Start neuer digitaler Weiterbildungsformate in der Satelliten-Fernerkundung

Satelliten vermessen die Erde
macel-stock.adobe.com Grafik: Antonia Cozacu, GFZ

Webplattform FERN.Lern bietet Zugang zu diversen Online-Kursen für externe Zielgruppen.

Satellitendaten bieten wertvolle Informationen, um die Erdoberfläche und ihre Prozesse besser zu verstehen, und sie stehen zunehmend kostenfrei zur Verfügung. Damit sind sie nicht nur für die Wissenschaft interessant, sondern auch für Anwender*innen aus so vielfältigen Bereichen wie Land- & Forstwirtschaft, Naturschutz und Planung. Um ihnen den Zugang zu den Fernerkundungsdaten und den Einstieg in ihre Nutzung zu erleichtern, bietet das Deutsche GeoForschungsZentrum Potsdam nun über seine kürzlich eröffnete Webplattform FERN.Lern eine Reihe digitaler Weiterbildungen zur Fernerkundung an. So steht ab heute im Rahmen der Initiative HYPERedu der Online-Kurs ‘Beyond the Visible – Introduction to Hyperspectral Remote Sensing’ zum individuellen Lernen zur Verfügung, für den sich bereits mehr als 500 Personen angemeldet haben. Er vermittelt die Grundlagen der abbildenden Spektroskopie. Weitere Angebote laufen bereits erfolgreich. So wie die SAPIENS Online Schulungen, zu welchen man sich bereits jetzt für eine zweite Schulungsreihe im Februar 2022 anmelden kann.

Satellitendaten als Basis für detaillierte Umweltmessungen

Satellitendaten liefern weit mehr als nur schöne Bilder unserer Erde. Dank der zunehmend freien Datenpolitik der Raumfahrtagenturen stehen hochaktuelle und flächenhafte Umweltinformationen, beispielsweise aus dem Copernicus-Satellitenprogramm der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), kostenfrei zur Verfügung. Sie umfassen hochauflösende optische und spektrale Daten, auf deren Basis detaillierte Karten und Bilder erstellt werden können. So lassen sich zum Beispiel Stoffeinträge in Gewässern bestimmen, Nährstoff- und Wasserbedarf in der Landwirtschaft ermitteln, Überflutungsflächen detektieren oder kritische Infrastrukturen überwachen.

Und im kommenden Jahr wird mit EnMAP (Environmental Mapping Analysis Program) die erste deutsche Hyperspektral-Satelliten-Mission gestartet. Das Hyperspektralinstrument an Bord des Satelliten registriert die von der Erde reflektierte Sonnenstrahlung vom sichtbaren Licht bis zum kurzwelligen Infrarot. Das wird noch mehr Detailinformationen über die Ökosysteme auf der Landoberfläche der Erde liefern.

Potenzial für Landwirtschaft, Naturschutz, Planung, Behörden

So wächst der Schatz an frei verfügbaren Fernerkundungsdaten zwar exponentiell an und wird zunehmend nicht nur für die Wissenschaft interessant, sondern auch für mögliche Anwender*innen aus Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Planung, Behörden. Noch aber ist die Nutzung dieser Daten oft wenig in den Arbeitsalltag und in Entscheidungsprozesse dieser Gruppen integriert. Für viele unerfahrene Nutzende ist die Hemmschwelle, Satellitendaten zu verwenden hoch. Weder der Zugang zu den Daten noch ihre Nutzung sind selbsterklärend. Tutorials oder Anleitungen sind in der Regel auf wissenschaftlichem Niveau und oft nur auf Englisch verfügbar.

Neue Plattform FERN.Lern zur digitalen Weiterbildung

Diese Lücke zwischen Nutzenden und Wissenschaft zu schließen, hat sich FERN.Lern zum Ziel gesetzt. Auf der kürzlich eröffneten Online-Plattform bietet das Deutsche GeoForschungsZentrum externen Zielgruppen nun Zugang zu neu entwickelten digitalen Weiterbildungsangeboten. Im engen Austausch mit Nutzenden werden Schulungsbedarfe ermittelt und das Wissen in Form von niederschwelligen digitalen Schulungsformaten verfügbar gemacht.

Zu den neuen Schulungsformaten gehören unter anderem:

HYPERedu – Eine neue online Lern-Initiative für hyperspektrale Fernerkundung, gefördert durch die DLR Raumfahrtagentur mit Mitteln des BMWi

Die Ausbildungsinitiative HYPERedu ist Teil der Nutzungsvorbereitung der EnMAP-Mission und hat zum Ziel, zukünftige Nutzergruppen in der Anwendung von hyperspektralen Daten zu schulen. Sie stellt eine stetig wachsende Zahl von Lehrmaterialien und Online-Kursen zur Verfügung, darunter der heute gestartete

Massive Open Online Course (MOOC)
‘Beyond the Visible – Introduction to Hyperspectral Remote Sensing’

Der MOOC vermittelt die Grundlagen der abbildenden Spektroskopie und gibt darüber hinaus einen Überblick über frei nutzbare Datenquellen und Open-Source-Software, sowie einen Einstieg in die praktische Nutzung der Daten mit der EnMAP-Box. Er richtet sich an Studierende und Anwender auf der ganzen Welt und setzt Grundkenntnisse auf dem Gebiet der optischen Fernerkundung voraus. Der Kurs umfasst drei thematische Lektionen in englischer Sprache und ist so konzipiert, dass er in etwa fünf Stunden zu einem selbstgewählten Zeitpunkt und in eigenem Tempo absolviert werden kann.

Anmeldung über: https://eo-college.org/courses/beyond-the-visible/

SAPIENS – Satellitendaten für Planung, Industrie, Energiewirtschaft und Naturschutz, gefördert von der Helmholtz Gemeinschaft

In interaktiven Live-Online-Schulungen lernen die Teilnehmenden die Grundlagen und Anwendungsfelder der multispektralen Satelliten-Fernerkundung kennen. In praktischen Übungen wird die selbstständige Arbeit mit multispektralen Satellitendaten gefördert.

Die Kurse der ersten Runde im November waren komplett ausgebucht (> 200 Anmeldungen).
Ab Februar startet eine neue Schulungsreihe.
Die Anmeldung ist ab jetzt hier möglich: https://fernlern.gfz-potsdam.de/live

KONSAB – Kommunikationsinitiative zur Nutzung von Satellitendaten in der Agrar- und Forstwirtschaft Brandenburgs, wurde gefördert vom MWFK Brandenburg

In einer Vielzahl von Lernvideos und Webseminaren werden die Grundlagen der Satelliten-Fernerkundung für die Land- und Forstwirtschaft vermittelt und Anwendungsbeispiele gezeigt.

Steigendes Interesse an digitaler Weiterbildung

„Unsere Weiterbildungsangebote werden sehr gut angenommen: Wir verzeichnen viele Aufrufe unserer KONSAB Tutorials & Videos, die SAPIENS live Online-Schulungen waren komplett ausgebucht“, sagt die Fernerkundungs-Expertin Nora Meyer zu Erpen, Projektleiterin von SAPIENS und FERN.Lern. „Aus unserer Sicht zeigt diese große Nachfrage ein steigendes Interesse an innovativen Methoden und zugleich praxistauglichem Know-how, das von der Wissenschaft zielgruppenspezifisch aufbereitet werden muss. Hierfür haben wir eine starke didaktische, technische und grafische Expertise aufgebaut.“

Alle Weiterbildungsangebote des GFZ zur Fernerkundung finden Sie über die Webplattform FERN.Lern. Dort können Sie sich auch anmelden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Nora Meyer zu Erpen
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Projektleitung SAPIENS und FERN.Lern
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-28887
E-Mail: nora.meyer.zu.erpen@gfz-potsdam.de

Dr. Saskia Förster
Sektion 1.4 Fernerkundung und Geoinformatik
Projektleitung HYPERedu
Helmholtz-Zentrum Potsdam
Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 331 288-28615
E-Mail: saskia.foerster@gfz-potsdam.de

Weitere Informationen:

https://fernlern.gfz-potsdam.de/

Media Contact

Josef Zens Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Batterie der Zukunft

Kompetenzcluster für Festkörperbatterien „FestBatt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geht in die zweite Förderphase – Koordination durch Prof. Dr. Jürgen Janek vom Gießener Zentrum für Materialforschung – Rund 23…

TV-Doku: Digitale Manipulatoren

Algorithmen sind oft sehr hilfreich und aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Doch es gibt auch Missbrauchsfälle, gerade in Richtung unzulässiger Manipulationsmöglichkeiten. Anders als in sonstigen Bereichen der Wirtschaft gibt…

Neurodegenerative Erkrankungen im Röntgenblick

Göttinger Team untersucht Nervengewebe… Zu welchen Veränderungen im zentralen Nervensystem kommt es bei neurodegenerativen Erkrankungen in einer betroffenen Hirnregion? Manche Veränderungen im Gewebe lassen sich unter dem optischen Mikroskop leicht…

Partner & Förderer