Unternehmensberater Roland Berger gründet private Stiftung

Im Rahmen der Initiative Stifterland Bayern wurde heute in der Münchner Residenz die Roland Berger Stiftung ins Leben gerufen.

Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein überreichte Prof. Dr. h.c.
Roland Berger dabei die Stiftungsurkunde. Die Roland Berger Stiftung verpflichtet sich dem weltweiten Schutz der Menschenwürde und der Bildungsförderung. Sie fördert zum einen Menschenwürde und Menschenrechte durch den „Roland Berger Preis für Menschenwürde – zur Förderung eines friedlichen Miteinanders in der Welt“.

Mit diesem Preis werden jedes Jahr Personen oder Institutionen geehrt, die sich vorbildlich und erfolgreich für Menschenwürde und Menschenrechte einsetzen. Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler hat die Schirmherrschaft über den mit einer Million Euro dotierten Preis übernommen und sich bereit erklärt, diesen auch zu vergeben.

Die Roland Berger Stiftung will zudem begabte junge Menschen aus bildungsfernen Schichten unterstützen: So sollen ihnen etwa Stipendien eine hochwertige Ausbildung und dadurch ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Zudem werden Bildungsprojekte aufgelegt und finanziert. Die Stiftung stattet der 70-jährige Strategieberater mit zunächst 50 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen aus, das auf einen dreistelligen Millionenbetrag aufgestockt werden soll. Das Kuratorium unter dem Vorsitz Roland Bergers besteht aus Staatssekretär Dr. Gert Haller, Chef des Bundespräsidialamtes, Frau Barbara Lochbihler, Generalsekretärin der deutschen Sektion von amnesty international, dem Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Freien Universität Berlin, sowie Frau Karin Berger.

In seiner Rede erklärt Roland Berger:

„Die Roland Berger Stiftung hat einen zweifachen Stiftungszweck:

1. Menschenwürde und Menschenrechte fördern und schützen, mit dem Ziel einer weltweit offenen und friedlichen Gesellschaft, in der alle Menschen ihre Fähigkeiten frei entfalten und in Würde leben können.

2. Die Bildungschancen begabter junger Menschen, vor allem aus bildungsfernen Schichten, verbessern, um ihnen so ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu ermöglichen.

Wie kommt man als Stifter auf derartige Stiftungszwecke? Es sind persönliche Erlebnisse: Geboren im nationalsozialistischen Deutschland musste ich bereits als kleines Kind den menschenverachtenden Terror der Gestapo miterleben. Unser Zuhause wurde regelmäßig unangekündigt von Schergen dieses Unrechtsstaates durchsucht. 1944 schließlich wurde mein Vater von den Nazis inhaftiert. Diese Jahre waren der dunkelste Abschnitt deutscher Geschichte. Die Würde des Menschen galt nichts. Vielen wurde sie genommen.

Dagegen sagt heute Artikel 1 unseres Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Mittlerweile ist das Bekenntnis zu Menschenwürde und Menschenrechten ein tragender Grundsatz der internationalen Ordnung, der Charta der Vereinten Nationen, der Verfassung der UNESCO sowie ungezählter nationaler Verfassungen.

Fakt ist allerdings, dass Würde und Rechte des Menschen auch heute noch in vielen Teilen der Welt missachtet werden. Schauen wir nur nach Somalia, in den Tschad oder den Sudan. Zwei Weltkriege und der Holocaust in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts verpflichten uns Deutsche meiner Meinung nach besonders, uns für diese Werte einzusetzen.

So lobt die Roland Berger Stiftung von nun an jedes Jahr den „Roland Berger Preis für Menschenwürde – zur Förderung eines friedlichen Miteinanders in der Welt“ aus, über den Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler die Schirmherrschaft übernimmt. Der Bundespräsident wird den mit einer Million Euro dotierten Preis auch jährlich im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in Berlin übergeben. Er soll Persönlichkeiten und Institutionen für ihre Verdienste um die Menschenwürde ehren. Gleichzeitig sollen sie das Preisgeld verwenden, um ihre Arbeit zu finanzieren. Schließlich soll die Auszeichnung noch mehr Menschen und Gemeinschaften dazu inspirieren, sich für Menschenwürde und Menschenrechte einzusetzen.

Auch der Stiftungszweck Bildungsförderung gründet auf persönlichen Erfahrungen. Letztlich konnte ich nur deswegen im Leben etwas erreichen, weil ich Zugang zu erstklassiger Bildung hatte. Sie ermöglichte es mir, meine Fähigkeiten zu entwickeln und dadurch, so hoffe ich jedenfalls, persönlich und beruflich zum Fortschritt der Gesellschaft beizutragen. Daher habe ich mich entschieden, mit meiner Stiftung Bildung zu fördern, vor allem die Ausbildung junger Menschen aus bildungsfernen Schichten.

„Bildungschancen sind Lebenschancen“, so hat es Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler in seiner Berliner Rede 2006 formuliert.

Tatsächlich besteht hier auch in Deutschland noch immer großer Handlungsbedarf und hier wird die Roland Berger Stiftung ansetzen:

In Deutschland studieren heute nur 36 Prozent der Abiturienten eines Jahrgangs, drei Jahre zuvor waren es noch 39 Prozent. Und schaut man sich die soziale Herkunft der Studierenden an, so wird klar, dass der familiäre Hintergrund offenbar die Chancen der jungen Menschen bestimmt: So studieren heute 83 Prozent aller Akademikerkinder, aber nur 23 Prozent des Nachwuchses aus Familien ohne akademische Tradition. Noch schlechter steht es um Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund. Auch diese ,sind Deutschland'.

Deshalb geht es uns alle an, dass jedes fünfte Zuwandererkind die Schule ohne Abschluss verlässt, vier von zehn Jugendlichen mit Migrationshintergrund keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können, und dass die Chance, eine qualifizierte Ausbildung zu bekommen, für diese Jugendlichen nur halb so hoch ist wie für ihre deutschen Kameraden.

Dies verstößt nicht nur gegen die Chancengerechtigkeit, sondern bedeutet auch, dass wir intellektuelles Potenzial vergeuden, und zwar in erheblichem Umfang. Und eben dieses Potenzial müssten wir dringend ausschöpfen, wenn unsere Gesellschaft ihre Zukunft bewältigen und ihren Bürgern ein lebenswertes Dasein garantieren soll.

Die Roland Berger Stiftung will der ungleichen Verteilung von Bildungschancen in Deutschland entgegenwirken. Zum einen durch die Vergabe von Roland Berger Stipendien an begabte junge Menschen aus bildungsfernen Schichten. Zum anderen, indem sie Bildungsprojekte in allen Bereichen fördert – von der Vorschule bis hin zur Universität.

Die Roland Berger Stiftung wird zunächst mit 50 Millionen Euro ausgestattet. Daraus stehen jährlich etwa 4 Millionen Euro für Roland Berger Preis und Bildungsförderung zur Verfügung. Ich plane darüber hinaus, das Stiftungskapital mittelfristig auf bis zu 150 Millionen Euro aufzustocken.“

Media Contact

Thorsten Gohlke presseportal

Weitere Informationen:

http://www.rolandbergerstiftung.org

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