Verbund bündelt Kompetenzen der Entsorgungsforschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat gemeinsam mit dem Land Niedersachsen den Aufbau einer Wissensplattform zur nuklearen Entsorgungsforschung gestartet. Die Plattform, die von der Niedersächsischen Technischen Hochschule (NTH) koordiniert wird, soll zukünftig Forschungsergebnisse zur Entsorgung von nuklearem Material überregional bündeln und dadurch zu einem wichtigen Beratungszentrum für Bund und Länder in Fragen einer sicheren und nachhaltigen Entsorgung radioaktiver Abfälle werden.

Projektpartner der NTH sind das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Freie Universität Berlin und die Universität Kiel. Das BMBF unterstützt den Aufbau der Forschungsplattform in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 15 Millionen Euro.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan sagte: „Sicherheit hat bei der Entsorgung nuklearer Stoffe oberste Priorität. Deshalb wollen wir das vorhandene Wissen über Fächer und Länder hinweg zusammenbringen und abrufbar machen“. So soll sich ein länderübergreifendes Kompetenznetzwerk für die Entsorgungsforschung entwickeln, das auch internationale Fachkreise einbindet. Neben naturwissenschaftlich-technischen Studien sollen auch sozialwissenschaftlich-gesellschaftliche Aspekte aufgenommen werden. Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka sagte: „Die Niedersächsische Technische Hochschule ist eine gute Wahl für die bundesweite Koordinierung dieser wichtigen Zukunftsforschung. Sie verfügt bereits über ausgewiesene Kompetenzen und ist als Zusammenschluss dreier Universitäten in einer vernetzten Zusammenarbeit geübt.“ Es sei der richtige Weg, bei der Erforschung von Entsorgungsoptionen radioaktiver Stoffe einen interdisziplinären Ansatz zu wählen und somit ein Kompetenzzentrum aufzubauen, das fachkundige Beratung aus einer Hand bietet.

Inhaltlich wird sich die unabhängig und eigenständig arbeitende Wissensplattform mit drei Optionen der nuklearen Entsorgungsforschung beschäftigen: Der Endlagerung in tiefen geologischen Formationen ohne Vorkehrungen zur Rückholbarkeit („wartungsfreie Tiefenlagerung“), der Einlagerung in tiefen geologischen Formationen mit Vorkehrungen zur Überwachung und Rückholbarkeit („Tiefenlagerung mit Rückholbarkeit“) sowie der Oberflächenlagerung. Dabei werden diese Themen in einem größeren Kontext mit beispielsweise rechtlichen Fragen, ethisch-moralischen Aspekten, einer Technikfolgenabschätzung und einer interdisziplinären Risikoforschung betrachtet.

Die Förderung basiert auf dem Energieforschungsprogramm „2020+“ des BMBF, das für die Ausbildung und den Kompetenzerhalt auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheits- und Endlagerforschung zuständig ist.

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