Familienunterstützende Dienste schaffen Dividenden!

Haushaltsnahe Dienstleistungen schaffen mehr Zeit für die Familie und durch mehr Arbeitsplätze auch mehr Wachstum auf dem Arbeitsmarkt. Das zeigt ein Ideenwettbewerb im Rahmen des Programms „Unternehmen Familie – Innovationen durch familienunterstützende Dienstleistungen“. Die zwölf besten Projekte haben das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Robert Bosch Stiftung in Berlin ausgezeichnet. Die Sieger stehen für vorbildliche Geschäftsideen im Bereich familienunterstützender Dienstleistungen und sollen als Best-Practise-Beispiele Schule machen.

„Familien brauchen verlässliche und flexible Unterstützung im Alltag. Deswegen wollen wir nicht nur die Angebote an Dienstleistungen rund um den Haushalt ausbauen und fördern, sondern auch die Förderung selbst einfacher und transparenter gestalten“, so Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen bei der Preisverleihung. „Noch passen Angebot und Nachfrage nicht zusammen, dabei bietet dieser Markt großes Entwicklungspotenzial. Eine aktuelle Studie zeigt, dass in diesem Sektor bis zu 300.000 neue Jobs entstehen können – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Der Wettbewerb der Robert Bosch Stiftung setzt genau hier den Hebel an: Die zwölf Gewinner zeigen eindrucksvoll, wie passgenaue und professionelle Angebote aussehen“, so Ursula von der Leyen.

Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung erklärt, es sei bei dem Ideenwettbewerb auch darum gegangen, einen öffentlichkeitswirksamen Akzent gegen das schlechte Image solcher Dienstleistungen zu setzen. „Familiennahe Dienstleistungen werden in Deutschland noch immer viel zu oft über den Schwarzmarkt eingekauft. Das wollen und müssen wir ändern. Mit dem Programm 'Unternehmen Familie' wollen wir neue Wege für flexible und bezahlbare Angebote im legalen Geschäftsbetrieb aufzeigen.“

„Unternehmen Familie“ will private Haushalte als Arbeitgeber und Marktteilnehmer aktivieren und neue Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor schaffen. Ziel des von der Robert Bosch Stiftung im Juli 2007 gestarteten Programms ist es, innovative Modelle auf kommunaler Ebene zu fördern. Die zwölf jetzt prämierten Ideen haben sich im Wettbewerb gegen 410 Mitbewerber aus dem gesamten Bundesgebiet durchgesetzt. Sie werden nun über drei Jahre mit je bis zu 150.000 Euro gefördert. Insgesamt stehen dem Programm 1,8 Millionen Fördergelder zur Verfügung, darunter auch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Die zwölf Gewinner sind:

* FamilyXperts GmbH i.G., Berlin
* Institut für Site und Facility Management GmbH, Ahlen
* Evangelische Jugendhilfe e.V., Münster
* QuaBeD Ennepe-Ruhr/Hagen gGmbH, Witten
* Verein zur Förderung der Beruflichen Bildung e.V., Speyer
* perfino e.G., Jena/Erfurt 
* Gemeinde Lohmen, Lohmen
* MW Malteser Werke gGmbH, Potsdam
* Agentur Mary Poppins, Hannover
* Frauenkommunikationszentrum e.V., Herzogenrath
* INA.KINDER.GARTEN GmbH, Berlin
* Familiengenossenschaft, Mannheim
„Wenn Preis und Qualität stimmen, dann gibt es vor allem bei Älteren und berufstätigen Eltern eine hohe Bereitschaft, legale Dienstleistungen rund um die Familie in Anspruch zu nehmen. Die Generation in der Mitte trägt häufig den Großteil der Verantwortung für die jüngeren und älteren Angehörigen im Haushalt.

Sie will den Haushalt, die Kinder und die älteren Angehörigen gut versorgt wissen, aber auch die eigenen Lebensziele nicht aus dem Blick verlieren. Deshalb müssen wir die Suche nach dem passenden Angebot vereinfachen. Wenn wir jetzt den Ausbau professioneller Hilfen vorantreiben, schaffen wir nicht nur Freiräume für gute Zeit mit der Familie. Gleichzeitig entstehen in unserem Land auch viele neue Arbeitsplätze“, so Bundesministerin Ursula von der Leyen.

Ausgewählte Zahlen und Daten zu familienunterstützenden Dienstleistungen:
(Quelle: Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesfamilienministeriums, 2008)
* Jeder zehnte beschäftigt zur Zeit eine bezahlte Haushaltshilfe – das sind
4,5 Millionen Haushalte in Deutschland
* Im Durchschnitt nehmen Haushalte mit einer Haushaltshilfe diese für 4 bis 5
Stunden pro Woche in Anspruch, vor allem für Putz- und Reinigungsarbeiten
* Der durchschnittlich gezahlte Stundenlohn für Haushaltshilfen liegt
zwischen 8 und 9 Euro
Probleme:
* 54 Prozent finden es schwer oder sehr schwer, eine geeignete Hilfe zu
finden (von denen, die bereits Erfahrung mit haushaltsnahen
Dienstleistungen haben, sagen dies sogar 72 Prozent)
* 49 Prozent haben zwar schon einmal von Vermittlungsagenturen gehört;
17 Prozent können sich auch vorstellen, eine Agentur zu beauftragen;
16 Prozent kennen vor Ort eine Agentur, aber nur jeder Hundertste hat schon
einmal eine Agentur beauftragt (1 Prozent)
* Neben finanziellen Aspekten (39 Prozent sagen „zu teuer“) spielen
organisatorische (11 Prozent) und bürokratische Gründe (8 Prozent) für die
Nichtnutzung von Haushaltshilfen eine Rolle
Potenziale:
* 21 Prozent der Haushalte in Deutschland haben schon einmal Dienstleistungen
in Anspruch genommen; weitere 24 Prozent können sich vorstellen,
familienunterstützende Hilfe zu nutzen
* Die Nachfrage nach Haushaltshilfen ist bei Älteren (19 Prozent) und
Haushalten mit Kindern (13 Prozent) besonders ausgeprägt
* Stetiger Anstieg der Zahl der haushaltsnahen Minijobs seit Einführung der
Förderung: Seit 2003 nahm die Zahl der registrierten haushaltsnahen
Minijobs von 28.000 auf 142.000 zu (II. Quartal 2007). 2006 gab es rund
36.300 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse in
Privathaushalten (Quelle: GIB 2007).
* Bei günstigen Rahmenbedingungen könnten im Bereich der haushaltsnahen
Dienstleistungen zusätzlich 300.000 Stellen entstehen
(Quelle: IW Köln 2008).
Kontakt Wettbewerbsbüro, Indre Zetzsche (IFOK GmbH), Reinhardtstraße 58, 10117 Berlin, Tel: +49 (0)30 – 53 60 77-17, Fax: +49 (0)30 – 53 60 77-20,

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