Karlsruher bioliq®-Verfahren für Innovationspreis der deutschen Wirtschaft nominiert

Am 19. Januar 2008 wird in der Alten Oper in Frankfurt der Innovationspreis der deutschen Wirtschaft verliehen. Unter den nominierten Vorschlägen ist das im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelte bioliq®-Verfahren: Durch einen mehrstufigen Prozess werden aus Stroh und anderen land- und forstwirtschaftlichen Reststoffen hochreine Synthese-Kraftstoffe und hochwertige Grundprodukte für die chemische Industrie erzeugt.

Der Kooperationspartner Lurgi GmbH liefert das Engineering und baute die Anlage für den ersten Prozessschritt. Die Pilotanlage, die den Gesamtprozess von der Ackerscholle bis zur Zapfsäule demonstrieren soll, entsteht zurzeit im Forschungszentrum Karlsruhe mit Förderung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Biomasse – die einzige erneuerbare Kohlenstoffquelle – kann die Abhängigkeit vom Erdöl verringern und die damit verbundenen Kosten- und Versorgungsrisiken sowie die CO2-Emissionen mindern.

Mit dem zweistufigen, im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelten bioliq®-Konzept lassen sich aus Biomasse hochwertige synthetische High-Tech-Kraftstoffe und wichtige Grundprodukte für die chemische Industrie erzeugen. Das bioliq®-Verfahren wird dem verteilten Aufkommen von Biomasse mit ihrem meist niedrigen Energieinhalt gerecht. In einem ersten, dezentralen Schritt wird die Biomasse durch so genannte Schnellpyrolyse in ein transportfähiges flüssiges Zwischenprodukt hoher Energiedichte (BioSynCrude) umgewandelt und kann so wirtschaftlich über größere Strecken an Raffineriestandorte zur Synthesegas- und Kraftstofferzeugung transportiert werden.

Mit Förderung durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR, Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) und in Zusammenarbeit mit der Lurgi GmbH entsteht auf dem Gelände des Forschungszentrums eine Pilotanlage für die gesamte bioliq®-Prozesskette. Der Bau der Anlage für den ersten Prozessschritt zur Erzeugung des energiereichen BioSynCrude wurde im Sommer 2007 abgeschlossen. Zurzeit wird die Pilotanlage um die Verfahrensschritte der Synthesegaserzeugung, Gasreinigung und Kraftstoffsynthese bis hin zur Zapfsäule erweitert, um den Gesamtprozess technologisch zu demonstrieren, zu verbessern und die kommerzielle Umsetzung vorzubereiten.

Das bioliq®-Verfahren wurde nun für den 28. Innovationspreis der deutschen Wirtschaft 2008 nominiert. Der Innovationspreis unter Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie wird jährlich verliehen. Die Entscheidung über die Preisträger wird am 19. Januar 2008 ab 19.00 Uhr in der Alten Oper in Frankfurt bekannt gegeben.

Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 26.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

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Dr. Joachim Hoffmann idw

Weitere Informationen:

http://www.helmholtz.de

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