Auszeichnung für Heidelberger Historiker

Der Historiker Dr. Daniel Jütte wird für seine an der Universität Heidelberg entstandene Dissertation zur Kultur- und Wissenschaftsgeschichte in der Vormoderne ausgezeichnet: Er erhält den Bruno-Heck-Preis der Altstipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Kategorie „Wissenschaftspreis“ für seine Arbeit „Die Ökonomie des Geheimen.

Juden, Christen und der Markt für Geheimnisse (1400 – 1800)“. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 18. Juli 2011 in Heidelberg durch den Sprecher der Altstipendiaten, Markus Zeitzen, sowie den Ehrenvorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Dr. Bernhard Vogel, überreicht.

„Die Frühe Neuzeit war das Zeitalter des Geheimnisses. Selten zuvor und niemals danach hat es in der europäischen Geschichte eine solch ausgeprägte Faszination für Geheimhaltung aller Art gegeben. Dazu gehören Bereiche wie Alchemie, Magie, Spionage oder Kryptographie“, erläutert Dr. Jütte. Seine Arbeit rekonstruiert den frühneuzeitlichen „Markt für Geheimnisse“ und geht dabei der Frage nach, welche Rolle die jüdische Minderheit auf diesem Feld gespielt hat.

„Juden galten seit dem Mittelalter als Hüter eines genuinen geheimen Wissens. Zweifellos waren hierbei Stereotype im Spiel – gleichwohl generierte der Markt für Geheimnisse eine bemerkenswerte Kontaktzone für Christen und Juden.“ In seiner Dissertation hat der Wissenschaftler das breite Spektrum dieser Kontakte untersucht und eine „neue Perspektive auf die Stellung der Juden zur und in der ,Wissenschaftlichen Revolution‘ eröffnet.“

Daniel Jütte, Jahrgang 1984, hat in Zürich und Heidelberg Geschichte und Musikwissenschaft studiert, der Abschluss seiner Promotion erfolgte im August 2010. Seitdem ist er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Heidelberg tätig und leitet im Rahmen der Exzellenzinitiative ein Forschungsprojekt über die „Bedeutung und Funktion von transitorischen Räumen“ in der Frühen Neuzeit. Für seine Dissertation wurde Dr. Jütte in diesem Jahr bereits mit dem Promotionspreis der European Society for the Study of Western Esotericism ausgezeichnet. Von August dieses Jahres an wird er als Postdoktorand an der Harvard University (USA) forschen.

Während der Preisverleihung wird Dr. Jütte über das Thema „Von Machiavelli zu Wikileaks. Anmerkungen zu einer Geschichte des Geheimnisses” sprechen. Die Laudatio auf den Preisträger hält Prof. Dr. Thomas Maissen vom Historischen Seminar. Ebenfalls dem Bruno-Heck-Preis zugeordnet ist ein mit 2.500 Euro dotierter Sonderpreis für hervorragende künstlerische Leistungen. Er geht an die Musikerin Alexandra Maria Schuck, die derzeit ihr Konzertexamen Violine an der Hochschule für Musik Weimar macht. Diese Auszeichnung wird ebenfalls in Heidelberg verliehen. Die Veranstaltung findet in der Aula der Alten Universität statt und beginnt um 18 Uhr.

Hinweis an die Redaktionen:
Ein digitales Foto des Preisträgers kann in der Pressestelle abgerufen werden.
Kontakt:
Dr. Daniel Jütte
Historisches Seminar
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