2008: UKE-Wissenschaftler ausgezeichnet

Dr. Thorsten Hoppe, Leiter der Nachwuchsgruppe „Neuronaler Proteinabbau“ am Zentrum für Molekulare Neurobiologie, hat den zweiten Preis des Felix-Jerusalem-Preises der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke erhalten. Die Auszeichnung wurde Hoppe für seine Arbeiten zum Abfallentsorgungssystem der Zelle verliehen. Das Preisgeld von 5000 Euro teilt sich Hoppe mit einem weiteren Preisträger.

Ausgediente Eiweiße (Proteine) werden in der Zelle in Aminosäuren zerlegt, die für die Synthese neuer Proteine wiederverwertet werden. Dabei werden die defekten Proteine von einer Vielzahl abfallentsorgender Enzyme erkannt und mit einer Art „Verfallsstempel“ versehen. Bei Untersuchungen am Fadenwurm Caenorhabditis elegans hatte Hoppes Team Komponenten eines Entsorgungssystems entdeckt, das bei der Regulation der Muskelentwicklung eine wesentliche Rolle spielt. Es gelang den Wissenschaftlern, die Abbaumaschinerie der Zelle zu manipulieren und so das „Verfallsdatum“ zu ändern.

Dr. Verena Schönbucher, Dipl.-Psych. Katinka Schweizer und Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt, Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie, haben auf der Tagung des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin den mit 500 Euro dotierten Preis für das beste Poster erhalten. Die Auszeichnung wurde ihnen für die erste Studie im deutschsprachigen Raum verliehen, die sich mit der sexuellen Lebensqualität von Personen mit Intersexualität (nicht eindeutigem Geschlecht) befasst.

Die Wissenschaftlerinnen präsentierten Befragungsergebnisse von 47 Personen mit einem männlichen Chromosomensatz, die in der weiblichen Rolle leben. Sie beobachteten eine deutlich beeinträchtigte sexuelle Lebensqualität. Außerdem stellten sie fest, dass die allgemeine sexuelle Zufriedenheit oft nicht von der sexuellen Funktionsfähigkeit abhängt. Sie folgern daraus, dass die Behandlung nicht nur auf die Herstellung der sexuellen Funktion (durch meist im Jugendalter durchgeführte geschlechtsangleichende Genitaloperationen) zielen dürfe, sondern auch die Gestaltung des Sexuallebens miteinbeziehen müsse. So könnten beispielsweise eine mögliche homosexuelle Orientierung oder die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt, um einem möglichen Partner die eigene Intersexualität zu eröffnen, Themen der Gespräche mit Betroffenen und ihren Angehörigen sein.

Franziska Stellmer, Doktorandin in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, hat auf der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Stoffwechselstörungen den mit 500 Euro dotierten Ursula-Wachtel-Preis für das beste Poster erhalten. Die Auszeichnung wurde ihr für Arbeiten zu einer seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankung verliehen.

Die Glutarazidurie Typ I ist eine erst seit wenigen Jahren bekannte Erkrankung, die die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigt. In Laborversuchen hatte Stellmer Proteine identifiziert, mit denen die schädlichen Stoffwechselprodukte, die sich bei dieser Krankheit anstauen, im Körper transportiert werden. Zudem hatte sie Anhaltspunkte dafür gefunden, dass bei erwachsenen Patienten Nierenveränderungen auftreten könnten.

Ansprechpartner für Medien

Maren Puttfarcken idw

Weitere Informationen:

http://www.uke.uni-hamburg.de

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