Europas Auszubildende schauen nur selten über den Tellerrand

Bei ihrer beruflichen Erstausbildung nutzen nur wenige Jugendliche in Europa die Möglichkeit, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Zwar scheint die grenzüberschreitende Mobilität bei den Auszubildenden in letzter Zeit zu steigen, sie liegt jedoch noch immer deutlich unter den Zielzahlen, die die EU-Kommission im November 2011 verabschiedet hat.

Dies geht aus einem Bericht hervor, der unter Federführung von Prof. Dr. Regina Egetenmeyer, Juniorprofessorin für Lebenslanges Lernen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), im europäischen Projekt „Internationalisation & Mobility in the students Curricula“ erstellt wurde. Demnach waren im Jahr 2006 in den meisten Ländern der Europäischen Union weniger als ein Prozent der jungen Menschen, die sich in der beruflichen Erstausbildung befanden, im Ausland tätig. Leidglich die Länder Dänemark, Finnland und Zypern lagen über einem Prozent.

„Die Teilnehmerzahlen bei der transnationalen Mobilität in der beruflichen Erstausbildung sind in Europa durch die Bank sehr niedrig, aber sie nehmen stetig zu. Die deutschen Zahlen sind im Vergleich eher oben angesiedelt“, fasst Sandra Rüffin vom Institut für Erziehungswissenschaft der JGU zusammen. In dem Bericht raten die beteiligten Wissenschaftler/-innen dazu, das Thema Mobilität stärker in die Bildungsinstitutionen und die Unternehmen hineinzutragen.

Die Bedeutung von Mobilität und internationalen Erfahrungen müsse mehr ins Bewusstsein kommen und vor allem den Unternehmen und Ausbildern nahegebracht werden. Der Bericht empfiehlt außerdem, bessere Instrumente zur Erfassung der länderübergreifenden Mobilität zu implementieren und zwar Instrumente, die über das reine Zählen von Teilnehmerzahlen hinausgehen. Er rät auch dazu, für die Auszubildenden im Vorfeld mehr Fremdsprachenkurse vorzusehen, Informationen und Anleitungen für Interessenten bereitzuhalten und die Anerkennung der dazugewonnenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu regeln.

Der Bericht ist im Rahmen des Projekts „INternationalisation & Mobility in the students Curricula“ (INtheMC) entstanden. Acht Partner aus sieben europäischen Ländern kooperieren hier mit dem Ziel, dass die Teilnahme an Mobilität in der beruflichen Bildung steigt. Das Projekt wird von der EU im Rahmen des Leonardo-da-Vinci-Programms finanziert.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Regina Egetenmeyer
Juniorprofessorin für Lebenslanges Lernen
Institut für Erziehungswissenschaft
Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-22291
E-Mail: egetenmeyer@uni-mainz.de

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Petra Giegerich idw

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