Mehr als 100 Kilometer mit der Energie eines Schnapsglases voll Sprit

Am 22. Mai 2008 wird es für 30 Studierende der TU Chemnitz auf der Rennstrecke im französischen Nogaro ernst. Beim diesjährigen Shell Eco-marathon wird sich zeigen, ob sich die Arbeit der vergangenen Monate gelohnt hat – das Team „Fortis Saxonia“ möchte mit seinem Ökomobil „Sax 3“ sein gutes Ergebnis aus dem Vorjahr nochmals verbessern.

2007 waren die Chemnitzer – damals mit ihrem „Sax 2“ – im Rennen um das sparsamste Fahrzeug der Welt auf dem fünften Platz gelandet. Mit der Energie von einem Schnapsglas voll Sprit fuhr das Auto etwa 100 Kilometer weit – vom 22. bis zum 24. Mai soll das Nachfolgermodell „Sax 3“ noch mehr herausholen.

Die äußerliche Form des Fahrzeugs ist dabei die gleiche geblieben, an der futuristischen Karosserie strömt die Luft mit einem sehr geringen Widerstand entlang. Einen neuen Anstrich hat das Mobil erhalten und auch in seinem Inneren hat sich einiges getan. Angetrieben wird das Fahrzeug wie in den Vorjahren von einem Elektromotor, der seine Energie aus einer Brennstoffzelle erhält.

Als Kraftstoff nutzt das System Wasserstoff. Das Brennstoffzellensystem wurde inzwischen weiterentwickelt. Es arbeitet nun mit mehr Zellen und bietet dadurch einen höheren Wirkungsgrad. Außerdem verträgt das neue System eine höhere Betriebstemperatur und eine geringere Luftfeuchtigkeit. Auch beim Antrieb gibt es Neuerungen, die einzelnen Module sind jetzt über einen so genannten Feldbus miteinander verknüpft. Dadurch konnte ein Datenlogger integriert werden, also ein Messgerät, das physikalische Daten wie die Temperatur über einen längeren Zeitraum erfassen kann.

„Dadurch wurde der Antrieb wieder etwas effizienter und auch leichter“, so Teammitglied Patrick Jajko. Eine deutliche Gewichtsreduzierung erreichten die Chemnitzer im Chassis und in den Scheiben, sodass das 3,07 Meter lange Fahrzeug jetzt insgesamt nur noch rund 35 Kilogramm wiegt – zehn weniger als im Vorjahr.

Außerdem hat „Sax 3“ eine neue ergonomische Bedienungsoberfläche bekommen, mit der nicht nur die Steuerung, sondern auch die Diagnose des Systems möglich ist. Die gewonnenen Daten werden per Bluetooth auf einen Computer übertragen, wo die Nachwuchsingenieure sie jederzeit im Blick haben. Gelenkt wird das Ökomobil mit einer speziellen Hinterradlenkung, die die im „Ecocar“ liegende Fahrerin mit einem Joystick bedient. Mit Knöpfen und Hebeln wird beschleunigt und gebremst. „Sax 3“ erreicht maximal 45 Kilometer pro Stunde.

Stichwort: Shell Eco-marathon

Der Shell Eco-marathon wurde 1985 ins Leben gerufen und ist eines der ungewöhnlichsten Rennen der Welt. Geschwindigkeit ist beim Shell Eco- marathon zweitrangig. Das Team, das mit umgerechnet einem Liter Super-Benzin am weitesten kommt, gewinnt. Es gewinnt nicht das schnellste Fahrzeug, sondern das sparsamste. Dabei ist es jedem Team überlassen, wie es sein Fahrzeug antreibt: Benzin, Diesel, Flüssiggas oder alternative Energien wie Wasserstoff, Bio-Kraftstoffe und Solar – alles ist erlaubt. Seit 2005 geht auch „Fortis Saxonia“ jährlich an den Start. Im Jahr 2006 legte „Sax 1“ umgerechnet 1.742 Kilometern zurück und erreichte damit Platz 12. „Sax 2“ schaffte 2007 eine Strecke von

2.552 Kilometer und landete auf dem fünften Rang unter 262 teilnehmenden Teams.

Weitere Informationen zum Projekt und zum Fahrzeug:
http://www.fortis-saxonia.de
Weitere Informationen zum Shell Eco-marathon 2008:
http://www.shell.com/eco-marathon
Anfragen an das Team „Fortis Saxonia“ beantwortet Patrick Jajko, Telefon 0160 8077836, E-Mail pr@fortis-saxonia.de.

Media Contact

Mario Steinebach Technische Universität Chemnitz

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