, das Programm zu verdoppeln. Fortan sollten mit 20 Millionen Mark (10,226 Millionen Euro) „600 Kirchengemeinden für die Sonnenenergie“ interessiert werden. Doch auch diese Aufstockung stellte nicht den Endpunkt dar. Letztlich waren es insgesamt 28 Millionen Mark (14,3 Millionen Euro), die die DBU für dieses Programm bereitstellte. „Die Bewerbungsfrist für die Gemeinden endete am 31. Dezember letzten Jahres – nach heutigem Kenntnisstand werden wir über 700 Solaranlagen bewilligen können“, erläuterte Brickwedde. 4.234 Informationsmappen seien bis Ende 2001 verschickt worden.

Mit diesem Förderprogramm werde nachhaltig dazu beigetragen, den Ausstoß der sogenannten Treibhausgase zu mindern. Die Technik von Solaranlagen sei ausgereift. Dennoch sei ihre Verbreitung bisher zu gering, um deutlich spürbare Entlastungen für die Umwelt zu erzielen. Das Kirchendächerprogramm solle das Bewusstsein in der Bevölkerung zugunsten der erneuerbaren Energiequelle Sonne verbessern. Um den gewünschten Multiplikatoreffekt zu erreichen, sei es Bewilligungsauflage gewesen, an jeder geförderten Anlage eine digitale Schautafel zu installieren, die die aktuellen Ertragswerte der Solaranlage verdeutliche und erläutere. „Diese und weitere öffentlichkeitswirksame Maßnahmen werden mit Förderquoten von bis zu 70 Prozent unterstützt“, betonte Brickwedde.

927 Anträge sind bis zum Bewerbungsschluss bei der DBU eingegangen, davon haben 123 Antragsteller ihre Anträge zurückgezogen. Führend bei der Antragszahl ist Nordrhein-Westfalen (181 Anträge / 124 Bewilligungen). Auf den Plätzen zwei und drei folgen Bayern (177/125) und Baden-Württemberg (152/98). „Schlusslichter“ sind das Saarland (12/10), Sachsen-Anhalt (9/5) und Bremen (4/4), was jedoch überwiegend nicht an mangelndem Interesse, sondern wohl eher an der Größe der Bundesländer liege. Bei den Konfessionen liegt ein deutlicher Schwerpunkt auf evangelischen Antragstellern: zwei Drittel der Anfragen und der bisherigen Bewilligungen sind auf dieser Seite zu verzeichnen.

Mit 70 Anträgen und bisher 42 Bewilligungen ist die Evangelische Kirche im Rheinland führend im Vergleich der evangelischen Landeskirchen. Es folgen die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (68/47) und die Evangelische Landeskirche in Württemberg (62/42). Auf katholischer Seite verzeichnet das Bistum Rottenburg-Stuttgart 27 Anträge und 20 Bewilligungen und liegt damit vor dem Erzbistum Freiburg (26/18) und dem Bistum Würzburg (24/17).

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